Seit dem Champions-League-Debüt des FC Basel im September 2002 sind schon viele prominente Gäste im St. Jakob-Park erschienen. Aus England waren die Red Devils von Manchester United gar schon drei Mal zu Besuch, die Reds des FC Liverpool zwei Mal und je einmal waren Chelsea sowie Arsenal da.

Aus Deutschland empfing Rot-Blau die Bayern und Schalke; aus Spanien Valencia, Barcelona und Real Madrid; aus Italien Juventus Turin, die AS Roma; aus Frankreich Paris Saint-Germain und aus Portugal Benfica Lissabon und Porto. Ja, der FCB bescherte den Schweizer Fussballfans viele grossartige Nächte und auch die eine oder andere Sternstunde mit Siegen über Bayern München, Manchester United, Liverpool und Chelsea.

Ein paar Emotionen gefällig? Erleben Sie hier in Video, Bild, Ton und Text die kompletten Highlights der FCB-Champions-League-Historie:

Timeline: Der FC Basel in der Champions League

Auch der heutige Tag lässt das Herz jedes Fussballanhängers höherschlagen. Obwohl der FCB, inklusive Qualifikationsspiele, schon 80 Mal in diesem Wettbewerb angetreten ist, hat ihn das Los noch nie mit Manchester City zusammengebracht. Doch ausgerechnet jetzt, wo die Citizens den bisherigen Höhepunkt des Schaffens von Pep Guardiola erreicht haben, kommt es zur Premiere. Sie kreuzen im Europacup erstmals überhaupt die Klingen mit einem Schweizer Team.

«Noch nie eine solch starke Mannschaft gesehen»

Es ist in den vergangenen Tagen schon viel geschrieben worden über das Wunderteam aus der Premier League, das den Meistertitel angesichts von 16 Punkten Vorsprung schon so gut wie im Sack hat. Und umso gieriger nach dem Henkelpott der Königsklasse greift. «Ich habe in England noch nie eine solch starke Mannschaft gesehen», sagt Eldin Jakupovic, «und ich bin immerhin schon sechs Jahre auf der Insel.»

Der Torhüter aus dem Kader von Leicester City berichtet topaktuell, ist er doch am Samstag beim 1:5 gegen City auf der Ersatzbank der Foxes Zeuge des grossen Auftritts des Leaders gewesen. «Sie haben mich unglaublich beeindruckt. Jeder Akteur weiss haargenau, wo der Mitspieler hinläuft; alle Zahnrädchen greifen perfekt und wie geölt ineinander», sagt der 33-Jährige. «Ich habe in der vergangenen Saison mit Hull gegen sie gespielt, aber jetzt befinden sie sich noch einmal auf einem klar höheren Level.»

Mit Fünferkette besser

Was würde Eldin Jakupovic antworten, sollte ihn der Basler Trainer Raphael Wicky um einen Tipp bitten? Es bleibt eine Weile still in der Leitung, dann sagt der Glarner: «Die Mannschaften hier haben schon mit den unterschiedlichsten Systemen und Taktiken ihr Glück versucht — fast immer vergeblich.» Immerhin: Liverpool (4:3) und zuletzt Burnley (1:1) hatten mit schnellem Umschaltspiel Erfolg.

Würde Jakupovic in der Verteidigung eine Fünfer- oder eine Viererkette aufs Feld schicken? «Das ist eine hoch interessante Frage. Wir spielten in der ersten Halbzeit mit einer Fünferkette, und da stand es 1:1. Um das Zentrum gegen den überragenden Spielmacher Kevin de Bruyne zu stärken, wechselte unser Trainer dann auf eine Viererkette», berichtet Jakupovic. «Was dann passierte, ist bekannt.» Angst einjagen möchte er den Baslern jedoch nicht. «Sie sollten den Abend von A bis Z einfach geniessen. Gegen eine solche Mannschaft tritt man vielleicht einmal im Leben an», sagt Jakupovic.

Es bräuchte ein Wunder

Angst hat Wicky natürlich nicht, Respekt aber schon. «Für ein gutes Resultat brauchen wir einen perfekten Abend und Mut», sagt der Walliser. «Mein Team weiss, was es kann. Die zwölf Punkte in der Gruppenphase geben uns Selbstvertrauen.» Aber natürlich weiss Wicky, dass es ein Wunder bräuchte, um mit dem FCB gegen die vielleicht weltbeste Mannschaft erstmals den Viertelfinal zu erreichen. In den beiden bisherigen Achtelfinals sind die Basler 2012 an Bayern und 2015 am FC Porto gescheitert. 2002 standen sie ebenfalls unter den letzten Sechzehn, allerdings in einer Zwischenrunde.

Betreffend Einnahmen hat der FCB mit dem Achtelfinal-Antritt 6,9 Millionen Franken auf sicher. Für das Erreichen des Viertelfinals kämen 7,5 Millionen dazu. Nachdem Rot-Blau 14,6 Millionen Franken an Gage für das Bestreiten der Gruppenphase eingestrichen hatte, brachten ihm die vier Siege 6,9 Millionen Franken ein. Bis jetzt stehen also 28,4 Millionen Franken an Prämien zu Buche. Zusammen mit den Zuschauer- und TV-Einnahmen dürfen die Basler in dieser Kampagne bisher mit gegen 40 Millionen Franken rechnen.