FC Basel
Zukunftsangst vor der neuen Führungsetage? Die Basler vertrauen ihr

Morgen sollen die FCB-Mitglieder die neue Führung absegnen. Wie stehen sie zu Bernhard Burgener & Co.?

S. Lavoyer und V. Mbarga
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Bernhard Heusler (l.) und Georg Heitz werden den FCB verlassen.

Bernhard Heusler (l.) und Georg Heitz werden den FCB verlassen.

Keystone/Patrick Straub

Grosser Fussball stand am Mittwoch auf dem Programm, doch so wichtig der Cup-Halbfinal gegen Winterthur für den FCB auch war, schon morgen steht noch Gewichtigeres an. Die ausserordentliche Generalversammlung, die langerwartete Stabübergabe in der Führungsetage des Serienmeisters, die Machtübernahme von Bernhard Burgener und seinem Dreier-Gespann, Massimo Ceccaroni, Alex Frei und Marco Streller.

Mit grosser Spannung erwartet Basel den Umbruch, dieses kleine Erdbeben, mit dem jedoch grosse Fragezeichen verbunden sind. Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz verlassen den Klub, die Führung, die Basel zum unangefochtenen Leader der Super League formte. Was jedoch kommt, darüber wird vor allem spekuliert, gesichertes Wissen gibt es kaum. Das lässt keinen kalt, zuletzt die Fans und die Mitglieder, die am Freitag über die neue Führung und deren Konzept befinden sollen.

«Richtiger Zeitpunkt»

Gut, Bernhard Burgener ist kein Unbekannter, zu tief sind die Spuren, die er hinterlässt. Wirtschaftlich und sportlich. Im Film- und Sportbusiness zum Multimillionär geworden, war er auch schon im FCB-Vorstand. Man kennt den Mann. Aber was will er mit dem FC Basel, wohin steuert der Kapitän künftig diesen Luxusliner?

Trotz immenser Machtfülle, die er beim FCB haben wird, will Bernhard Burgener im Hintergrund bleiben.

Trotz immenser Machtfülle, die er beim FCB haben wird, will Bernhard Burgener im Hintergrund bleiben.

Thorsten Jochim / VISUM

Die bz hat alle offiztiellen Fan-Vereinigungen kontaktiert - viele aber halten sich lieber bedeckt, wollen keine Auskunft geben oder aber zumindest anonym bleiben. So sagt ein Fan, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will: «Man weiss, dass sich Bernhard Burgener einen Namen gemacht hat und als Geschäftsmann äusserst erfolgreich ist. Dies spricht für ihn und seine Qualitäten.» Für den Fan ist auch klar, was er von Burgener erwartet: Burgener soll beim grössten Verein der Schweiz fortführen, was das Erfolgsduo Heusler/Heitz in den letzten Jahren aufgebaut hat.

Eine andere Stimme verrät, wie überraschend die Mitteilung vom Führungswechsel für viele Fans kam. «Am Anfang war ich ein bisschen irritiert, doch ich denke, dass der Zeitpunkt für etwas Neues durchaus passen könnte.» Doch man schaue der ausserordentlichen GV von morgen mit gemischten Gefühlen entgegen. Auch positiven, doch da ist auch diese Unsicherheit, das Unwissen über die Pläne der neuen Führung.

Aufruf der Muttenzerkurve

Dass man seit Bekanntwerden des Umbruchs kaum mehr etwas gehört hat, stört Daniel Zurfluh vom FCB-Fanclub Bebbi dagegen kaum: «Das Vertrauen in die aktuelle Führung ist da. Dies gibt eine gewisse Sicherheit, dass die Zukunft des Vereins behutsam und bedacht geplant wird.»

Eine Fanstimme aus einem anderen Lager ergänzt: «Der Erfolg der letzten Jahre bestätigt die Führung. Nichts wird dem Zufall überlassen und darauf vertraue ich.»
Man spürt, dass die meisten gewillt sind, nicht nur Bernhard Burgener sondern auch dem ganzen Projekt eine Chance zu geben. Dies widerspiegelt sich auch in den zahlreichen Aufrufen der Fangemeinden, dem Event vom morgen beizuwohnen. So reist beispielsweise Zurfluh mit vielen FCB-Mitgliedern seines Fanclubs an.

Marco Streller wird bei der neuen FCB-Führung eine wichtige Rolle übernehmen.

Marco Streller wird bei der neuen FCB-Führung eine wichtige Rolle übernehmen.

Kenneth Nars

Auch sonst herrscht Aufbruchstimmung unter den Fans. ist der Aufruf unter den Fans gross. Die Muttenzerkurve beispielsweise verteilte am Spiel gegen GC Flyer, auf denen sie ihre Anhänger anhielt, an der GV teilzunehmen - und des Weiteren die Arbeit von Heusler und Heitz huldigt. Die neue Führung hingegen müsse sich das Vertrauen zuerst erarbeiten.

Mit Stolz vertreten

Komplette Gegenwehr gegen das neue Konzept wurde von keiner Seite verbreitet. Zumindest nicht öffentlich. Vielmehr scheinen alle gespannt, was morgen herauskommen wird. «Für mich ist das Wichtigste, dass die Region und die Stadt weiterhin mit Stolz und erfolgreich vertreten werden», sagt Zurfluh. Und spricht damit wohl vielen FCB-Anhängern aus dem Herzen.