Basketball
Die Starwings sind lange auf Augenhöhe, verlieren den Playoff-Auftakt aber deutlich

Mit 66:85 verlieren die Starwings das erste Playoff-Spiel gegen die Lions de Genève und liegen in der Best-of-3 Serie jetzt mit 0:1 hinten. Bis kurz vor der Halbzeit haben die Starwings aber gezeigt, was sie können.

Georges Küng
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Matthew Milon war gegen Genf der beste Skorer der Starwings.

Matthew Milon war gegen Genf der beste Skorer der Starwings.

Martial Trezzini / KEYSTONE

Überraschungen sind im Basketball selten, noch seltener sind Wunder, wenn es in den Playoffs um «alles oder nichts» geht. Der Schweizer Basketball besteht aus drei Landes­grössen (Genf, Fribourg, Massagno) und einer mittelprächtigen Mannschaft (Neuchâtel). Die restlichen fünf Equipen haben weder die Mittel noch etwelche Argumente, um sich mit den drei Grossen zu messen. Und ob das Deutschschweizer Aushängeschild im Herbst die 17. Nationalliga-A-Saison erleben wird, steht in den Sternen und ist ungewiss.

Das Birsfelder Lazarett gegen vollzählige Genfer

Am besten schnitten noch die Starwings ab. Gegen die Genfer Löwen, welche heuer ein his­torisches Triple anstreben, hielt der Underdog bis zur 24. Minute mit dem Goliath nahe­zu mit (45:51). Der Gast aus Birsfelden hätte auch im Krankenwagen anreisen können – nicht ein Akteur, der «zu 100 Prozent einsatzfähig ist», so Dragen Andrejevic, der Cheftrai­ner der Starwings, im Vorfeld des sehr ungleichen Vergleiches.

Ein Beispiel: Fribourg lag gegen Boncourt (das zwar in der Saison 2021/22 aufrüsten wird) nach dem ersten Viertel mit 31:5 (!) vorne und siegte zuletzt mit 105:53 – ein Zähler mehr, und der (Noch-?)Meister Fribourg hätte das Skore gegenüber Boncourt verdoppelt. Massagno degradierte das einst «Grande Lugano» beim 107:68 zu einem Spielball.

Die «Wings» waren erst in den letzten zehn Minuten «groggy», doch dank Kampfgeist, Wille und einem Deondre Burns, der in den letzten Minuten punktete (bis zur 34. Minute hatte der Liga-Topskorer erst fünf Punk­te), blieb das Resultat ehrenvoll.

Genf hat ein 15-Mann-Kader – und kann es sich leisten, Nationalspieler Roberto Kovac (der schon im Ausland als Profi gespielt hat) als 10. Mann zu bringen. Diesen 10. Mann gibt es bei den Starwings seit Monaten nicht mehr – es sei denn, man würde Routinier Joël Fuchs reaktivieren, der zu Saisonbeginn die Nummer 10 der Starwings gewesen war.

Ko­vac war Topskorer, ohne dass er dafür viel schwitzen musste – und das einzige Kopf­weh der Genfer war, welchen ausländischen Profi sie pausieren lassen sollten. Die Wahl fiel auf Eric Adams – dafür durf­te der extra für die Playoffs verpflichtete Andre Willi­amson (31, 202 cm) sein Können zei­gen. Der Amerikaner, einst bei Fribourg ein sicherer Wert, wäre an diesem Abend wohl lie­ber zu Hause auf dem Sofa geblieben, er erwischte keinen guten Tag.

Am Freitag wird es in der Sporthalle zum 2. und möglicherweise letzten Playoff-Match kommen. Viel­leicht werden Les Lions de Genève beim ausländischen Quintett würfeln, wer nicht die Reise nach Birsfelden antreten muss. Genf-Trainer Stimac könnte auch seine Akteure 13 bis 18 auflaufen lassen – dies würde auch reichen.

Les Lions de Genève – Starwings 85:66 (44:38)

Salle polyvalente Pommier, Grand-Saconnex – 100 Zuschauer. – SR: Herbert/Jeanmonod/Curty.

Genève: Sabeckis (5), Derksen (14), Thomas Jurkovitz (3), Ivanov (14), Nzege (9); Maruotto (2), Natan Jurkovitz (4), Williamson (3), Jaunin (9), Kovac (20), Chabouh (2); Kuba,

Starwings: Milenkovic (11), Burns (15), Davet (6), Krill (5), Sane (10); Milon (19), Haile, Pausa.

Bemerkungen: Genève ohne US-Profi Adams (überzähliger Ausländer). - Starwings ohne Kostic, Vranic (beide verletzt) sowie Fasnacht und Waibel (beide Schule). – Viertelresultate: 23:19, 21:19 (44:38); 14:11 (58:49) und 27:17 (85:66). – 6. Haile bleibt nach einem Kurzeinsatz (zwei Minuten) verletzt auf der Bank. – Fouls: Genève 17, Starwings 16. – Zu den besten Spielern wurden gewählt: Sane und Ivanov gewählt.

Das komplette Spiel in der Wiederholung:

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