Zwölf Minuten vor Schluss hätte Cédric Itten seinem Besitzer den Nachmittag beinahe noch verdorben. Nach einem Ballverlust von Geoffroy Serey Die drosch die Basler Leihgabe die Kugel freistehend aus acht Metern über das Tor, die riesige Chance zum 2:2 auslassend. «Schade, die Vorarbeit war perfekt und Zeit genug hatte ich auch. Diesen Ball hätte ich reintun müssen», sagte der Joker.

Hätte Itten den Ausgleich erzielt und seinem Team einen Punkt beschert, so wäre es ein viel zu guter Lohn für ein Spiel geworden, das nur der FC Basel zu gewinnen verdiente. Doch weil der Heimklub kurz danach durch Marc Jankos elften Saisontreffer das 3:1 geschossen hatte, mussten die enttäuschten Luzerner den St. Jakob-Park zum vierten Mal in Folge mit drei Gegentreffern im Gepäck verlassen.

Dass es nach drei 0:3-Niederlagen diesmal wenigstens zum Ehrentreffer gereicht hatte, konnte nur ein schwacher Trost sein. «In der ersten Halbzeit hatten wir zu viel Respekt und konnten überhaupt nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten», sagte Trainer Markus Babbel. «Nach der Pause waren wir mit dem Gegner auf Augenhöhe und hätten mit einem Quäntchen Glück noch den Ausgleich erzielen können.»

Der Deutsche hatte im Hinblick auf den Cup-Viertelfinal am Mittwoch in Aarau mit Marco Schneuwly den besten Torschützen und mit Markus Neumayr den Akteur mit den zweitmeisten Skorerpunkten aus der Mannschaft rotiert. «Die beiden sind nicht mehr die Jüngsten, uns aber winkt eine Riesenchance, in den Halbfinal einzuziehen. Deshalb die Umstellungen», sagte Babbel.

Keine Schonung beim FCB

Obwohl auch der FCB am Donnerstag gegen den FC Zürich zu einem wichtigen Cupmatch antritt, wollte der Basler Trainer nichts davon wissen, den einen oder anderen Spieler zu schonen. «Wenn man jedes Spiel gewinnen und auch noch gut spielen muss, geht das nicht», sagte Urs Fischer.

Und so siegte sein Team schliesslich nicht nur zum fünften Mal in Folge und verteidigte den 17-Punkte-Vorsprung auf YB, sondern spielte in der ersten Halbzeit einen ausgezeichneten Fussball. Marek Suchy (19.) nach einer Freistossflanke von Luca Zuffi sowie Janko (34.) nach Vorarbeiten von Mohamed Elyounoussi und Zuffi hatten die Basler Überlegenheit in Tore umgemünzt.

Mit dem 2:0 kam der Leistungsunterschied indes nur unzureichend zur Geltung. Der für den verletzten Captain Matias Delgado auf der Zehnerposition eingesetzte Alexander Fransson vergab gleich zwei hochkarätige Chancen. «Die Effizienz war in der ersten Halbzeit das Einzige, was nicht gut war», sagte Fischer. Dass die Basler nach einem Gegentor von François Affolter (36.) aus dem Nichts nur mit einem 2:1-Vorsprung in die Pause gegangen waren, war ein ziemlich schlechter Witz.

Mit der Hereinnahme von Neumayr wurde Luzern besser, konnte das Spiel nun tatsächlich ausgeglichener gestalten, doch ein Punktgewinn rückte einzig bei Ittens Kapitalchance in Reichweite. «Wir haben das Spiel kontrolliert», sagte Fischer. Sein Team war in der zweiten Hälfte gegen die aggressiver gewordenen Zentralschweizer nicht mehr so zwingend aufgetreten, hatte allerdings konzentriert genug gespielt, um weiter der Chef im eigenen Haus zu sein. «Das Ergebnis war gerecht», sagte Fischer. Widerspruch gab es keinen

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