Das Ziel des FC Winterthur auf diese Saison hin war klar: Aarau und Bellinzona sind weg, also sollte der Aufstieg möglich sein. Doch bereits nach elf Spieltagen ist die Promotion in weite Ferne gerückt. Der sechste Tabellenrang und 13 Punkte Rückstand auf Leader Vaduz ist das Ergebnis des schwachen Saisonstarts mit sechs Niederlagen. Einem Spieler läuft es allerdings persönlich sehr gut: Marco Aratore. Mit sieben Treffern ist der Flügelspieler momentan zweitbester Torschütze der Challenge League.

Zufrieden gibt sich der Ex-FCB-Junior logischerweise nicht, denn «es ist schöner zu treffen, wenn es auch dem Team läuft.» Aratore weiss, wovon er spricht. 2010 konnte er als Leihspieler des FCB beim FC Thun den Aufstieg feiern. Leider ergab sich keine weitere Zusammenarbeit mehr und Aratore wurde an Aarau verliehen. Nach eineinhalb guten Jahren folgte im Frühling 2012 eine schwache Rückrunde, in der Aratore kaum spielte und so wieder zurück in die U21 des FCB musste. «Mental war das sehr schwer. Drei Jahre nachdem ich Einsätze mit der ersten Mannschaft hatte, musste ich wieder ins Zwei.»

In der U21 Selbstvertrauen getankt

«Das war das Beste, was mir passieren konnte», sagt sich Aratore heute, «manchmal ist ein Schritt zurück die Basis, um zwei Schritte vorwärts zu machen.» Er dankte dem damaligen FCB-U21-Coach Carlos Bernegger für sein Vertrauen und schoss in 16 Spielen 13 Tore. Nun ist der 22-Jährige seit Januar beim FCW, der ihn auf diese Saison hin definitiv übernommen hat. «Ich habe bisher in jedem Spiel von Anfang an gespielt, was ein eindeutiger Vertrauensbeweis von Trainer Kuzmanovic ist.» Das nächste Ziel vom italienisch-schweizerischen Doppelbürger ist die Super League. Wenn möglich soll es im nächsten Sommer so weit sein. Aratore hätte nichts dagegen, wenn das mit Winterthur klappen würde.

Ein Foul mit Folgen

Ein rüdes Foul in einem Freundschaftsspiel im Februar an Burim Kukeli (FCZ) änderte die Planung in Simon Grethers Karriere. Damals war Grether an die AC Bellinzona ausgeliehen und sollte im Sommer zu Basel zurückkehren. Wegen eines administrativen Fehlers der ACB verpasste der ehemalige Juniorennationalspieler ganze acht Spiele statt deren vier. Danach gehörte Grether immer zur Stammformation. «Aber diese neun Partien waren zu wenig, um mich in die erste Mannschaft des FCB zu spielen.»

Nun ist auch Grether bei «Winthi» gelandet und läuft hier mehr oder weniger regelmässig als Aussenverteidiger auf. Sein Vertrag bei Basel läuft Ende Jahr aus und es ist noch nicht sicher, wie es weitergeht. «Ich will hier so viel wie möglich spielen, denn Rest schaue ich dann später.» Mit Patrik Baumann spielt noch ein weiterer Basler bei Winterthur. Der 27-jährige Innenverteidiger kommt aus einer langen Verletzungspause, weswegen es für ihn nur ein Ziel gibt: «Ich muss wieder auf mein bestes Niveau herankommen.»