Basketball NLA
Zwei Schwächephasen entscheiden – Starwings verlieren in Lugano

Nur 72 Stunden nach der ersten Verlustpartie verlor das Birstaler Basket-Kombinat auch den zweiten Vergleich mit Lugano, wobei das 74:96-Endresultat nicht ganz das Stärkeverhältnis reflektiert.

Georges Küng
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Octavius Brown war ein Totalausfall.

Octavius Brown war ein Totalausfall.

Uwe Zinke

Nach 178 Sekunden stand es bereits 14:2 – und damit war der Match eigentlich schon «gegessen». Und wer in Startviertel 30 Gegenpunkte erhält, hat in der Defense so ziemlich alles gemacht – nur nichts richtig. Und nach 18 Minuten stand es 54:30 – und beim Gast­geber machte sich von diesem Zeitpunkt an Genügsamkeit bemerkbar.

Basketball ist aber eine Sportart, in welcher innert Minuten vieles passieren kann. Unter der Ägide von Chris Jones (der weiterhin eine Klasse für sich ist) und dank der Schwerst­arbeit von Darell Vinson unter den Körben begannen die „Wings“ ihrerseits, feine Kost zu zeigen. Gut sekundiert von Captain Joël Fuchs und Alessandro Verga, die gut verteidigten und ihren Möglichkeiten entsprechend punkteten. Und siehe da: Nach 34 Minuten stand es plötzlich nur noch 75:72 – das einst „Grande Lugano“ hatte in 17 Minuten ein Teilzeits­kore von 21:42 gefasst. In Reihen der Gastgeber machte sich Hektik und beim Publikum Nervosität bemerkbar; damit diese Partie jedoch gänzlich kehren konnte, hätte der Gast einen starken fünften Mann gebraucht.

Brown ein Totalausfall

Eigentlich Octavius Brown, der hiefür auch ordentlich entschädigt wird. Doch was der schlaksige Amerikaner bot, war – wie oftmals – ungenügend. Um es milde auszudrucken. Und als wenig später Fuchs mit dem 5. Foul ausscheiden musste, schlitterten die „Wings“ - mit einem Teilzeitskore von 2:21 (!) in den letzten fünf Minuten in eine Kanterniederlage, die sie in diesem Ausmass nicht verdient haben. Doch Jones und Vinson waren am Ende ihrer Kräfte – ihr Landsmann war nicht jener Profi gewesen, den man sich wünscht.

Bei den Tessinern war Tristan Carey überragend – der smarte US-Profi hatte nach 16 Mi­nuten bereits sagenhafte 27 Punkte erzielt. Am Freitag kommt es in Birsfelden zum dritten Vergleich. Es ist die Prognose gewagt, dass zwei überragende US-Profis und zwei gute Begleiter nicht reichen werden. Nur wenn die Stammfünf (warum Brown vor Björn Schoo spielt, darf hinterfragt werden) auf höchstem Level agiert und die Rotation von acht Spie­lern jener der Luganesi einigermassen ebenbürtig ist, haben die Unterbaselbieter eine Chance, auch ein zweites Playoff-Heimspiel zu bestreiten. Ansonsten wird die gute Saison 2016/17 am Freitagabend um 21 Uhr zu Ende gehen. Schade, dass man sich dann von Chris Jones, dem wohl besten Amerikaner der letzten 20 Jahre, verabschieden muss. Mis­ter Brown hingegen wird man keine Träne nachweinen.

BC Lugano – Starwings 96:74 (54:35)

Istituto Elvetico. - 250 Zuschauer. - SR: Clivaz/Stojcev/Marmy.

Lugano: Everett (4), Carey (35), Stockalper (18), Steinmann (18), Williams (8); Louissaint (9), West (4), Cafisi, Mussongo; Lukic, Otoka.
Starwings: Jones (24), Fuchs (8), Verga (8), Brown (3), Vinson (21); Herrmann (3), Schoo (2), Sager (5); Pavlovic.
Bemerkungen: Lugano ohne den Schweiz-Senegalesen Jules Aw (Schonung). - Starwings ohne Carrara, Hauri und Thélemarque (alle verletzt). - Viertelsresultate: 30:15, 24:20 (54:35); 12:24