Schiedsrichter Luca Piccolo tat den Gästen nicht den Gefallen, vorzeitig abzupfeifen. Und so kamen die U21-Junioren des FC Basel zu zwei weiteren Treffern und fügten dem FC La Chaux-de-Fonds eine empfindliche 0:7-Niederage bei.

Dabei hatte zu Beginn nichts auf einen rotblauen Monolog hingedeutet. Die Jurassier warfen ihre körperlichen Vorteile in die Waagschale, während die Basler sich schwer taten. «Wir haben viele vermeidbare Fehler gemacht», fand Trainer Arjan Peço.

Die erste FCB-Chance durch Tician Tushi in der 24. Minute war eher zufällig zustande gekommen, doch als nach einer halben Stunde die erste schön herausgespielte Möglichkeit gelang – Julian von Moss scheiterte am stark reagierenden Gästegoalie Dario Thürkauf –, war das die Initialzündung für eine starke Schlussphase. «Wir hätten vor der Halbzeit mehr als nur ein Tor schiessen können», sagte Peço. So aber blieb es beim 1:0, mit dem Nicola Suter in der 36. Minute einen zügigen Angriff veredelt hatte.

Die Pause nahm den Baslern den Schwung, denn sie knüpften – vorerst – nicht an die Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs an. Doch als dem kurz zuvor eingewechselten Daniele Vesco mit dem ersten Abschluss das 2:0 gelang (55.), war der FCB wieder im Flow. Regelmässig kam man zu Chancen und Toren, während die Jurassier in ihre Einzelteile zerfielen.

«Das 7:0 sollte man nicht überbewerten, denn am Schluss stand kein Gegner mehr auf dem Platz», relativierte Arjan Peço das finale Skore, hatte aber dennoch viel Positives gesehen. Erwähnenswert ist sicherlich, dass mit Suter und Vesco gleich zwei Basler Offensivkräften ein Hattrick – für beide der erste in der Promotion League – gelang. Für Vesco waren es die ersten Treffer nach seinem Kreuzbandriss, der ihn acht Monate ausser Gefecht gesetzt hatte.

Aziri vergibt vier Topchancen

Auch beim 1.-Liga-Match zwischen den Old Boys und Schötz hätte ein Spieler einen Hattrick erzielen können, ja müssen. Doch weil Gästestürmer Labinot Aziri gleich vier (!) «Hundertprozentige» vergab, führten die Innerschweizer bis in die Nachspielzeit nur mit 1:0 und hielten damit die Basler Möglichkeit am Leben, durch einen «Lucky Punch» noch einen Punkt mitzunehmen.

Als Florian Boss' Schuss in der 92. Minute aber zwei Meter neben dem Tor vorbei strich, konnten die Schötzer aufatmen und einen verdienten Auswärtssieg in der Schützenmatte feiern.

Denn das Heimteam war weit entfernt von den Leistungen der letzten Wochen, als man Spitzenteams wie Biel und den Black Stars auf Augenhöhe begegnet war. Das einzig Positive war das Aufbäumen in der Schlussphase, in der man sich vehementer gegen den «Nuller» zu stemmen begann. Aziz Sayilir konnte aber dieser Umstand nicht versöhnlich stimmen.

«Wenn wir die ganze Partie über so agiert hätten wie in den letzten 20 Minuten, hätte ich die Niederlage ohne Weiteres akzeptiert. Aber so wie wir 70 Minuten lang aufgetreten sind, geht das einfach nicht. So holt man in dieser Liga keinen Punkt», ärgerte sich der OB-Trainer. Um wieder in die Erfolgsspur zu kommen, forderte er: «Wir müssen wieder raus aus der Komfortzone!»

Auch bei Leader Black Stars war man nach dem Match nicht glücklich. Die Basler kassierten nämlich den 1:1-Ausgleich in Delémont in der 96. Minute. Donat Rrudhani hatte die Gäste kurz nach dem Seitenwechsel in Führung gebracht, doch Tom Villemin, der Captain des Heimteams, sorgte mit der letzten Aktion der Partie dafür, dass der Leader zwei Punkte auf die siegreichen Verfolger Biel und GC U21 einbüsste.