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Schmeichelhafter Sieg: Der FC Basel wird in Budapest fürstlich belohnt

Der FC Basel findet gegen Ujpest nie ganz in die Spur, gewinnt aber trotzdem mit 2:1. Ein Spieler erlebte dabei einen besonders bitteren Abend.

Céline Feller aus Budapest
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Da ist die Welt wieder in Ordnung: Darian Males netzt zum 2:1 ein.

Da ist die Welt wieder in Ordnung: Darian Males netzt zum 2:1 ein.

Zsolt Szigetvary/EPA

Es war ja ein bisschen überraschend, wie gut der FC Basel in diese Saison gestartet war. Vor allem, wenn man sich überlegt, was im Verein gerade alles umgestellt wird und wie viele Transfers bislang vorgenommen wurden. Davon völlig unbeeindruckt zeigten sich die Spieler auf dem Platz. Aus vier Spielen resultierten vier Siege, drei davon zu null. Der FC Basel war so was von in der Spur, dass es fast schon Angst machte. Gestern Abend aber ist er etwas neben ebendiese Spur geraten. Etwas sehr weit sogar.

Was der FCB vor allem in der ersten Halbzeit, phasenweise aber auch im zweiten Durchgang im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde gegen Ujpest Budapest zeigt, ist so schwach, dass man sich zweimal fragen muss, ob da in den Trikots wirklich jene Spieler von den vergangenen vier Partien stecken oder deren etwas weniger begabte Zwillinge. Sinnbild dafür ist Pajtim Kasami. Jeder der zahlreichen Angriffe der Ungaren in den ersten Minuten läuft über Kasami. Er verliert Zweikämpfe, Bälle und die Übersicht. Kasami ist so neben der Spur, dass FCB-Trainer Patrick Rahmen ihn nach nur 39 Minuten auswechselt.

Zwei Minuten später passiert dann, was sich abgezeichnet hatte: Ujpest geht in Führung. Absolut verdient. Und passenderweise nach einem eigenen Fehler der Basler. Ein Aufbaupass von Matías Palacios wird abgefangen, danach spielen die Budapester einen weiten, hohen Ball über Fabian Frei, der dem fliegenden Spielgerät nur zuschauen kann. Yohan Croizet bekommt den Ball, läuft alleine auf Heinz Lindner zu, der zu diesem Zeitpunkt schon zwei 100-prozentige Chancen mit starken Paraden vereiteln konnte, umkreist den Keeper und schiebt zum 1:0 ein. Es ist der erste Rückstand zur Pause in dieser Saison.

Was Rahmen dann nach den ersten 45 Minuten in der Kabine sagt, ist nicht überliefert. Die Mannschaft aber kommt nicht nur personell verändert zurück, sondern auch, was die Präsenz und die Spielart betrifft. Mit der zweiten Chance nach Wiederanpfiff erzielt Arthur Cabral in der 55. den Ausgleich. Doch nach diesen zehn Minuten scheint der Effekt der Pausenansprache verpufft. Der FCB findet zurück zu seiner Erste-Halbzeit-Form, wackelt in der Defensive, benötigt Glück. Cömert und Fabian Frei sind nicht nur einmal einen Schritt zu spät. Und im defensiven Mittelfeld bekommen Palacios und Jordi Quintillà fast keinen Zugriff auf diese Partie.

Die erhoffte Ausgangslage fürs Rückspiel

So ist der FCB abhängig von der Klasse einzelner Akteure. Mit einer guten Flanke nämlich findet die Basler Lebensversicherung Arthur Cabral in der 74. Minute den Kopf von Darian Males, der den FCB mit 2:1 in Führung bringt. Zwar erzielt er den Treffer aus einer offsideverdächtigen Position, das Tor zählt aber. Es ist eine schmeichelhafte Führung für die Basler, die nie ganz in die Spur finden in diesem Spiel. Am Ende gewinnen sie dieses aber dank ebendiesem Males-Tor und holen sich eine bessere Ausgangslage, als der Verlauf des Abends lange hätte vermuten lassen. Mit diesem 2:1 haben die Basler jene Ausgangslage, die sich als selbsterklärter Favorit für das Rückspiel erhofft und errechnet hatten.

Dennoch stellen sich diverse Fragen nach diesem Sieg. Wo steht der FCB wirklich? War das nur ein Ausrutscher oder das 6:1 gegen Sion ein Ausreisser? Eine erste Antwort kann der FCB am Sonntag geben, wenn es gegen Servette geht. Dann muss aber eine Leistungssteigerung bei allen Feldspielern her. Ansonsten könnte es dann zu einem ersten Punktverlust kommen.

Telegramm

Ujpest FC – FC Basel 1893 1:2 (1:0)

Szusza Ferenc Stadion. – SR Jérôme Brisard (Frankreich).
Tore: 40. Croizet 1:0 (Onovo). 55. Cabral 1:1. 74. Males 1:2 (Cabral).

Ujpest: Banai; Kastrati, Koutroumbis, Abdoulaye; Onovo; Antonov, Mitrovic, Csongvai (90. Jevtoski), Pauljevic (80. Simon); Croizet (80. Katona); Tallo (35. Mucsanyi).

FC Basel: Lindner; Lang (68. López), Frei, Cömert, Pelmard; Kasami (39. Males), Quintillà; Zhegrova (46. Millar), Palacios (89. Xhaka), Stocker (68. Esposito); Cabral.

Bemerkungen: FCB ohne Djiga, Padula, Nikolic, Durrer (verletzt) und Petretta (rekonvaleszent). Ersatzbank FCB: Spycher, Gebhardt, Cardoso, Esposito, Millar, Males, López, Xhaka, Sene, Tushi. – Verwarnungen: 34. Abdoulaye (Foul). 49. Antonov (Foul). 93. Millar (Foul). – 6. Lindner lenkt Schuss von Pauljevic an den Innenpfosten.

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