Conference League
Ein Punkt auf der Suche nach Feuer: Der FC Basel spielt gegen Qarabag 0:0

In Aserbaidschan erspielt sich der FC Basel gegen Qarabag FK in der ersten Runde der Conference League ein 0:0. Es ist ein schmeichelhaftes Resultat weil der FCB vorne selten angreift und hinten Chancen zulässt.

Céline Feller
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Die Defensive um Heinz Lindner war heute gefordert und hielt stand.

Die Defensive um Heinz Lindner war heute gefordert und hielt stand.

Aziz Karimov / AP

Es gibt ihn, diesen Moment in der zweiten Halbzeit, da beschleicht einen ein Gefühl: Der FC Basel kann mit einem 0:0 leben. Mit dem daraus resultierenden Punkt. Sehr gut sogar. Was vor dem Spiel vielleicht noch überrascht hätte, zeichnet sich mit zunehmender Dauer dieses ersten Gruppenspiels des FCB in der Conference League gegen Qarabag FK ab. Phasenweise muss man gar sagen: der FC Basel muss mit diesem Punkt gut leben können. Denn mehr, das hat er nicht verdient nach dem Gezeigten in Aserbaidschan. Es ist wie so oft zuletzt wenig inspiriert, wenig ideenreich.

Wie schwierig dieses Spiel für den Gast aus Basel werden würde, zeichnet sich schnell und vor allem deutlich ab. Im ersten Durchgang braucht der FCB extrem lange, um in die Partie zu finden – zumindest in der Vorwärtsbewegung. Denn erst nach 42 Minuten zeigt das Team ein erstes Mal: Ja, wir möchten auch offensiv Akzente setzen. Bis zu der in dieser Minute parierten guten Chance von Raoul Petretta ist der FCB offensiv nämlich quasi inexistent. Petrettas Schuss ist der erste und auch einzige der Basler, der aufs Tor fliegt. Es ist bezeichnend.

Was die Basler nach vorne nicht hinkriegen, bringt dafür Qarabag auf den Rasen: Zug, Druck, Abschlüsse. Der grösste Erfolg für den FCB ist es nach 45 Minuten gar, kein Tor bekommen zu haben. Denn erst rettet Heinz Lindner in der 10. Minute gut gegen Jaime Romero, dann muss Eray Cömert, der von seiner Gehirnerschütterung genesen ist, seinen Körper in der 18. Minute sehr gut einsetzen, um einen Ball abzulaufen. Es sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wer im ersten Durchgang dominiert.

Das Glück des inexistenten VARs

Der FCB lässt den Gegner oft zu lange gewähren – oder besser, bis zu tief in die Zone vor Lindner. Direkt vor ihm aber sind die Basler sortiert und können den Ball jeweils noch weg spedieren. Vor allem weil Cömert eine ganz starke Partie zeigt, seine Tacklings perfekt getimt sind, sein Fuss immer noch dazwischen. Und auch Nebenmann Andy Pelmard gefällt.

Aber es ist dennoch ein heisses Spiel, diesen Gegner, der definitiv mehr Qualitäten hat, als seine überschaubare Bekanntheit vermuten liesse, so aufspielen zu lassen. Spätestens in der 39. Minute müssten die Bemühungen Qarabags gar belohnt werden. Da springt der Ball im Strafraum an die Hand von Wouter Burger. In einem Wettbewerb mit VAR – in der Conference League verzichtet die Uefa darauf – müsste in diesem Moment ein Penalty gegen die Basler gepfiffen werden. Die Führung wäre verdient.

Eray Cömert verteidigt mit allem was er hat, manchmal auch sehr akrobatisch.

Eray Cömert verteidigt mit allem was er hat, manchmal auch sehr akrobatisch.

Aziz Karimov / AP

Während Qarabag über die ganze Spieldauer eindrücklich zeigt, wieso es das beste Team neben dem FCB in dieser Gruppe ist, spürt man auf Basler Seite, dass in gewissen Momenten vielleicht die Unbekümmertheit eines Sebastiano Esposito fehlt, seine Kreativität, oder auch die Abgezocktheit eines Fabian Frei und seine guten Pässe in die Tiefe.

Im zweiten Durchgang wird es nicht besser. Statt hoch zu pressen, steht der FCB enorm tief. Immer wieder treten die Abwehrspieler in Erscheinung, kaum aber ein Arthur Cabral. Zwar hat der Brasilianer kurz vor Ende der regulären Spielzeit ebenfalls noch eine Grosschance, sie wird jedoch von den eindrücklichen Paraden Lindners Minuten zuvor und danach in den Schatten gestellt. Der Basler Goalie, er hält den Punkt fest.

Diesen Punkt, der für den FCB ein gewonnener ist, ein schmeichelhafter. Er ist angesichts der Reise okay. Auswärts in Baku etwas mitzunehmen wird wohl auch reichen, um in dieser Gruppe etwas erreichen zu können. Vor allem, weil es das erste von sechs Spielen war und auch Almaty und Nikosia die Punkte geteilt haben. Damit ist alles offen. Der FCB muss sich aber auf der langen Heimreise bewusst werden, dass er wieder mehr zeigen muss. Nicht nur im Rückspiel gegen Qarabag, sondern ganz allgemein. Er muss sein – vor allem offensives – Feuer wieder finden.

Qarabag – FC Basel 0:0

Baki Olimpiya Stadionu. – SR Erik Lambrechts (Belgien). Tore: Keine.

Qarabag: Magomedaliyev; Abbas Hüseynov, Medvedev, Medina, Bayramov; Garayev, Andrade; Romero (46. Vesovic), Kady, Zoubir; Wadji (73. Sheydayev).

Basel: Lindner; López (69. Lang), Cömert (81. Durrer), Pelmard, Petretta (81. Tavares); Burger (69. Xhaka), Kasami; Ndoye (58. Millar), Males, Stocker; Cabral.

Bemerkungen: Qarabag ohne Cafarquliyev und Badavi Hüseynov (beide verletzt). Basel ohne Frei, Esposito, López, Padula, Quintillà und Zhegrova. Ersatzbank Basel: Nikolic, Gebhardt, Lang, Millar, Tushi, Durrer, Tavares, Xhaka, Palacios, Chipperfield, Fernandes. – Verwarnungen: 26. Burger (Foul). 51. Kasami (Foul). 92. Millar (Foul). – 300. Spiel von Taulant Xhaka für den FCB.

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