Nach dem Triumph die Enttäuschung: Brägger verpasst Medaille

Am zweiten Tag der Schweizer Meisterschaften in Frauenfeld schafft Pablo Brägger den Sprung auf das Podest nicht. Im K.-o.-Wettkampf setzen sich Benjamin Gischard und Ilaria Käslin durch.

Merken
Drucken
Teilen
Pablo Brägger verpasst am zweiten Tag in Frauenfeld eine Medaille, nachdem er am Samstag Gold holte. (Bild: Daniel Mihalescu/AFP)

Pablo Brägger verpasst am zweiten Tag in Frauenfeld eine Medaille, nachdem er am Samstag Gold holte. (Bild: Daniel Mihalescu/AFP)

«Das Duell» hat in diesem Jahr bei den Kunstturn-Schweizermeisterschaften die traditionellen Gerätefinals vom Sonntag abgelöst. Dabei traten jeweils zwei Turnende im K.-o.-System gegeneinander an, wobei nur derjenige mit der besseren Note sich für die nächste Runde qualifizieren konnte.

Nach ihrem Mehrkampf-Titel am Vortag, doppelte Ilaria Käslin gestern nach. Die Tessinerin gewann «Das Duell» an ihrem Paradegerät Stufenbarren. Käslin (12.650) setzte sich im Final gegen Leonie Meier (11.650) durch. Die Aargauerin musste am Stufenbarren jedoch einen Sturz in Kauf nehmen. Den kleinen Final entschied Anina Wildi (12.050) für sich. Wildi turnte am Stufenbarren, während Stefanie Siegenthaler (11.900), welche Vierte wurde, am Boden antrat.

Bei den Männern lautet der Duell-Sieger Benjamin Gischard. Der Mehrkampf-Silbermedaillen-Gewinner überzeugte im Final gegen Christian Baumann am Boden. Gischards Note: 14.350. Sein Finalgegner erhielt an den Ringen eine Punktzahl von 13.800. Keine Medaille gab es hingegen für Mehrkampf-Meister Pablo Brägger. Der Ostschweizer musste sich im kleinen Final gegen Noe Seifert geschlagen geben. Bräggers 13.150 am Pferdpauschen reichten nicht aus, um Seiferts Bodenübung zu übertrumpfen. Der Aargauer Seifert wurde mit einer 14.200 belohnt und feierte damit den Gewinn der Bronzemedaille.

Brägger wird Mehrkampf-Schweizer-Meister

Pablo Brägger und Ilaria Käslin kürten sich in Frauenfeld zu den Schweizer Meistern im Mehrkampf. Während der Ostschweizer seinen dritten Titel holte, feierte die 20-jährige Tessinerin in Abwesenheit der verletzten Giulia Steingruber ihre Premiere.

Perfekt verlief der Wettkampf auch für Pablo Brägger nicht. Der Reck-Europameister von 2017 stürzte gleich zum Auftakt an seinem Paradegerät, und auch später am Sprung musste er einen Sturz in Kauf nehmen. Doch da auch seine Kollegen nicht fehlerfrei durch den Wettkampf kamen, reichte es dem St. Galler dank eines starken Vortrags zum Abschluss am Barren zum dritten Titelgewinn im Mehrkampf nach 2011 und 2015.

«Nach dem Reck hätte ich nicht gedacht, dass ich den Titel noch holen würde», sagte Brägger, der den vor dem letzten Gerät spannenden Dreikampf am Ende mit knapp einem halben Punkt vor Benjamin Gischard und Christian Baumann für sich entschied und sich damit auch einen Startplatz für die Weltmeisterschaften Ende Oktober in Doha sicherte. «Ich bin zufrieden, auch wenn nicht alles perfekt gelaufen ist», so Brägger. «Aber im Hinblick auf die WM muss es wie bei allen noch einen Schritt vorwärts gehen.» Auf eine Teilnahme an den Europameisterschaften in Glasgow im August hatte Brägger aufgrund des Trainingsrückstands als Folge einer Arthroskopie im rechten Knie verzichtet. (pd/sda)