Fussball
Zum Saisonauftakt: Old Boys ohne Transfers, Basel U21 mit neuem Gesicht

Die Old Boys starten gegen Sion U21 in die Rückrunde der 1. Liga Promotion. Rechtzeitig zum Auftakt kehren drei Stammkräfte nach langen Verletzungen wieder in die Mannschaft zurück. Bei Leader Basel U21 hat sich fast die halbe Mannschaft verändert.

Jeremy Weill und Patrick Pensa
Merken
Drucken
Teilen
Die Old Boys und Basel U21 wollen ihre Positionen in der 1.Liga Promotion verteidigen. OB-Rückkehrer Chad Bartlomé (vorne) muss sich nach langer Verletzung ins Team zurückkämpfen. Kenneth Nars/Archiv

Die Old Boys und Basel U21 wollen ihre Positionen in der 1.Liga Promotion verteidigen. OB-Rückkehrer Chad Bartlomé (vorne) muss sich nach langer Verletzung ins Team zurückkämpfen. Kenneth Nars/Archiv

Kenneth Nars

Mit Verteidiger Basil Gygax, Mittelfeldspieler Isa Mulaj und Stürmer Chad Bartlomé kehren drei routinierte Spieler nach langen Verletzungen zurück. Auch deshalb tätigten die Gelbschwarzen im Winter keine Transfers.

Am längsten ausgefallen ist Kapitän Basil Gygax. Der Innenverteidiger riss sich in der Hinrunde der Aufstiegssaison, also vor anderthalb Jahren, das Kreuzband und fiel somit sehr lange aus. Der 28-Jährige weiss um das höhere Tempo in der neuen Liga Bescheid, hat aber trotzdem klare Ziele: «Ich will sobald wie möglich spielen, und zwar nicht nur wenige Minuten.»

Zudem gibt er auch seine Absichten mit der Mannschaft vor: «Wir wollen sicher auf Position vier bleiben, wenn es am Schluss Platz zwei oder drei ist, wäre das auch gut.» Gesunde Ambitionen seien wichtig und man müsse auch erkennen, dass es mit Schaffhausen reine Profiteams in der Liga gibt. Der dienstälteste Spieler der ersten Mannschaft stellt fest, dass sich seine Equipe im Gegensatz zum letzten Jahr personell zwar kaum verändert hat, «aber alle Spieler haben individuell einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, insbesondere die Jungen.»

Mit 14 Treffern massgeblich am Aufstieg beteiligt war in der vergangenen Spielzeit Angreifer Chad Bartlomé. Im letzten Spiel der Saison zog er sich eine muskuläre Verletzung zu. Gleichzeitig entstanden Probleme am Becken, die über den Sommer schlimmer wurden – der US-Amerikaner musste zwar nicht operieren, konnte aber bis im September nicht trainieren. Als Bartlomé Ende Oktober wieder spielbereit war, entschied er gemeinsam mit der Klubführung, lieber abzuwarten, «das Risiko für die wenigen Spiele war zu gross.»

Nun ist der 30-Jährige bereit anzugreifen. Es wird interessant sein, zu sehen, ob der 35-fache Challenge-League-Spieler seinen Platz im Angriff zurückerobern kann. Immerhin 13 Tore der Old Boys gingen in der Hinrunde auf das Konto des relativ jungen Sturmduos Barry/Rietmann.

Bereits in seiner sechsten Saison bei den Gelbschwarzen ist Isa Mulaj. Der Offensivallrounder verspürte Ende letzter Saison Schmerzen am Knie, kurierte die Verletzung jedoch noch ohne Eingriff aus. Kurz vor Saisonstart die Hiobsbotschaft: Am Meniskus bildete sich eine Zyste, eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel die Operation.

