Rennsport

Zwischen Hochtouren und Torturen: Schmidt will auf die Überholspur zurück

Jeffrey Schmidt (vorne) will die Konkurrenz in Zukunft wieder öfter hinter sich lassen.

Jeffrey Schmidt (vorne) will die Konkurrenz in Zukunft wieder öfter hinter sich lassen.

Der Porsche-Pilot Jeffrey Schmidt will in der zweiten Saisonhälfte wieder auf Touren kommen. Nach zehn von 18 Rennen liegt Jeffrey Schmidt auf Platz 12 im Ranking des Carrera Cups – aber der 20-Jährige weiss, dass noch viel mehr möglich wäre.

Der Liestaler Jeffrey Schmidt will gar nicht wissen, wo er nach vier von neun Rennen in der Gesamtwertung überhaupt steht. Er weiss selber: Es wäre sowieso viel mehr drin gelegen. Mit dem aktuell 12. Platz im Ranking des Carrera Cups fährt er im grauen Mittelfeld. Durchschnitt, alles andere als zufriedenstellend. Aber Schmidt will und kann mehr.

Starke Trainings, schwache Rennen

Als Neuling klassierte er sich im Vorjahr am Ende der Saison auf Rang 10 – diese Marke soll in diesem Jahr fallen, Platz 5 ist das Ziel. «Es waren unglückliche Rennen», fasst der 20-Jährige zusammen. «Wir zeigen starke Trainings, waren nahezu immer ganz vorne mit dabei, aber in den Rennen selbst konnten wir den Speed nie in gute Resultate ummünzen.» Viel fehlt nicht. Meist sind es technische Defekte, oder nicht selbst verschuldete Unfälle während der Rennen, welche Schmidt immer wieder zurückwerfen. Er weiss aber auch: «Ich muss in den Qualifyings noch mehr Risiko nehmen. Startet man im Mittelfeld, wird es schwierig ganz nach vorne zu kommen», sagt er.

Immerhin konnte er Ende Juni am Porsche Supercup einen 2. Platz holen und gilt somit als bester Schweizer Porsche Cup Fahrer der Geschichte. Im Porsche Carrera Cup war der 6. Rang im letzten Rennen das bislang beste Saisonergebnis. «Das macht Mut für die zweite Hälfte», sagt der Baselbieter kämpferisch.

Auf der Suche nach Sponsoren

Einen Monat – von Ende Juni bis Anfang August – hatte Schmidt nun Zeit, sich auf die kommenden Herausforderungen einzustellen. Während viele Piloten in der Sommerpause wichtige Testfahrten und weitere Einsätze im Supercup hatten, musste Schmidt seine Konzentration mit anderen Mitteln hochhalten. «Ich kann mir solche Testfahrten schlicht nicht leisten, weil alles extrem kostspielig ist.»

Deswegen hat der baldige Student die Zeit genutzt, um sich um Sponsoren und Gönner zu bemühen. Ein harziges Unterfangen, zumal das Schweizer Rundstreckenverbot die Motorsport-Szene die Sponsorensuche nicht erleichtert. Schmidt lässt sich wegen diesen beschränkten, finanziellen Möglichkeiten aber nicht unterkriegen. Nebenbei hat er während der freien Zeit nämlich auch an seiner Physis gearbeitet. «Ich war wohl noch nie so fit wie jetzt».

Gelungener Auftakt

Was den Piloten für den Endspurt zusätzlich optimistisch stimmt: Seine Lieblingsstrecken stehen erst noch an. Zum Beispiel am Red Bull Ring in Österreich, wo die zweite Rennhälfte am 1. August wieder aufgenommen wurde - im Supercup gabs Ende Juni bereits den 2. Rang. Auch an den Lausitzring (Mitte September) hat Schmidt schöne Erinnerungen. Mit dem 3. Rang fuhr er seinen bis dato einzigen Podestplatz im Carrera Cup heraus. «Es gibt also viele positive Vorzeichen», blickt Schmidt voraus. In der Tat – beim Auftakt zur zweiten Saisonhälfte fuhr er im österreichischen Spielberg zwei Mal auf den 10. Platz und damit in die Punkte.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1