Für Matthias wäre alles andere als eine Medaille eine Enttäuschung. Der Jüngere der Kyburz-Brothers geht als Titelverteidiger ins Rennen und gewann in diesem Jahr alle drei Weltcup-Veranstaltungen. In den letzten zwei Jahren stand er nur bei einem einzigen Sprint-Wettkampf nicht auf dem Podest. Eine Bilanz in Simone-Niggli-Dimensionen. «Diese Erfolge geben ein enormes Selbstvertrauen, vor allem weil sie in ganz unterschiedlichem Gelände stattgefunden haben. Ich weiss, dass ich überall die richtige Taktik finden kann.»

Drei Chancen auf Edelmetall

Der 23-jährige Biologie-Student, der nach der WM einen fliegenden Uni-Wechsel von Basel nach Bern vollzieht, weil dort das Programm flexibler und damit leistungssport-freundlicher ist, geht im finnischen WM-Ort Vuokatti in drei Disziplinen mit Medaillenchancen an den Start. Nachdem er im letzten Jahr bitter enttäuscht war, nicht für die Staffel selektioniert worden zu sein, erhält er nun seine Chance. «Es ist eine riesige Genugtuung. Ich habe mit der Staffel noch eine Rechnung offen. Es ist eine grosse Motivation, im Schweizer Team laufen zu können», sagt er.

Eine WM-Premiere gibt es nicht nur für den zwei Jahre älteren Bruder Andreas, der erstmals an Titelkämpfen der Elite teilnimmt, sondern auch für den erfolgsverwöhnten Matthias. Er startet nächsten Freitag erstmals in einem WM-Rennen über die Mitteldistanz. «Meine Lieblingskombination ist Sprint und Lang. In den letzten Monaten habe ich aber auch Gefallen an der Mitteldistanz gefunden», sagt der Gesamtweltcupsieger von 2012. Vor allem, weil er auch in der technisch schwierigsten OL-Disziplin Erfolge feiern konnte.

Medaillenkandidat bei der Premiere

Von Andreas Kyburz zum Einstand bereits eine Medaille zu erwarten, wäre vermessen. Der 25-jährige Fricktaler hat aber genügend Selbstvertrauen getankt, um sagen zu können: «Wenn man als Schweizer für den WM-Sprint selektioniert wird, dann hat man gute Karten auf einen Spitzenplatz.» Der Student der Geowissenschaften an der Uni Basel blickt auf eine starke Saison zurück. «Vom ersten Rennen an lief es mir gut», sagt Andreas Kyburz, «deshalb habe ich auch mit einer WM-Selektion geliebäugelt.» Seinen Bruder bezeichnet er zwar als Ansporn, sagt aber auch: «Ich schaue nicht gross auf ihn. Ich mache mein eigenes Ding.» Und das so gut wie noch nie.