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Boykott-Aufruf entzweit die FCL-Fanlager – Investorensprecher Affentranger beruhigt die Fans mit Versprechen

Choreo der Fans vor dem Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und den Young Boys Bern am 1. Februar 2020 in der Swissporarena.

Choreo der Fans vor dem Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und den Young Boys Bern am 1. Februar 2020 in der Swissporarena.

Die USL will keine Saisonkarten kaufen, bis die FCL-Besitzverhältnisse geklärt sind. Anderer Meinung sind die Vereinigten Fanclubs. Vom runden Tisch um die finanzstarken Aktionäre Bernhard Alpstaeg und Samih Sawiris kommt via Sprecher Bruno Affentranger die Botschaft, dass sehr sorgfältig nach seriösen neuen Geldgebern gesucht wird.

Die Supportervereinigung USL veröffentlichte am vergangenen Donnerstag eine Mitteilung mit dem Titel: «Keine neue Saisonkarte ohne klare Verhältnisse.» Diese Anhänger-Gruppe, die in Nicht-Coronazeiten die Heimspiele des FC Luzern im Stehplatzsektor besucht, schreibt von den Sorgen um die Zukunft des Vereins. Nicht unberechtigt, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass der FCL an Ausländer verkauft werden könnte.

Die USL macht in der Mitteilung auf die Gefahren aufmerksam. Wegen dubioser ausländischer Investoren waren in der Vergangenheit Schweizer Fussballclubs in grosse Schwierigkeiten geraten. Man denke nur an Neuchâtel Xamax mit dem Tschetschenen Bulat Tschagajew, Servette mit Marc Roger aus Frankreich oder den FC Wil, der über Jahre türkischen und ukrainischen Investoren gehörte.

Club soll eigenständig und lokal verankert bleiben

Keine Lust hat die USL auch auf einen FCL-Verkauf an ein chinesisches Finanzkonstrukt, wie das beim Rekordmeister GC kürzlich passiert ist. Aber auch ein internationaler Chemiegigant wie Ineos, dem Lausanne-Sport gehört, kommt für die Supporter nicht in Frage. «Unser Fussballclub muss eigenständig und lokal verankert bleiben», lautet die klare Forderung der USL.

Von den Aktionären Bernhard Alpstaeg, Samih Sawiris, Marco Sieber, Hans Schmid und Josef Bieri fordert sie, endlich Klarheit zu schaffen, «an was oder wen wir uns künftig orientieren können». Bis diese Angelegenheit nicht geklärt ist, wird die USL gemäss der Botschaft allen anderen FCL-Fans und Sponsoren empfehlen, keine Saisonkarten 2020/21 zu kaufen.

Auf diese Aufforderung haben gestern die Vereinigten FCL-Fanclubs (VFFC) reagiert. In einer Stellungnahme schreiben sie, dass sie «mit grossem Erstaunen» vom Boykottaufruf der Fan-Gruppierung USL Kenntnis nehmen.

Auch die VFFC, die als markantesten Unterschied zur USL keine Pyros im Stadion dulden, ist der Meinung, «dass in der zukünftigen Investorenfrage eine regionale Lösung ganz klar im Vordergrund stehen muss». VFFC-Präsident Hugo Ottiger: «In dieser Sache sind wir uns mit der USL einig. Aber dies mit der aktuellen Lage zu vermischen, erachten wir als unredlich. Mit einem Boykottaufruf an die Saisonkartenkäufer etwas erzwingen zu wollen, ist kein geeignetes Mittel und eines echten FCL-Fans unwürdig.» Der Club sei völlig unverschuldet wegen des Lockdown in die aktuelle Situation geraten. Ottiger: «Die VFFC rufen deshalb alle Leute mit einem blau-weissen Herz auf, den FCL zu unterstützen. Lautstark im Stadion, aber vor allem auch mit dem Kauf der Saisonkarten 2020/21.»

Aktionäre geben sich nach wie vor bis September Zeit

Auf eine klare Bekanntgabe zur Zukunft müssen die Fans noch warten. Die Investoren des FC Luzern geben sich wie angekündigt bis September Zeit. «Solche Prozesse brauchen Monate – zudem ist Covid-19 dazwischen gekommen, was auch Investorengespräche verzögert.

Bruno Affentranger ist der Sprecher der FCL-Investoren.

Bruno Affentranger ist der Sprecher der FCL-Investoren.

Wir gehen sehr sorgfältig vor», versichert Bruno Affentranger, der Sprecher des runden Tisches mit den Investoren Alpstaeg und Sawiris. Affentranger beruhigt die Fans:

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