Basketball
Zum wiederholten Male ein Basler Wunder

Die Starwings bezwingen Les Lions de Genève knapp mit 85:83 (44:42). Somit haben die welschen Giganten heuer drei von vier Vergleichen gegen das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat verloren. Wie ist so etwas möglich?

Georges Küng
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Einer des starken amerikanischen Quartetts: Kaylon Williams.

Einer des starken amerikanischen Quartetts: Kaylon Williams.

Uwe Zinke / Archiv

Nach fünf Minuten stand es 0:12 – die Starwings waren zwar redlich bemüht, bekundeten aber noch mehr Mühe, überhaupt zu einem Korbversuch zu kommen. So intensiv verteidigten Les Lions aus der Calvin-Stadt. Denn Genf ist jene Equipe, die heuer – aufgrund der Solvenz, des Potenzials und der Kaderbreite – schlicht Schweizer Meister werden muss.

Und wer einen David Ramseier (28, 205 cm), ein Ex-Nationalspieler mit Erfahrung in der französischen ProB, als 9. Mann ins Spiel bringen kann, müsste eigentlich in einer eigenen Liga spielen. Denn Ramseier verdient mehr als alle «Wings»-Spieler zusammen. Er stünde auch einer Topliga gut an, wenn sein Kopf so stark wie seine Physis wäre.

Mit Herz und Leidenschaft zum Sieg

Und doch siegte zuletzt das Birstaler Kombinat. Rational ist dies nicht zu erklären. Auf die Gefahr, dass man sich zum x-ten Male wiederholt: Was die Starwings Kaylon Williams (nahe an einem Triple-Double), Riley Luettgerodt (seine Spielintelligenz und sein Repertoire suchen seinesgleichen in der Nationalliga A), Darell Vinson (der Herr der Lüfte und Dominator der Bretter) und A.J. Pacher (die Trouvaille schlechthin) leisten, kann nicht beschrieben, sondern muss man gesehen haben.

Und weil gestern Nachmittag auch der U20-Nationalspieler Alessandro Verga mutig spielte und Severin Beltinger einen wichtigen Dreipunktewurf in den Korb brachte (was nötig war, denn Captain Joël Fuchs erzielte die ersten drei Punkte, war dann aber kein Faktor mehr), endete der Vergleich zwischen dem Kleinsten der höchsten Spielklasse und dem Ligakrösus mit einem Erfolg des «Underdogs».

Die Baselbieter führten nach 33 Minuten mit 75:63, mussten den Genfern, die fleissig mit neun Mann rotierten, aber den Ausgleich (81:81; 39. Minute) zugestehen. Aber das Herz und die Leidenschaft des amerikanischen Quartettes waren um einiges grösser als das Millionenbudget der Genfer Löwen.