Rudern

Zwei Boote dominieren in Basel: An den Deutschen und den Britinnen führte am BaselHead kein Weg vorbei

Ideale Bedingungen: Schönes Wetter und starke Boote sorgten für eine gute Regattastimmung entlang des Rheins.

Ideale Bedingungen: Schönes Wetter und starke Boote sorgten für eine gute Regattastimmung entlang des Rheins.

Das BaselHead wurde von den Achtern aus Deutschland und England gewonnen. Die beiden Favoriten wurden ihrer Rolle gerecht.

Zwei Boote dominierten den BaselHead 2018 klar. Wie erwartet fuhr der Deutschland-Achter in der Ruder-Regatta vorneweg. Am Samstagmorgen entschied er umhüllt von eisiger Kälte den 350 Meter langen «Sprint des Rois» in 55,77 Sekunden für sich. Am Nachmittag verwies er in der 6,4 Kilometer langen «Mirabaud Classic» (18:51.20) erneut die Tschechen von DuklaPrag/VK Slavia Prag auf den zweiten sowie Deutschland 2 auf den dritten Platz.

Selbiges gelang den erstmals angetretenen Athletinnen des britischen GB-Rowing-Teams (GBR). In der «Mirabaud Classic» schlugen sie die Seriensiegerinnen des VK Slavia Prag. Sieben Mal in Serie konnten die Tschechinnen zuvor gewinnen. Angesprochen auf die frostigen äusseren Bedingungen des Renn-Morgens (57.03) meinte Rowan McKellar vom GBR trocken: «Das hatte keinen Einfluss auf unsere Leistung. Wir sind uns das gewohnt. Wir sind Britinnen.»

Nicht mehr dieselbe wie in den Jahren davor war die Strecke der «Mirabaud Classic». Die Renaturierung des Rheinufers führte zu Kiesaufschüttungen und Buhnen. Sie zwangen die Athletinnen und Athleten, einen neuen Kurs zu finden. «Die Strecke war länger als noch letztes Jahr», bemerkte Martin Sauer, Steuermann des Deutschland-Achters, «durch die neue Uferführung müssen wir einen grösseren Radius fahren.»

Techniker im Vorteil

Grundsätzlich fanden die Teams anspruchsvolle Bedingungen vor. Rennleiter Matthias Schmitz wies auf den tiefen Wasserstand hin: «Da hast du rheinabwärts viel weniger Schub.» Oder um es mit Steuermann Sauer zu sagen, «weniger Strömung». Zusätzlich soll die Windsituation ungünstig gewesen sein. Co-OK-Präsidentin Sabine Horvath meinte, «das sind Bedingungen, die technisch guten Teams entgegenkommen».

Trotz diesen Umständen gelang den Britinnen mit 21:04.12 ein neuer Streckenrekord. Damit waren die Vizeeuropameisterinnen rund 33 Sekunden schneller unterwegs als die Tschechinnen 2017. «Wir freuen uns sehr über den Sieg», gab Rowan McKellar zu Protokoll, «auch, weil er in einem ungewöhnlichen Rennen realisiert werden konnte.» Damit meinte sie nicht nur die Kulisse und die am nahen Ufer stehenden Zuschauer, sondern auch die 180-Grad-Wende unterhalb des Kraftwerks Birsfelden. «Es war ein hartes Rennen, aber es hat uns grossen Spass gemacht.»

Wie wichtig die Wendetechnik ist, demonstrierten unfreiwillig die Tschechen in der «Mirabaud Classic» der Herren. Bis zum Wendepunkt lagen sie 15 Sekunden vor Weltmeister Deutschland 1. 500 Meter später betrug ihr Rückstand elf Sekunden. Auf nur einem halben Kilometer hatten sie fast eine halbe Minute liegen lassen. Knapp an den Medaillen ging der Basler Ruder-Club in den U19-Kategorien der Damen und der Herren vorbei. Sein Team erreichte jeweils Rang 4.

Die Deutschen kommen gern

Uwe Bender, Trainer der Athleten im Deutschland-Achter, freute sich darüber, «dass der Anlass inzwischen internationale Konkurrenz bietet». Baselhead liege optimal im Terminkalender. Nach den Ferien seiner Ruderer sei das Rennen ein motivierendes Element im Trainingsbetrieb. Zusätzlich komme ihm gelegen, dass sein Team über eine Kurz- und eine Langdistanz antreten könne. Die Deutschen wollten so wenig wie möglich dem Zufall überlassen. «Ich bin mit unserem Steuermann die Strecke im Videostudium durchgegangen», bestätigte Bender.

«Jahreshighlight»

Gut gelaunt zeigte sich Johannes Weissenfeld aus dem Siegerteam. «Wir haben zwar unseren Rekord nicht gebrochen, können aber nicht unzufrieden sein mit unserer Leistung», fasste er zusammen. Das Verfolgungsrennen auf dem Rhein nannte er «eine Überraschungsfahrt», da Start- und Ziellinie sowie die Leistung der Gegner nicht klar ersichtlich seien. Ein «Jahreshighlight» sei BaselHead für ihn. Einerseits wegen der Ambiance, die an einem Rennen durch eine Stadt aufkomme. Andererseits, weil das Team als Sieger des «Sprint de Rois» im Nobelhotel Les Trois Rois essen und nächtigen konnte. «Ein Extraschub an Motivation.»

Zufrieden schien auch Rennleiter Matthias Schmitz. Mit dem Wetter habe man Glück gehabt. Die Teilnehmenden seien vorbildlich miteinander umgegangen. «Fairness dominierte.» Deshalb sei es zu keinen Zusammenstössen auf der Rennstrecke gekommen. Gut informiert habe er die Teams erlebt, was einem Chaos vorbeuge. Immerhin waren rund 140 Teams am Start. «Wenn es so läuft», sagte Schmitz, «dann nenn ich das optimal.»

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