Basketball
Keine Chance für den Underdog: Starwings müssen sich im Tessin geschlagen geben

Die Starwings verlieren ihr Auswärtsspiel gegen den haushohen Favoriten SAM Massagno mit 95:70. Trotz der Niederlage haben die Birsfelder den letzten Playoff-Platz sicher.

Georges Küng
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Nathan Krill war heute einer der besten Akteure bei den Starwings.

Nathan Krill war heute einer der besten Akteure bei den Starwings.

Georgios Kefalas / KEYSTONE (16. Januar)

Das Positive des Abends: Alle acht noch einsetzbaren Gästespieler blieben unverletzt. Auch die beiden Junioren Janis Pausa und Dennis Fasnacht hatten ihre symbolischen Minuten, die sie aber nicht zu nutzen wussten. Anschauungsunterricht hätten sie bei SAM Massagno gehabt, wo alle zwölf Akteure mit dem Basketball umzugehen wissen.

Die Starwings starten gut gegen den Favoriten

In der ersten Halbzeit zeigten die Gäste aus Birsfelden eine ansprechende, teilweise sogar vorzügliche Leistung und liessen sich erst in den zwei letzten Minuten abschütteln. Vorgängig hatten Starwings-Topskorer Deondre Burns und Nathan Krill, der sich stark verbessert hat, den Underdog im Spiel gehalten. Ein Lichtblick war auch Sébastien Davet, der sich mit seiner unorthodoxen Spielweise jedoch schnell Fouls einhandelte.

Der «Hammermann» kam, wie meist, im dritten Viertel, als die Starwings fünf Minuten brauchten, bis sie einen ersten Punkt erzielten. Dass US-Profi Benjamin Richardson einen Nuller produzierte, konnte Massagno, der Tabellenzweite der NLA, mit seinem breiten Kader verkraften. Die Tessiner, die sich auf die beiden Brüder Dusan und Marko Mladjan verliessen, konnten es sich sogar erlauben, mit dem 37-jährigen Uros Slokar einen Mann zu bringen, der die Sonntage sonst eher zu Hause im Wohnzimmer verbringt. Der slowenische Routinier und der Nigerianer Paschal Chuwku, der eine Körpergrösse von 218 Zentimeter mitbringt, liessen Starwings Cheikh Sane keine Chance.

Das senegalesische Center der «Wings» erwischte einen rabenschwarzen Tag. Er liess zu viele Bälle fallen und offenbarte auch am Wurf Schwächen. Warum er – neben Burns – mitunter am längsten aller Akteure spielen darf, muss Cheftrainer Dragan Andrejevic erklären. Erst nach 29 Minuten kam Yafet Haile ins Spiel. Der 205 Zentimeter grosse Innerschweizer ist talentiert, wenn auch in seinen Aktionen wild und noch nicht ausgereift.

Viele Schwachstellen und ein Lichtpunkt

Die zweite tragische Figur im Ensemble der Birsfelder ist Matthew Milon. Der zu Collegezeiten begnadete Werfer der Starwings wirkte wie Cheikh Sane völlig neben der Spur. Er stolperte über die eigenen Beine, traf viele falsche Entscheidung und stand nie dort, wo er stehen sollte. Ausserdem gelang es Branislav Kostic nicht, den Distanzwerfer dann einzusetzen, wenn er einen offenen Wurf hätte.

Einzig Deondre Burns und Nathan Krill konnten ihre Leistung abrufen und stellten sich als Hoffnungsschimmer der Mannschaft heraus. Burns ist mit Jacori Payne aus der letzten Saison zu vergleichen; sein Vorgänger erzielte oft mehr Punkte als der gesamte Rest der Mannschaft. Solange die Starwings aus dem Nichts pro Match 25 Ballverluste produzieren und Spieler wie Cheikh Sane nicht ihre Leistung abrufen können, werden es die Starwings weiter schwer haben, Spiele für sich zu entscheiden. Aber in dieser von Corona geprägten Spielzeit verkommt dies zu einer Nebensache.

Da auch der ärgste Verfolger Nyon sein Spiel verlor, ist den Baselbietern der letzte Playoff-Platz nicht mehr zu nehmen. Im nächsten Spiel dürfen die Birsfelder Starwings wieder in der heimischen Sporthalle antreten. Am kommenden Sonntag steht dort das vorletzte Hauptrunden-Spiel gegen den Viertplatzierten aus Neuchâtel an.

SAM Massagno – Starwings 95:70 (43:37)

SE Nosedo. - Keine Zuschauer. - SR: Novakovic/Tagliabue/Cid.

Massagno: Nottage (21), Dusan Mladjan (19), Richardson, Marko Mladjan (17), Chukwu (6); Mol­ten (3), Slokar (10), Marti­no (9), Andjelkovic (4), Veri (3), Hüttenmoser, Facchinetti (3).

Starwings: Kostic (4), Burns (27!), Milon (2), Davet (10), Sane (7); Milenkovic (6), Krill (14), Yafet, Pausa, Fassnacht.

Bemerkungen: Massagno komplett. - Starwings ohne Fuchs (Rücktritt), Vranic (verletzt/Saisonend­e) sowie die U20-Akteure Fassnacht (unabkömmlich) und Weibel (familiäre Gründe). - Mit fünf Fouls ausgeschieden: 36. Davet. - Fouls: Massagno 15, Starwings 22. - Viertelsre­sultate: 22:21, 21:16 (43:37); 29:17 (72:54) und 23:16 (95:70). - Zu den besten Spielern wurden Nottage und Burns ge­wählt.

Das komplette Spiel zum Anschauen: