«Das sind schon kräftige Ausrufezeichen!»

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Toni Polster.

Toni Polster.

Bild: Imago-Images

Nachgefragt Toni Polster ist in Österreich eine Legende. In 96 Länderspielen schoss er 45 Tore und ist damit Rekordtorschütze. Seit knapp sechs Jahren trainiert er in Wien-Meidling den Dritt­ligisten SC Wiener Viktoria. Dieser engagiert sich für sozial Schwache, bietet Deutschkurse an und lässt im Winter Obdachlose in seinen Kabinen schlafen.

Sind Sie stolz auf das Gesicht, das der österreichische Spitzenfussball aktuell zeigt?

Toni Polster: Das bin ich, ja. Wenn auch nicht in jedem Bereich.

Woran denken Sie?

An die Wiener Klubs Austria und Rapid, die nicht vom Fleck ­kommen. Das liegt daran, dass sie zu wenig gut arbeiten. Ihre Akademien haben kaum Outputs.

Und das Positive?

Die Salzburger zeigen, wie es geht. Sie machen es richtig ­professionell. Jetzt können sie das in der Champions League gegen Liverpool vor aller Welt zeigen. Aber auch der Lask aus Linz macht es gut. Und die Wolfsberger haben in der ­Europa League auswärts Gladbach 4:0 geschlagen. Das sind schon kräftige Ausrufezeichen!

Was sind die Gründe für diesen Aufschwung?

Im Fall von Red Bull liegt es zu einem guten Teil am hervor­ragenden Scouting-System. Die Salzburger sind an jeder Nachwuchs-EM und WM vertreten, von der U15 bis zur U21. Sie ­haben Spieler im Visier, die ­andere noch gar nicht kennen.

Und das Nationalteam unter Coach Franco Foda?

Das ist nach dem schlechten Start in die EM-Qualifikation gut mit dem Druck klarge­kommen. Allerdings haben wir schon damit gerechnet, dass es sich für die EM qualifiziert. Ein wichtiger Schritt nach vorne wäre es, wenn das Team die Gruppenphase (Gegner sind Holland, die Ukraine und ein Playoff-Sieger; die Red.) überstehen würde. (br)