Basketball
Rien ne va plus: Die Starwings verlieren beim Schlusslicht

Die Starwings verlieren beim Schlusslicht BBC Nyon mit 90:93 (79:79; 40:37) nach Verlängerung und machen dabei so einiges falsch.

Georges Küng
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Cheikh Sane erwischte in Nyon einen gebrauchten Tag.

Cheikh Sane erwischte in Nyon einen gebrauchten Tag.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Auswärtsspiele unter der Woche sind heikel. Dazu kamen die prekären Strassenverhält­nisse und die Coronazeit, die alles noch erschwert. Aber diese besonderen Umstände dürfen nicht für eine Niederlage herhalten, die ganz viele Fragen aufwirft. Denn am 25. November 2020 hatten die «Wings» zu Hause gegen Nyon noch mit 76:48 gewonnen und den inferioren Rivalen domi­niert.

Sane als Pluspunkt für Nyon

Gut, in der Zwischenzeit haben sich die Waadtländer mit Amir Williams (28, 211 cm) ver­stärkt. Ein US-Center, der zur gehobenen europäischen Mittelklasse gehört. Die Antwort der Starwings heisst Cheikh Sane, ist auch 28 Jahre alt und nur vier Zentimeter kleiner (also 207 cm). Aber der Auftritt in Nyon, wo der Senegalese letzte Saison unter Vertrag stand, kam einem Waterloo gleich. In der Endphase der regulären Spielzeit verwarf Sane zwei Freiwürfe, welche die Siegsicherung gebracht hätten und auch sonst leistete er sich viele Fehler.

Das erste Viertel spielten die Starwings auf normalem Level – und lagen mit bis zu 13 Punkten in Führung. Diese Leistung hätte für einen ungefährdeten Erfolg gereicht. Aber dann kamen die zahlreichen Unzulänglichkeiten (Blockstellungsfouls, Fehlpässe, Übertreten der Seitenlinie, Schrittfehler, Ballverluste beim Abspiel unter dem eigenen Korb) zum Vorschein.

Spielmacher Branislav Kostic, der sagenhafte 44 Minuten (von 45 Minuten) spielte, und Deondre Burns, wel­cher erst im letzten Viertel und der Verlängerung erwachte und punktete, rutschten insge­samt neunmal aus. Auch das passt zu diesem gebrauchten Auftritt. Warum von Nyon niemand aus­rutschte, muss wohl mit dem Schuhwerk der Gastgeber zusammenhängen.

Dass die Refs in der entscheidenden Phase, gerade beim letzten Angriff der Birsfelder, kein Foul an Burns pfiffen, der mit zwei Freiwürfen den Sieg hätte bringen können, sei auch gesagt. Ja, die Unparteiischen waren «in dubio pro Nyon» – nur, sie wären kein Faktor gewesen, wenn die Starwings eine normale Leistung abgerufen hätten.

Ein 40-Jähriger überragte alle

Mit einem Sieg hätten die Wings schon vor der einfachen, dritten Runde den 8. Platz auf sicher gehabt. Nun ist diese Rangierung wieder offen, sodass es wohl beim Match Starwings ge­gen Nyon Ende März/Anfang April zu einer «Finalissima» kommen wird.

BBC Nyon – Starwings 93:90 (79:79; 37:40) nach Verlängerung

Rocher. – 20 Zuschauer. – SR: Herbert/Demierre/Carr.

Nyon: Dufour (9), Erard (5), Zoccoletti (8), N'Doye (27!), Williams (25); Hayman (8), Van Rooij (7), Nwokeabia, Warden (4); Vannay

Starwings: Kostic (9), Burns (25), Milenkovic (9), Krill (24), Sane (7); Milon (10), Davet (6), Haile; Fasnacht, Pausa.

Bemerkungen: Nyon ohne Ivanovic (verletzt). – Starwings ohne Vranic (verletzt). – Viertelsresulta­te: 16:27, 21:13 (37:40); 18:23 (55:63), 24;16 (79:79) und 14:11 (93:90) – Mit fünf Fouls ausgeschie­den: 40. Erard. – Fouls: Nyon 23, Starwings 24. – Nyon-Center Williams wird zwischen der 4. und 12. Minute wegen einer Augenverletzung gepflegt.