Basketball
Ein gar ungleicher Vergleich zwischen den Starwings und Massango

Die Starwings verloren ihr erstes Saisonspiel beim Titelfavoriten SAM Massagno mit 65:89 (25:50).

Georges Küng
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Branislav Kostic (rechts, im Bild gegen Lugano) durfte am Sonntag am längsten auf dem Feld stehen.

Branislav Kostic (rechts, im Bild gegen Lugano) durfte am Sonntag am längsten auf dem Feld stehen.

Edgar Hänggi / bz Zeitung für die Region

Gewisse Starwings-Exponenten, zu denen Cheftrainer Dragan Andrejevic indes nicht gehört, sind dünnhäutig und goutieren nur Berichterstattungen, welche ihrem Gusto entsprechen. Ansonsten rücken sie mit Drohungen und Zensur an. Das Positive: Die Starwings entschieden die zweiten 20 Minuten für sich. Die Birsfelder liessen sich, auch bei einem Rückstand von 32 Punkten (38:70) nach 29 Minuten nicht gehen und kämpften um jeden Ball.

Nicht nur die Amerikaner enttäuschen

Am Ende hatten die beiden US-Profis Devin Cooper (ex-Boncourt) und Center Thomas Rutherford anständige Punktzahlen. Bei Cooper muss man die Einschränkung machen, dass er die meisten Zähler dann erzielte, als die Luganesi auf Sparflamme spielten. Es war auch nicht jener Cooper, der vor einem Jahr in der Ajoie «gerockt» hatte, zu sehen. Dafür ein Rutherford, der ein sehr guter Spieler ist, aber bereits nach acht Minuten drei Fouls hatte.

Geschuldet ist dies einem Kader, das zu schmal und falsch zusammengestellt wurde. Dieser Kritik muss sich Cheftrainer Dragen Andrejevic stellen, denn was der US-Schweizer Christopher Johnson zeigte, hat mit Basketball nichts zu tun. Er soll an einem US-College gespielt haben – gestern hätte man ihn eher dem Baseball oder American Football zugeordnet. In fünf Testspielen und einem Wettkampfspiel hat er insgesamt vier Punkte erzielt und weist von der Dreierlinie eine Quote von null Prozent. Dafür fällt er in jedem Match mit fünf Fouls auf.

Auch Dylan Schommer, der immerhin fünf Jahre Ausbildung bei der Académie in Fribourg genossen hat, bewies, warum ihn der Schweizer Meister Olympic höflich, aber bestimmt nach Birsfelden gesandt hat.

Ein gut gemeinter Rat an die «Wings» und Klubtechniker – gut, Andrejevic ist da eine Einzelmaske: Kosten und Gehälter für das Duo Johnson/Schommer sparen, denn für diesen Betrag gibt es in Europa einen Top-Spieler, der pro Match 20 Punkte macht und Akzente setzt.

Die Tessiner sind überall besser

Kaum von einer schweren Bänderverletzung genesen, durfte Captain Branislav Kostic wiederum am längsten spielen. Das tat er schon in der letzten Saison, und die Starwings «prügelten» sich mit dem inferioren Nyon um Rang 8 und 9. Als Kostic ausfiel, folgte der Höhenflug, der erst im Finale endete. Vielsagend dazu die Beschreibung der beiden Kommentatoren auf dem SAM-Livestream: «Wie immer verlangsamt Kostic das Spiel...» Auf die Fortsetzung verzichten wir, sie gefällt einigen Exponenten nicht.

Massagno? Eine Liga für sich. Von der Bank konnten sie ihre zwei stärksten Amerikaner und Nationalspieler Roberto Kovac bringen. Dieses Trio kostet doppelt so viel wie das ganze Starwings-Team. Kein Wunder, dass die Bankspieler den Vergleich mit 46:2 gewannen. Erstmals erzielte Dusan Mladjan, der beste Schweizer Spieler aller Zeiten, nach den beiden NBA-Akteuren Capela und Sefolosha, keinen Punkt. Sein lakonischer Kommentar:

«Spiele gegen solch inferiore Gegner, in denen nur die Höhe des Sieges offen ist, langweilen mich.»

In einer Woche wird Boncourt zum Derby nach Birsfelden kommen. Die «Talmannschaft» aus einer 1500-Seelen-Ortschaft hat vier US-Profis und ex-Starwing Nemanja Calasan als Neo-Schweizer im Team. Etwas Positives wird man aber garantiert auch da finden.

SAM Massagno – Starwings 89:65 (50:25)

SE Nosedo. - 400 Zuschauer. - SR: Marmy/Stojcev/Gonçalves.

Massagno: Martino (6), Williams (6), Dusan Mladjan, Marko Mladjan (17), Nikolic (14); Taylor (8), James (9), Kovac (25), Hüttenmoser (3), Veri, Facchinetti (1); Karabasic.

Starwings: Cooper (23), Kostic (3), Davet (13), Vranic (7), Rutherford (17); Johnson, Schneider, Schommer (2), Fasnacht.

Bemerkungen: Massagno komplett. - Starwings ohne die Nachwuchsspieler Waibel (verletzt) so­wie Babic und Pausa (beide undisponiert). - Viertelsresultate: 28:12, 22:13 (50:25); 23:19 (73:44) und 16:21 (89:65). - Mit fünf Fouls ausgeschieden: 35. Johnson. - Fouls: Massagno 22, Starwings 27. - Zu den besten Spielern wurden Nationalspieler Kovac und Cooper (USA) gewählt.

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