Eishockey
Zunzgen-Sissach gewinnt beim ersten Oben-ohne-Auftritt einen Punkt

Ausgerechnet der Tabellenzweite reiste zur Eisfeldeinweihung nach Sissach. ZS hat aber stark gekämpft und konnte nach zwischenzeitlicher 2:0-Führung schliesslich einen Punkt aus der Partie, die 3:4 nach Penaltyschiessen endete, retten.

Patrick Pensa
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Die Spieler begrüssen ihre Fans zum ersten Heimspiel. Foto: Pensa

Die Spieler begrüssen ihre Fans zum ersten Heimspiel. Foto: Pensa

Patrick Pensa

Endlich hat das Warten ein Ende. Nach sechs Wochen Nomadendasein mit «Heimspielen» in Olten und auf der Kunsteisbahn Margarethen sowie nächtlichen Trainingseinheiten hat der EHC Zunzgen-Sissach wieder ein eigenes Eisfeld. Sportchef Ruedi Müller war die Erleichterung, aber auch die intensiven letzten Wochen anzusehen, als er das Spiel von der Bande aus beobachtete. «Lange feiern werde ich sicher nicht heute, dafür bin ich zu müde», sagte er. Noch ist er nicht ganz zufrieden mit der neuen Spielstätte. In der Mitte des Feldes gäbe es noch einen schattigen Bereich, der noch besser ausgeleuchtet werden müsse.

Vor Spielbeginn wurde das Feld offiziell eröffnet. ZS-Präsident Jean-Daniel Neuenschwander durchschnitt symbolisch ein rotes Band. Dies unter den Augen von Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli, Sportamtleiter Thomas Beugger oder auch Gemeinderätin Beatrice Mahrer, die sich alle die spezielle Heimpremiere mitten in der Saison nicht entgehen lassen wollten.

Urs Wüthrich-Pelloli, der selbst nur ungefähr 200 Meter von der Eisbahn entfernt wohnt, fühlte sich bei dem Aussenerlebnis in seine Kindheit in Langnau zurückversetzt, wo das Feld früher auch offen war. «Manchmal musste das Spiel wegen Schneefalls unter- oder gar abgebrochen werden», sagte er. Er wäre selbst regelmässig bei den ZS-Spielen, würde aber den Spielverlauf auch mitkriegen, wenn er zu Hause wäre, die Fans wären gut zu hören.

In Sissach ist es sieben Jahre her, als zuletzt Oben-ohne gespielt wurde. Inwiefern sich die einzige offene Kunsteisbahn der Zentralschweiz-Gruppe als Heimvorteil nutzen lässt, muss sich erst noch zeigen. Zu wenig konnte das Heimteam noch darauf trainieren, um daraus Profit zu schlagen. So erwischte der Tabellenzweite aus Lyss die besseren ersten zehn Minuten. Dann fand aber auch Zunzgen-Sissach ins Spiel und erzielte durch Alexander Curle prompt die Führung. Dass Robert Othmann in der 26.Minute das 2:0 erzielte, gab allen Abergläubigen Hoffnung. Schliesslich hatte der ZS-Captain vor einer Woche eine kanadische Münze als Glücksbringer in die untere Eisschicht gelegt.

In der Folge drehte Lyss, begünstigt durch viele ZS-Strafen, aber auf und konnte bis Ende des zweiten Drittels mit 3:2 in Führung gehen. Im Schlussdrittel war es Marco Model, der bereits in der 42.Minute den Ausgleich erzielen konnte. Beide Teams hatten verschiedentlich den Siegtreffer auf der Schaufel, reüssierten aber nicht mehr. ZS konnte in der Verlängerung selbst eine doppelte Überzahl nicht nutzen, sodass das Penaltyschiessen entscheiden musste. Lyss behielt schliesslich das bessere Ende für sich. ZS-Assistenztrainer Roland Küng zeigte sich aber nicht unzufrieden mit dem Spiel: «Wir haben gezeigt, dass wir auch mit dem zweitbesten Team mithalten können. Und die Mannschaft hat Biss gezeigt. Das haben wir für dieses erste Spiel vor toller Kulisse gefordert.» Er hofft, dass bald alle verletzten Spieler genesen sind, und ZS dann in der Masterround gute Resultate einfahren kann.

Bis zur Masterround ist auch die Zeit mit nur einem Training pro Woche und Auswärts-Heimspielen vergessen, sodass ZS auf der einzigen offenen Eisbahn den Heimvorteil voll ausspielen kann.