Hallenradsport-WM

Zwischen Anmut und Tollhaus: So spektakulär war die Hallenradsport-WM in Basel

Die Schweizer Radball-Gebrüder Waibel, hier im Spiel gegen Frankreich, verpassten die Medaillen knapp.

Die Schweizer Radball-Gebrüder Waibel, hier im Spiel gegen Frankreich, verpassten die Medaillen knapp.

Drei Tage lang war die St. Jakobshalle das Zentrum der Hallenrad- und Rad¬ball-Weltmeisterschaft und sah 300 Athleten aus 23 Nationen am Start. Diese begeisterten Kunstrad- und Radball-Fans gleichermassen.

Das Velo ist weltweit das populärste und umweltfreundlichste Fortbewegungs- und Transportmittel und dient auch als Sportgerät. Am vergangenen Wochenende wurde das der Sportwelt in der St. Jakobshalle eindrücklich unter Beweis gestellt.

Dort stieg nämlich die Hallenradsport-WM, Weltmeister im Kunstrad und im Radball wurden gekürt. Die Titelkämpfe begannen aus Schweizer Sicht mit dem erhofften Höhepunkt. Am späten Freitagabend, vor noch immer gut 2000 Zuschauern, zeigte das Schweizer Quartett im Kunstrad Act4 (open) eine fehlerfreie Darbietung.

Was die vier Innerschweizerinnen Elena Fischer, Saskia Grob, Vanessa Hotz und Stefanie Moos aus Baar an Anmut, Athletik und Geschicklichkeit aufs Parkett zauberten, bewerte die Jury mit Höchstnoten und das enthusiastische Publikum mit tosendem Applaus.

Schweizer Radball-Duo holt die Ledermedaille

Ein weiterer stimmungsvoller Höhepunkt war das Halbfinale im Radball zwischen dem Titelfavoriten Österreich und der Schweiz. In der Vorrunde hatten die fünffachen Weltmeister Markus Bröll und Patrick Schnetzer gegen das Schweizer Brüder-Paar Benjamin und Severin Waibel aus Pfungen bei Winterthur ohne Wenn und Aber mit 7:1 gewonnen.

Doch im Halbfinale entwickelte sich eine ausgeglichenere Partie. Den frühen 0:2-Rückstand beantwortete die Schweiz mit zwei Treffern zum 2:2 – die Halle bebte, es herrschte eine Stimmung , wie man sie in Wengen am Lauberhorn erlebt. Erst in der Endphase - eine Radball-Partie dauert zweimal sieben Minuten - setzte sich die grössere Klasse der Österreicher doch noch durch. Das 5:2-Schlussresultat widerspiegelte jedoch nur bedingt den Spielverlauf.

Im zweiten Halbfinal bezwang Deutschland die tschechischen Haudegen Jiri Hrdlicka und Pavel Loskot sicher mit 5:1, so dass dieses «logische» Endspiel auch der finale Akt der Weltmeisterschaften in Basel waren. Das kleine Finale wurde aus Schweizer Sicht zu einer Enttäuschung. Die ausgepumpten Gebrüder Waibel gingen gegen die Tschechen gleich miz 0:6 ein und verpassten so die angestrebte Medaille.

Partystimmung und Spitzensport

Das Finale verkam, unerwartet, zu einer gar einseitigen Angelegenheit. Bereits zur Pause führte Österreich gegen die Cousins Bernd und Gerhard Mlady mit 6:1. Doch in der 2. Halbzeit setzten die Deutschen zu einer Aufholjagd an – dennoch war der Sieg nie gefährdet, auch wenn das finale Skore von 8:6 ein spannenderes Endspiel vermuten liesse.

Das OK konnte ein erfreuliches Fazit ziehen. «An drei Tagen konnten wir insgesamt gegen 7000 Besucher begrüssen und alles klappte perfekt», so der Tenor. In der Tat war es ein Fachpublikum, das gerade bei den Kunstrad-Vorführungen angespannt den Atem anhielt, während beim Radball Anfeuerungsrufe und Gesänge zur Regel wurden. Und anch den Partien herrschte in den Gängen der Halle eine ausgelassene Partystimmung.

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