Schweizer Cup

Bua erledigt die Young Boys praktisch im Alleingang

Kevin Bua (ganz links) jubelt nach seinem zweiten Streich im Cup gegen YB.

Kevin Bua (ganz links) jubelt nach seinem zweiten Streich im Cup gegen YB.

Der FCZ-Flügelspieler ist beim 3:1-Sieg im Cup-Achtelfinal die grosse Figur. YB verliert nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit zum ersten Mal unter Trainer Adi Hütter im Stade de Suisse.

Es ist die grosse Erlösung für Sami Hyypiä: Mit einem 3:1-Sieg bei den bisher unter Adi Hütter im Stade de Suisse ungeschlagenen Young Boys hat der umstrittene finnische Trainer des FC Zürich mit seinem Team die Viertelfinals im Schweizer Cup erreicht und für sich einen Befreiungsschlag gelandet. «Wir haben heute vielleicht nicht besonders schön gespielt. Aber mit dieser Art haben wir gegen einen starken Gegner gewonnen und die nächste Runde erreicht», sagte Hyypiä. Zum Matchwinner für den FCZ war Kevin Bua mit zwei Toren und einem Assist geworden. Der von Servette gekommene Flügelstürmer hatte wohl die beste Partie seiner Karriere abgeliefert.

Das Spiel war lange Zeit weit entfernt von jenem Spektakel gewesen, das die beiden Mannschaften vor viereinhalb Jahren an gleicher Stelle bei ihrem letzten Cup-Aufeinandertreffen dem Publikum geboten hatten. Als die Berner unter Trainer Vladimir Petkovic einen 0:3-Rückstand aufgeholt hatten, in der Verlängerung und nach einem Tor von Xavier Margairaz in der 116. Minute dem Team von Urs Fischer in diesem Viertelfinal aber noch unterlegen waren.

Spielen, als geht es um Leben und Tod

Was indes nicht bedeutete, die Teams hätten nicht auch gestern mit grossem Engagement gekämpft. Im Gegenteil. Die Akteure waren sich sehr wohl bewusst, dass angesichts ihrer Tabellenstände in der Super League bei einer Niederlage eine trostlose Fortsetzung der Saison drohen würde. Zumal sich die beiden Vereine ja längst auch aus dem Europacup verabschiedet hatten. Sie rannten wie wild und kämpften um jeden Ball.

So entwickelte sich ein hektisches und wirres Spiel, das auf dem gewässerten Kunstrasen hohe technische Anforderungen an die Spieler stellte; für manche zu hohe. Es gab unzählige Fehlpässe und Ballverluste, aber nur wenige Torchancen zu sehen. YB hatte durch Yuya Kubo und Raphael Nuzzolo zwei Möglichkeiten, der FCZ durch Christian Schneuwly eine.

Nach der Pause wurde das Geschehen attraktiver. Mario Gavranovic verfehlte das Lattenkreuz mit einem bemerkenswerten 20-Meter-Schuss äusserst knapp. Es schien der Weckruf für die Berner zu sein. Diese begannen endlich, jenes Ballbesitzspiel aufzuziehen, das Hütter sehen will. Sie drängten die Zürcher zurück, kamen durch Leonardo Bertone und Nuzzolo prompt zu erstklassigen Chancen und nach einem Schuss von Renato Steffen reklamierten sie einen Penalty; monierten, Cédric Brunner habe den Ball mit der Hand gespielt.

Doch just, als es eine Frage der Zeit schien, bis YB das 1:0 schiessen würde, schlugen die Zürcher zu, als sich eine Flanke von Kevin Bua hinter YB-Goalie Yvon Mvogo ins Tor senkte (62.). Nur drei Minuten später glich YB durch Alexander Gerndt (65.) zwar aus, doch die erwartete Fortsetzung des Sturmlaufs der Gelbschwarzen blieb aus.

«Wir sind enttäuscht»

Die Gäste andrerseits hatten sich auch durch eine Verletzung ihres CupGoalies Anthony Favre, den Stammkeeper Yanick Brecher ersetzte, nicht aus der Fassung bringen lassen. Christian Schneuwly auf Zuspiel von Bua traf zum 2:1 (83.), und zwei Minuten später krönte Bua mit dem 3:1 seine überragende Vorstellung.

«Wir sind enttäuscht, haben in der zweiten Halbzeit enorm viel Druck gemacht, aber nach einem ärgerlichen Ballverlust das Spiel verloren. Jetzt wollen wir am Sonntag in der Liga Revanche am FCZ nehmen», sagte Hütter.

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