Besitzverhältnisse
David Degen und die Rey-Krayers im Hauptbesitz des FC Basel: So sieht die Aktienverteilung aus

Wie angekündigt hat David Degen Teile seiner Aktien an der FC Basel Holding AG weiter verkauft. Die Reys übernehmen einen Grossteil. Ausserdem taucht ein neuer Name rund um den neuen FCB auf.

Céline Feller
Drucken
Teilen
Verwaltungsrats-Präsident Reto Baumgartner (links) mit David Degen (Mitte), der fortan 40 Prozent an der FC Basel Holding AG halten wird und Andreas Rey-Krayer, der mit seiner Frau zusammen 36,82 Prozent besitzen wird.

Verwaltungsrats-Präsident Reto Baumgartner (links) mit David Degen (Mitte), der fortan 40 Prozent an der FC Basel Holding AG halten wird und Andreas Rey-Krayer, der mit seiner Frau zusammen 36,82 Prozent besitzen wird.

Freshfocus

Es soll keine Alleinherrschaft beim FC Basel mehr geben. Diese Worte wiederholte David Degen am 11. Mai diverse Male. An diesem Tag trat er erstmals offiziell als Käufer des Aktienpakets von Bernhard Burgener an der FC Basel Holding AG auf. 91,96 Prozent vereinte der frühere Präsident und Besitzer bei sich, die restlichen 8,04 Prozent waren wie schon in der Ära vor Burgener bei verschiedenen Kleinaktionären verteilt.

Letzteres ist auch heute noch so. Degen aber, der in einer seit dem 11. Mai andauernden Übergangsphase die Anteile Burgeners ebenfalls auf sich vereinte, hat nun Wort gehalten. Wort, kein Alleinherrscher sein zu wollen und grosse Teile seines Aktienpaketes an weitere Verwaltungsräte abzutreten. Zum einen als Verdeutlichung der breiteren Abstützung der FC Basel Holding AG, die 75 Prozent an der FC Basel 1893 AG hält. Zum anderen aber auch, weil Degen sich mit dem Kaufpreis von 16,4 Millionen Franken auf ein grosses finanzielles Risiko eingelassen hat. Eines, das er als «all in» betitelt hatte.

Die Besitzverhältnisse der FC Basel Holding AG

Die Aufteilung der Aktien

- David Degen: 40,00%
- Ursula Rey: 18,41%
- Andreas Rey: 18,41%
- Johannes Barth, Dani Büchi, Marco Gadola, Dan Holzmann: zusammen 15,14%

Die restlichen 8,04% der Aktien sind im Besitz der bisherigen Kleinaktionäre Manor AG, J. Safra Sarasin, Novasearch AG, MCH Group AG und Weitnauer Holding AG.

Am Mittwoch nun hat der FCB mitgeteilt, wie die Aktien verteilt sind. Degen wird von den 91,96 Prozent fortan 40 Prozent halten. Die weiteren 51,96 werden wie folgt vergeben: Ursula Rey-Krayer und Andreas Rey-Krayer halten je 18,41 Prozent. Somit besitzen das Ehepaar gemeinsam 36,82 Prozent und ist neben Degen die starke Kraft. Wie der FCB betont, ist der Kaufpreis der Aktien identisch mit jenem, den Degen Burgener bezahlt hat. Die restlichen 15,14 Prozent teilen sich die Verwaltungsräte Johannes Barth und Marco Gadola, der Delegierte des Holding-Verwaltungsrates, Dani Büchi sowie Dan Holzmann zu unbekannten Teilen auf.

Ein neuer Name im FCB-Kosmos

Mit Holzmann taucht derweil ein neuer Name im FCB-Kosmos auf, der jedoch kein Unbekannter in der Unternehmer-Szene ist. 2016 gehörte er mit einem Vermögen von 325 Millionen Franken zu den reichsten 300 Schweizern. Sein Geld machte er in seinen 23 Jahren als Präsident und CEO bei der us-stämmigen Firma Juice Plus+.

Einem Unternehmen, das Vitaminkapseln vertreibt. Verbindungen zum Sport hat er insofern, als dass er die ehemalige Weltnummer 1 im Frauentennis, Ana Ivanovic, entdeckte, förderte und als Mäzen unterstützte. Holzmann dürfte ob seiner Beteiligung bald auch Verwaltungsrat in der Holding werden.

Dan Holzmann an einem Turnier-Einsatz der ehemaligen Tennisspielerin Ana Ivanovic, welche er entdeckte und als Mäzen förderte.

Dan Holzmann an einem Turnier-Einsatz der ehemaligen Tennisspielerin Ana Ivanovic, welche er entdeckte und als Mäzen förderte.

Freshfocus

Spannend ist aber vor allem die Rolle der Reys. Beide sind eher öffentlichkeitsscheu, viel ist nicht bekannt über sie. Andreas Rey arbeitete einst in der Bank Sarasin und verliebte sich in dieser Zeit in die Tochter des Verwaltungsratspräsidenten der Bank Sarasin, Georg Krayer. Das Geld der Reys ist also Sarasin-Geld, einfach nicht von der Familie der Sarasins, welche sich in Person von Eric Sarins ihrerseit ebenfalls für eine Beteiligung am FCB interessierte. Keine finanzielle Beteiligung am FCB haben derweil die zwei weiteren Holding-Verwaltungsräte Christian Gross und Sophie Herzog sowie Präsident Reto Baumgartner.

Aktuelle Nachrichten