Beachvolleyball
Ein Basler auf dem Weg in die Weltspitze: Florian Breer und sein neuer Spielpartner werden immer besser

Der Basler Beachvolleyballer Florian Breer und sein Teamkollege Marco Krattiger reisen durch die Welt, um sich mit den Besten im Beachvolleyball zu messen – begleitet von vielen Coronatests. Trotz vieler Turnierausfälle blickt Breer aber positiv auf das letzte Jahr zurück.

Esteban Waid
Merken
Drucken
Teilen
Florian Breer (rechts) und sein Partner Marco Krattiger (links) spielten in Mexiko drei Turniere in drei Wochen.

Florian Breer (rechts) und sein Partner Marco Krattiger (links) spielten in Mexiko drei Turniere in drei Wochen.

Archivbild: Keystone

Türkisfarbenes Wasser, Sonne und lange weisse Strände. In dieser Zeit würden sich wohl viele an einen Ort wie Canún in Mexiko wünschen. Die Postkartenkulisse, die einmal im Jahr von amerikanischen Studenten am Spring Break auf den Kopf gestellt wird, war vergangene Woche der Mittelpunkt der Beachvolleyballwelt, wo sich die besten Athletinnen und Athleten messen. Unter ihnen ist auch der Basler Florian Breer.

Seit fast drei Wochen sind er und sein Spielpartner Marco Krattiger in Mexiko und bestreiten dort drei Turniere. Aber dieses Paradies geniessen können sie kaum, erzählt Breer am Telefon. «Es ist ein schöner Ort, um hier drei Wochen zu verbringen, aber schlussendlich sind wir hier in einer Bubble und müssen uns an strenge Vorschriften halten, werden alle zwei Tage getestet. Da ist nicht viel mit Am-Strand-Liegen und Cocktails-Schlürfen», sagt er und lacht. Und gute Leistungen erzielen will er schliesslich auch. Von allen teilnehmenden Athleten in Mexiko sind Breer und Krattiger das einzige Männerduo, das alle drei Qualifikationen überstanden hat.

Dass an einem Ort gleich drei Turniere gespielt werden, ist nicht üblich – Corona verlangt aber nach solchen Lösungen. Alle sind getestet und bereits an einem Ort. Das musste im Olympiajahr ausgenutzt werden, sorgt aber auch für keine einfachen Bedingungen. Hinzu kommen die hohe Luftfeuchtigkeit, Hitze und Wind. «Es können sicher nicht alle gleich gut damit umgehen. Da können drei Wochen sehr lang werden. Da hilft es, dass wir es untereinander gut haben, weil man die meiste Zeit mit seinem Spielpartner verbringt», erzählt Florian Breer.

Das Duo muss sich erst noch finden

Breer und sein Partner Marco Krattiger sind dabei noch gar nicht so lange Spielpartner. Offiziell bestreiten sie erst seit Juli des vergangenen Jahres gemeinsam Turniere. Mit Corona war das keine einfache Zeit, um in eine sportliche Partnerschaft zu starten. International und auch national wurden fast alle Turniere abgesagt, lediglich gegen Ende des vergangenen Sommers konnten wenige Turniere gespielt werden.

Für die zwei Schweizer liefen diese erfolgreich. Im vergangenen Jahr gewannen die beiden überraschend das Einladungsturnier King of the Court in Utrecht, bei der EM erreichten sie den fünften Rang und auch beim Nations Clash in Düsseldorf räumten sie im Februar als zweites Schweizer Team ab. «Es hat geholfen, dass wir am Anfang relativ erfolgreich waren, aber ein Dreivierteljahr ist sicher noch nicht lange», sagt Breer.

Um als frisches Team Wettkampfpraxis zu sammeln, gibt es sicher geeignetere Zeitpunkte. Welche Hürden Corona sonst noch bereithat, zeigte sich im März in Doha. Die Tests des Duos waren vor dem Abflug und bei der Ankunft in Katar negativ. Erst ein Tag vor dem ersten Spiel kam bei Marco Krattiger ein positives Testergebnis an. Die Reise nach Doha war umsonst. Wegen der Infektion konnten sie keine Spiele bestreiten. «Er musste dann auch noch zehn Tage im Hotelzimmer in Doha bleiben», erinnert sich Florian Breer. Die Planung während der Pandemie ist umständlicher, anstrengender und vor allem ungewisser.

Acht Siege durften Florian Breer und Marco Krattiger in Mexiko bejubeln.

Acht Siege durften Florian Breer und Marco Krattiger in Mexiko bejubeln.

Bild: FIVB

In Mexiko lief es dafür besser: 13 Spiele konnten sie bestreiten. Acht davon haben sie gewonnen. Das macht zwar müde, die guten Leistungen motivieren aber auch. Und wichtig scheint vor allem, dass sie überhaupt spielen können und weiter Spielpraxis sammeln. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt jetzt aber nicht, denn am 6. Mai geht es schon wieder weiter. Dann steht die zweite Phase des Continental Cups im österreichischen Baden an. Eine der letzten Chancen, vielleicht doch noch an die Olympischen Spiele in Tokio zu fahren, weil Breer und Krattiger keine 12 Turniere spielen konnten, die es für den üblichen Qualifikationsweg über die Weltrangliste braucht.

Damit das klappt, müssen viele Puzzlestücke ineinanderpassen. Unter anderem muss ein Schweizer Duo das Turnier in Österreich gewinnen, damit es einen zusätzlichen Startplatz für Olympia gibt. «In Tokio dabei zu sein, ist sicher das Ziel und wir geben alles, um das zu schaffen. Aber es lohnt sich nicht, zu viele Gedanken daran zu verschwenden, weil so viel zusammenpassen muss», sagt Breer. Falls es dieses Jahr nicht klappt, ist Olympia 2024 auf jeden Fall ein Ziel für Breer und Krattiger. Bis dahin bleibt auch genug Zeit für das Duo, um genug Spielpraxis zu sammeln. Aber schon jetzt gelten sie als die Schweizer Nummer 2 hinter Adrian Heidrich und Mirco Gerson.