1,2 Milliarden Euro hat die Premier League diesen Sommer in neue Spieler investiert, doch am ersten Spieltag der Champions League konnte vom Quartett aus England nur gerade der FC Chelsea punkten. Arsenal und Manchester United kassierten zum Auftakt peinliche Niederlagen gegen Zagreb und Eindhoven, und die Millionentruppe von Manchester City verlor trotz Führung gegen Juventus Turin, das in der Serie A mehr schlecht als recht in die Saison gestartet ist.

Die Erfolglosigkeit der Engländer in der Champions League nimmt in den letzten Jahren traditionelle Züge an. Mit Ausnahme von Chelsea, das nach dem Triumph 2012 vor zwei Jahren noch einmal den Halbfinal erreichte und sich am ersten Spieltag der neuen Saison gegen den FC-Basel-Schreck Maccabi Tel Aviv beim 4:0-Heimsieg keine Blösse gab, enttäuschten die anderen Vertreter auf ganzer Linie.

Manchester United, immerhin Finalist 2011, kam seither nicht über den Viertelfinal heraus und konnte sich im letzten Jahr nicht mal qualifizieren. Arsenal scheiterte in den letzten fünf Jahren immer im Achtelfinal und bleibt ebenso hinter den eigenen Ansprüchen wie der Scheich-Klub Manchester City. Bei den bisherigen vier Teilnahmen überstanden die Citizens keine einzige K.-o.-Runde und scheiterten zweimal schon in der Gruppenphase. Sage und schreibe 760 Millionen investierte City in diesem Zeitraum für neue Spieler. Auch vor dieser Saison gaben die Londoner über 200 Millionen Euro aus, der Spitzenwert in Europa.

Bundesliga hat die Premier League überholt

In der Uefa-Fünfjahreswertung liegt England hinter Spanien und Deutschland nur noch auf Platz drei. Spanien liegt unangefochten an der Spitze, hat England in dieser Hinsicht längst den Rang abgelaufen und stellt erstmals fünf Teilnehmer in der Champions League. Auch die Bundesliga hat die Premier League mittlerweile überholt. In dieser Saison bauen die beiden Ligen bislang ihren Vorsprung auf die Engländer aus. Von den neun Teams aus Spanien und Deutschland konnten sechs ihre Auftaktspiele gewinnen, nur Gladbach und Valencia mussten eine Niederlage einstecken.

Gladbach trifft nun am Mittwoch zu Hause auf Manchester City. Stadtrivale United trifft auf den VfL Wolfsburg. Die beiden Teams aus Manchester sind gefordert. Verlieren sie auch gegen die Konkurrenten aus der Bundesliga, wird es schwer, die Gruppenphase zu überstehen, und die Premier League würde weiter an Boden verlieren.

Mourinho kehrt zurück

Schon heute will Chelsea für die Premier League vorlegen. Im Estádio do Dragão kommt es zu einem besonderen Spiel für Trainer José Mourinho. Der Portugiese kehrt nicht nur in seine Heimat zurück, sondern trifft mit dem FC Porto auf die Mannschaft, mit der er 2004 sensationell die Champions League gewann.

Arsenal steht gleichzeitig zu Hause gegen Olympiakos Piräus unter Druck. Nur Siege helfen dem englischen Quartett, den Fehlstart zu korrigieren und dem Ruf der Premier League als «Beste Liga der Welt» auch endlich in der Champions League wieder gerecht zu werden.