Champions League

Das Wort zur Champions League: Sorgen beim BVB, Zoff bei Real Madrid

Sorgenfalten bei BVB-Coach Lucien Favre.

Krise bei Borussia Dortmund und Sorgen bei Titelverteidiger Real Madrid. Das Wort zur Champions League vor den Achtelfinal-Rückspielen der Königsklasse.

In Deutschland wird wieder einmal heiss über Matthias Sammer diskutiert. Dieser arbeitet als Experte für den Sender Eurosport und ist auch als externer Berater von Borussia Dortmund tätig. Am Freitag nun hat der 51-Jährige, der sowohl als Spieler wie als Trainer mit Gelb-Schwarz Meister geworden ist, im Fernsehen drastische Worte zur Situation des BVB gewählt. Sammer forderte, es müsse jetzt endlich einmal einer sagen: «Das geht mir auf den Keks!» Und hat damit vor allem auf Sportdirektor Zorc und Trainer Favre gezielt.

 Darf der das? Darf ein vom Klub bezahlter Berater am TV so über seinen Verein sprechen? «Ja, der darf das», sagt Zorc, genau dafür werde er ja von Eurosport entlöhnt. Und im Übrigen habe Sammer in vielem recht. Nun stehen aber weder Zorc noch Favre im Ruf, auch mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Was also ist zu tun beim BVB, der in weniger als drei Monaten in der Liga einen Neun-Punkte-Vorsprung auf Bayern München eingebüsst hat?

Mit Roman Bürki jenen Mann vorschicken, der nach der Niederlage in Augsburg erklärt hat, er würde manchmal gerne dem einen oder anderen Mitspieler den Kopf abreissen? Das vielleicht nicht gerade. Aber Bürki ist zuzustimmen: In der Defensive sind Fehler zu sehen, die es in der Vorrunde nicht gab.

Youngsters wie Hakimi und Zagadou, die nach dem goldenen Herbst übermütig und fehlerhaft geworden sind (und Sammer auf den Keks gehen), wieder auf den Boden zurückholen, das müsste einem erfahrenen Pädagogen wie Favre doch gelingen. Doch das allein reicht nicht. Auch im Spiel nach vorne harzt es inzwischen bedenklich. Die «Süddeutsche Zeitung» spottete, der BVB sei in Augsburg in jenem Moment am zielstrebigsten aufgetreten, als er das Stadion in Richtung Flughafen verlassen habe …

Und nun also das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League. 0:3 liegen die Dortmunder gegen Tottenham zurück, die Lage ist ziemlich hoffnungslos. Wunder haben sie in der Vergangenheit in ihrem mächtigen und lauten Stadion aber schon einige vollbracht. Gelingt ihnen heute ein solches, ist das vielleicht der Turnaround in einer heiklen Situation. Gut möglich, dass dann mit einem Schlag die Leichtigkeit auch in der Liga wieder da wäre.

Das zweite Sorgenkind, das heute in der Champions League im Einsatz steht, ist Real Madrid. Zwar stehen die Königlichen nach dem glückhaften 2:1-Auswärtssieg gegen Ajax mit einem Bein im Viertelfinal.

Doch beim Titelverteidiger rumort es gehörig. Die Fans fordern den Rücktritt von Präsident Florentino Perez, weil dieser Superstar Ronaldo nach Turin ziehen liess. Innerhalb zweier Tage haben die Madrilenen im Bernabeu-Stadion gleich zwei Clasicos – einen im Cup, einen in der Meisterschaft – gegen Erzfeind Barcelona verloren.

Dass die Katalanen nun im Direktvergleich mit 96:95 Siegen erstmals seit 1931 in Führung liegen, passt den Real-Aficionados überhaupt nicht. Noch weniger aber, dass nach dem Out im Cup auch der Meisterzug mit zwölf Punkten Rückstand abgefahren ist und somit der Gewinn der Champions League – es wäre der vierte Triumph in Serie! – als einziges Saisonziel verblieben ist.

Meistgesehen

Artboard 1