Mulaj trainiert seit Ende der Rückrunde wieder und hat klare Ziele: «Ich will direkt mit der ersten Mannschaft angreifen und weiterhin im vorderen Tabellenbereich bleiben.» Der 30-Jährige spielte im erfolgreichen Testspiel gegen Muttenz eine Halbzeit lang auf der ungewohnten Position des Linksverteidigers, man darf auf seine Rolle in der Rückrunde gespannt sein. Mulaj ist sich allerdings bewusst, dass Spielpraxis momentan das Wichtigste ist und deshalb Einsätze mit der zweiten Equipe auch möglich sind.

Pascal Schürpf, Marco Aratore, Stjepan Vuleta, Simon Grether und Kwan-Ryong Pak: Sie alle gehörten in der Hinrunde zum Kader der Basler U21 oder standen regelmässig in der Stammelf. Jetzt spielen sie auf Basis von Leihverträgen in der Challenge League.Hat der FC Basel die neue Liga überschätzt und passt nun das Kader des Farmteams an? «Nein», sagt Massimo Ceccaroni, Technischer Leiter Nachwuchs beim FCB. «Im Zentrum steht immer der Spieler.» Es sei klar, dass Spieler mit älteren Jahrgängen wie Schürpf oder Aratore einem Angebot aus der Challenge League folgen müssten, wollten sie den nächsten Schritt vollziehen. Auch die anderen könnten von einem Engagement in der zweithöchsten Liga nur profitieren. Zudem können dadurch nun jüngere Spieler, die oft auf der Bank Platz nehmen mussten, aber über grosses Potenzial verfügen, in die Startformation nachrücken. Zudem hat Samuele Campo den Sprung von der U18-Equipe zum ältesten Nachwuchs geschafft. Weitere U18-Spieler werden das Team bei Bedarf ergänzen.

Den Weg von der Challenge League in die Promotionsliga macht Simone Rapp. Der Stürmer kommt vom FC Locarno zur U21. «Wir beobachteten ihn schon lange, haben ihn im Sommer aber noch nicht geholt, weil er wohl selten gespielt hätte. Jetzt war der Moment günstig», sagt U21-Trainer Carlos Bernegger. Er lobt den 20-Jährigen, der auch zum Kader der U21-Nationalauswahl gehört, für seinen Ehrgeiz und seine Einstellung. Er wolle in Basel Ausbildungslücken schliessen und sich den letzten Schliff holen, um seine Karriere endgültig zu lancieren.

Obwohl es für die U21 ein schöner Erfolg ist, wenn ihre Spieler die Aufmerksamkeit der oberen Ligen erregen, bedeuten die Abgänge für Bernegger auch Arbeit. Gerade jetzt, als die Automatismen griffen und die Mitspieler wussten, wer welche Wege geht, muss er ein neues Team formen. Frust? «Nein, im Gegenteil. Es ist eine tolle Herausforderung, ein Teil vom Beruf», sagt der 43-jährige Ausbildner, wobei er festhält, dass es dieses Mal ein grosser Umbruch sei.

Mit dem Farmteam gehe es um die Balance zwischen Leistung und Ausbildung. In der Hinrunde sei das sportliche Resultat mit dem Wintermeistertitel hervorragend gewesen. Jetzt wäre die Mannschaft stark verjüngt und die Ausbildung stehe im Vordergrund, wobei die Tabelle aber nicht vernachlässigt würde. «Wir wollen trotzdem vorne mitspielen. Das wird vom FCB erwartet», sagt Bernegger.

Dass heute zum Auftakt «nur» der Tabellenelfte zu Gast ist, kommt dem neu zusammengestellten Team sicher gelegen. Wobei Bernegger glaubt, dass sich Stade Nyonnais für das verlorene Hinspiel revanchieren wolle. Zudem seien die Romands körperlich sehr stark und keinesfalls zu unterschätzen. Kommt hinzu, dass sich die Vereine aus der Welschschweiz nach der schwachen Hinrunde allesamt verstärkt haben. Wenn auch nicht mit Talenten aus der Basler U21.