Es sah lange Zeit nicht danach aus, als ob sich der FC Basel U21 aus seiner Negativspirale befreien könnte. Denn im Heimspiel gegen den SC Cham gerieten die Rotblauen nach dem ersten Corner der Gäste in Rückstand (14.), verloren in der 39. Minute ihren bis dahin auffälligsten Offensivspieler Daniele Spataro wegen einer Schulterverletzung und kassierten mit dem ersten guten Angriff der Zentralschweizer nach dem Seitenwechsel das 0:2 (52.). Auf der Tribüne im Leichtathletikstadion St. Jakob glaubten nicht mehr viele Zuschauer an ein Comeback der Equipe von Trainer Arjan Peço.

Standards als Waffe

Dieser fand, dass seine Elf es bis zu diesem Zeitpunkt „eigentlich ganz gut gemacht“ hatte. Dass man einmal mehr ein Gegentor nach einem Standard erhalten hatte, schrieb er der Stärke des Gegners zu: «Für eine gute und erfahrene Mannschaft wie den SC Cham sind Standards gegen Juniorenteams wie eine Waffe.»

Dass nach drei Promotion-League-Niederlagen in Folge die nächste drohte, hatten aber weder Trainer noch Spieler im Hinterkopf. Peço bemühte die Floskel, dass ein 2:0 ein gefährliches Resultat sei. «Wir wussten, dass wir noch was holen konnten, wenn uns der Anschlusstreffer gelingt.»

Tolle Mentalität und beispielhafte Moral

Und so griffen die Basler hoch an, suchten die Zweikämpfe und versuchten, Fehler bei den Gästen zu provozieren. Als ein Chamer in der 67. Minute an einem Steilpass vorbeischlug, konnte Leonardo Gubinelli allein auf SCC-Goalie Marco Peterhans zulaufen und per Lupfer verkürzen. Keine Zeigerumdrehung später verpasste Tician Tushi den Ausgleich.

Mit toller Mentalität und beispielhafter Moral kämpften die Rotblauen weiter. Als Gubinelli in der 86. Minute im Sechzehner von den Beinen geholt wurde, winkte Robin Huser die goldene Möglichkeit, vom Penaltypunkt den Ausgleich zu erzielen.

Doch der FCB-Mittelfeldspieler scheiterte an Peterhans. Wenige Sekunden später jubelten die Basler aber dennoch: Eine scharfe, aber zu tief geratene Flanke aus dem Halbfeld von Uran Bislimi fand den Weg an Freund und Feind vorbei ins Netz.

Ein leistungsgerechtes 2:2

In der Folge hatten beide Teams noch die Chance zum Lucky Punch, doch es blieb beim leistungsgerechten 2:2. «Dieses Remis fühlt sich wie ein Sieg an», gab Arjan Peço zu und lobte die tadellose Einstellung seiner Truppe. «In der Tabelle hilft uns dieser Punkt nicht wirklich weiter, aber für die Moral war er sehr wichtig.»

Ein packender Match des FC Black Stars

In der 1. Liga holte der FC Black Stars im Spitzenkampf gegen den Nachwuchs der Grasshoppers gleich zweimal einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Lag der Leader gegen den Verfolger zur Pause verdient mit 0:2 in Rückstand, drehte das Team von Trainer Samir Tabakovic nach dem Seitenwechsel auf.

In Überzahl – GC-Abwehrhef Dirk Carlson war wegen einer Notbremse vom Platz geflogen (54.) – schafften die Basler in einem packenden Match noch den Ausgleich. Besonders erwähnenswert dabei war Donat Rrudhanis herrlicher Volleytreffer aus 18 Metern zum zwischenzeitlichen 1:2 nach 59 Minuten.

Heimteam klar die bessere Mannschaft

Kein Erfolgserlebnis konnte dagegen Ligarivale Old Boys bei seinem Gastspiel in Solothurn verbuchen. Zwar gingen die Basler dank eines Penaltytreffers von Topskorer Sidy Dieng früh in Führung (11.), doch das Heimteam war in der Folge die klar bessere Mannschaft. «Der Sieg der Solothurner war hochverdient. Man hat deutlich gesehen, welches Team über reichlich 1.-Liga-erfahrene Spieler verfügt und welches nicht», lautete das Fazit von OB-Sportchef Rafet Öztürk.