Wie konnte das nur passieren? Die Schweizer Nationalmannschaft hatte 84 Minuten lang alles im Griff gegen Dänemark. Das Team führte 3:0. Dann aber kassierte man in den Schlussminuten noch drei Treffer und musste sich mit nur einem Punkt zufrieden geben.

Von den Zuschauern gab es zum Schluss Pfiffe. Ähnlich enttäuscht wie die Fans waren auch die Spieler selber, die sich frisch geduscht einige Minuten später den Journalisten stellten. «Natürlich fühlt sich das wie eine Niederlage an», meinte Albian Ajeti. Ähnlich sah es dessen Sturmpartner Breel Embolo: «Wir sind gefrustet. Wir haben zwar einen Punkt geholt, aber diesmal gehen wir als Verlierer vom Platz. Ich glaube die Dänen, wissen selber nicht, wie sie zu den drei Toren gekommen sind.»

"Dänemark hat unser Chaos ausgenutzt"

Reaktionen von Yann Sommer und Breel Embolo.

   

Immerhin wussten die Schweizer Spieler, was in den letzten Minuten in ihrem Spiel gefehlt hat: Cleverness. Jene Cleverness also, die in der Person von Granit Xhaka nach 80 Minuten ausgewechselt worden war. Der Captain war bis dahin der beste Spieler gewesen, er fehlte in der Schlussphase schmerzlich. Xhaka sei deshalb ausgewechselt worden, weil er sich über Adduktorenprobleme beklagt habe, begründete Trainer Petkovic. Doch die Spieler wollten den grossen Bruch im Schweizer Spiel nicht der Auswechslung von Xhaka zuschieben. Sommer sagte:

«Keine Frage, Granit ist ein super Spieler, der für uns sehr wichtig ist. Doch wir haben das Spiel so im Griff gehabt, da müssen wir dieses 3:0 auch ohne ihn über die Zeit bringen können. Dafür haben wir genug Qualität im Team. Darum können wir es sicher nicht auf diese Auswechslung schieben. Wir hätten uns in den letzten Minuten einfach viel cleverer anstellen müssen.»

Konkret fehlte Sommer die nötige Ruhe und Ordnung im eigenen Spiel. «Wenn man das 3:1 bekommt, ist alles noch okey. Aber wir merkten, dass die Dänen wieder begannen, daran zu glauben. Sie haben dann noch mehr mit langen Bällen agiert. Statt selber in Hektik zu verfallen, hätten wir in dieser Phase wieder eigene Ballstafetten kreieren sollen», so Sommer. «Stattdessen haben wir nur noch den Ball irgendwie weggeschlagen.»

Die Bilder vom Spiel:

Xhaka gibt keine Interviews

Unmittelbar nach der Partie sei es sehr ruhig gewesen in der Schweizer Kabine und auch wenige Minuten später hatten die Spieler die gefühlte Niederlage noch nicht verdaut. Immerhin konnte Breel Embolo bereits ein wenig nach vorne schauen: «Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir haben heute auf brutalste Art lernen müssen, was im Fussball alles möglich ist. Nun geht es für uns darum, die richtige Schlüsse daraus zu ziehen und zu lernen.» Denn - und das bemerkten die Spieler unisono - ein Unentschieden gegen Dänemark ist eigentlich kein schlechtes Resultat. «Vier Punkte aus zwei Spielen ist okey, aber natürlich überwiegt bei uns im Moment nur die Enttäuschung», so Sommer.

Nach dieser denkwürdigen Partie hatte sich Granit Xhaka gar nicht erst den Medien gestellt. Er verliess den St. Jakob-Park durch einen Hinterausgang. Bestimmt hat aber auch er sich seine Gedanken zu den Schlussminuten der Partie gemacht.

Die Noten der Schweizer Spieler:

Die Schweizer Tore:

Die Schweizer Tore im Video