Abdias Birrer sitzt auf der Bank am Beckenrand. Er beobachtet am Donnerstagabend das Trainingsspiel seiner Teamkollegen gegen Horgen, das rechte Bein hochgelagert und in einer massiven Stütze verpackt. Kreuzbandriss. Am Montag soll ein MRI Klarheit verschaffen. Ist nur das Kreuzband beschädigt, kann er mit entsprechender Physiotherapie wohl bald wieder am Spielgeschehen teilnehmen.

Viele Absenzen am Startwochenende

Den Auftakt zur Meisterschaft in Winterthur wird er aber verpassen. Ebenso wie Stammtorhüter Luca Zoric, der im Ausland weilt. Oder der Basler Captain Michael Gratwohl. Dessen Hirnschlag das ganze Team schockiert und beschäftigt. Fraglich ist auch der beste eigene Skorer, Felipe Piringer. Er laboriert an einer Schulterverletzung. Diese Lücken füllen sollen die zwei neuen Ungaren, die für die Saison verpflichtet wurden.

Zwei ungarische Verstärkungen

Die zwei 22-Jährigen stammen beide aus Budapest und bringen bereits einige Erfahrung mit. Bei beiden ist Basel nicht das erste Engagement im Ausland. Portugal, Frankreich und die Niederlande waren schon Stationen in ihrer jungen Karriere. In Frankreich waren sie beide bei Lille unter Vertrag, haben sich aber um ein Jahr verpasst. Nun spielen sie erstmals gemeinsam in einer Mannschaft und sind gespannt auf die Schweizer Liga.

Ungarische Härte im ersten Spiel

Im Trainingsspiel wird schnell klar, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Wirtschaftsstudent Karoly Szavai ist ein kräftiger Center und weiss seinen Aktionsradius zu behaupten. David Czibi ist kleiner, dafür flink und ständig in Bewegung. Beide bringen eine harte Spielweise aus dem Mutterland des Wasserballs mit und müssen sich noch an die Schweizer Regelauslegung gewöhnen. Im Trainingsspiel ziehen sie nur die Missgunst der Gegenspieler auf sich, in der Meisterschaft werden anfangs wohl einige Schiedsrichterpfiffe erklingen.

Kroate abgesprungen

Dass zum Meisterschaftsauftakt zwei Ungaren im Team sind, überrascht. Beim Cupspiel gegen Schaffhausen im November spielte neben Karoly Szavai noch ein Kroate. Er hat aber wohl ein besseres Angebot aus Italien erhalten und sei abgesprungen, wie Trainer Istvan Pinter sagt.

Topscorer nun bei Konkurrent Horgen

Kein neues Gefühl in Basel. Vor einem Jahr war es Dusan Krstic, der sich in Richtung Australien abmeldete. Dessen starkem Ersatz, Robert Munkacsi, immerhin Dritter in der letztjährigen Torschützenwertung, konnte nicht rechtzeitig ein neuerliches Angebot unterbreitet werden. Er spielt nun aufseiten der Horgener.

Offene Ausgangslage

Mit dieser Ausgangslage ist eine Prognose für die Meisterschaft schwierig. Den letztjährigen dritten Qualifikationsrang zu bestätigen, wäre ein Highlight. An die Platzierungsspiele, in denen man schliesslich das Podest verpasste, erinnert sich Pinter ungerne. Zweimal verlor man mit einem Tor Differenz gegen Genf. Einmal wurde ein Tor in letzter Sekunde aberkannt, sodass es in die Verlängerung ging. In der man schliesslich verlor. Wettkampfglück sieht anders aus.

Cup-Viertelfinal im März

«Wir wollen in diesem Jahr wieder mit den Besten mithalten können. Wir kennen unser Potenzial, müssen aber abwarten, wie sich die Konkurrenz verstärkt hat», sagt Pinter. Ein Auge ist auch auf den Cup gerichtet. Das Viertelfinalspiel findet im März gegen NLB-Leader Lausanne statt. Dort könnte dann auch Donnerstagszuschauer Abdias Birrer wieder mit von der Partie sein.