Super League
Die irre Show des fliegenden Heinz: Der Torhüter rettet dem FCB nicht zum ersten Mal einen Punkt

Dank seines überragend haltenden Torhüters holt der FC Basel gegen Luzern ein 1:1. Ein gefährlicher Trend im guten ersten Saisonviertel.

Jakob Weber Jetzt kommentieren
Drucken
Teilen
FCB-Torhüter Heinz Lindner sammelt gegen Luzern fleissig Flugmeilen. Hier rettet für einmal die Latte.

FCB-Torhüter Heinz Lindner sammelt gegen Luzern fleissig Flugmeilen. Hier rettet für einmal die Latte.

Der fliegende Heinz hebt ab. In Minute 40 ein erstes Mal nach links unten. Und das obwohl FCB-Goalie Heinz Lindner zu diesem Zeitpunkt im nasskalten Basel wegen Beschäftigungslosigkeit auch festgefroren hätte sein können. In Minute 41 fliegt der Österreicher nach rechts oben und kratzt einen Kopfball von Burch aus dem Winkel und in Minute 42 fliegt er schnell zu Boden, um erneut zu parieren.

Nach der Pause geht die Show des fliegenden Heinz weiter. In Minute 58 ist der Torhüter wieder nach rechts unterwegs, um dort Tasars Weitschusstor zu verhindern. Dann fliegt er zum ersten Mal vergeblich nach links oben, doch Wehrmanns Distanzversuch landet an der Latte. Der fliegende Heinz wird jetzt im Minutentakt gebraucht. In der 71. ist er schon wieder in der Luft. Wieder geht es nach rechts, wo er einen Campo-Freistoss um den Pfosten lenkt, um dann mit diesem zu kollidieren. Doch die Bruchlandung hält ihn nur kurz auf. Nur sieben Minuten später ist er bereit für die nächste Performance. Der fliegende Heinz hebt ab, doch diesmal ist der Ball drin. 1:1. Der Endstand in einer Partie, die der FC Basel zwar ballbesitztechnisch dominiert, Luzern aber das Gros der Torchancen verbucht.

Dass es am Ende beim 1:1-Unentschieden bleibt, liegt hauptsächlich am fliegenden Heinz. Der muss nach seinem Gegentreffer schnell wieder auf die Beine. In der 82. rettet er gegen den alleine auf ihn zulaufenden Ugrinic. Seine siebte Glanztat an diesem Nachmittag. Der fliegende Heinz ist Basels grösster Punktegarant. «Heinz hat heute mirakulös gehalten», sagt Filip Ugrinic. Der Luzerner Flügel ärgert sich nach Abpfiff über zwei verlorene Punkte. Doch zu punkten, obwohl der Gegner mehr Chancen verzeichnet, gehört in dieser Saison zu den grossen Stärken des FCB. Wie schon gegen GC, Qarabag oder den FCZ kann sich Rotblau bei seinem Torhüter bedanken, dass er am Ende nicht verliert.

Eine «Gut mit Stern» fürs erste Quartal des FCB

Auf die Frage, ob die 19 Punkte des FCB nach dem ersten Quartal vielleicht ein paar zu viel sind, antwortet Trainer Patrick Rahmen: «Nein, wir haben die Punkte, die wir geholt haben, verdient geholt, weil wir uns als Mannschaft gefunden haben.» Eine Abhängigkeit von Lindner und Neo-Nationalspieler Arthur Cabral (siehe unten) sieht Rahmen nicht. Auch der fliegende Heinz selber bleibt bescheiden. Gerüchte um eine Verpflichtung von Loris Karius oder anderen Konkurrenten auf der Goalie-Position lächelt er weg. «Auch ich kann noch Dinge verbessern», sagt der Matchwinner. Überschwänglich wird er erst, als es um die Einordnung des nun abgeschlossenen ersten Saisonviertels geht: «Gut mit Stern».

Auch Valentin Stocker spricht vom einem «sensationellen Start». Der Captain ist am Sonntag der einzige Torschütze des FCB. In der 68. Minute staubt er ab, nachdem Wouter Burger einen Schuss von Eray Cömert abfälscht und Sebastiano Esposito den Ball nach der Parade von Luzern-Keeper Vaso Vasic gedankenschnell und Zentimeter vor dem Out rettet und zurück ins Feld spitzelt. Doch weil diese Chance nur noch durch eine weitere von Edon Zhegrova ergänzt wird, ist der Basler Punktgewinn am Ende doch etwas schmeichelhaft. «Wenn man die Chancen betrachtet, können wir dieses Spiel gewinnen», sagt auch Luzern-Trainer Fabio Celestini. Doch weil der FC Basel den fliegenden Heinz hat, bleibt er in der Liga ungeschlagen und Luzern sieglos. Nach Verlustpunkten ist YB jetzt zwar wieder vor dem FCB, doch weil die Berner erst nach der Länderspielpause gegen Lugano spielen, bleibt Rotblau vorerst Leader. Eine schöne Momentaufnahme, auf die der fliegende Heinz und seine Kollegen zurecht stolz sein dürfen.

Das Telegramm

Basel – Luzern 1:1 (0:0)

St. Jakob-Park. – 20883 Zuschauende. – SR Alessandro Dudic. – Tore: 68. Stocker 1:0. 78. Wehrmann 1:1.
Basel: Lindner; López (46. Lang), Cömert, Pelmard, Tavares; Frei, Burger (69. Kasami); Zhegrova (69. Fernandes), Esposito (79. Males), Stocker (83. Millar); Cabral.
Luzern: Vasic; Schulz, Burch, Badstuber, Sidler; Cumic (57. Tasar), Gentner, Wehrmann, Ugrinic; Campo (90. Alounga); Sorgic.
Bemerkungen: Basel ohne Petretta, Padula, Cardoso und Xhaka (alle verletzt). – Luzern ohne Müller, Schürpf, Ndiaye, Jashari, Farkas, Frydek, Ndenge, Jacot, Alabi, Monney. – Verwarnungen: 34. Sorgic (Foul). 64. Frei (Foul). 90. Cömert (Foul).

Die Bilder zum Spiel:

Arthur Cabral wurde am Freitag für die brasilianische Nati aufgeboten. Beflügelt ihn das heute gegen Luzern? Kann der 20-Tore-in-16-Spielen-Mann aktuell überhaupt noch durch irgendwas beflügelt werden? Nach dem Spiel gegen Luzern wissen wir die Antwort.
9 Bilder
So sieht es in den ersten 30 Minuten aus. Der FC Basel hat den Ball, kommt gegen tief stehende und solidarisch verteidigende Luzerner aber nur selten zum Abschluss.
Die mitgereisten Gästefans scheint das zu freuen.
Zurück aber in neuen Farben: Samuele Campo versucht seinen alten Kollegen Valentin Stocker vom Ball zu trennen. Kurz vor der Pause hat Campo seine Füsse im Spiel, als Luzern aus dem Nichts zu drei guten Torgelegenheiten kommt.
Edon Zhegrova gefällt nicht, dass er in dieser Szene kein Foul gepfiffen bekommt und Dejan Sorgic mit dem Ball davon eilt.
In der 68. Minute trifft Valentin Stocker zum 1:0. Verdient ist das zu diesem Zeitpunkt nicht, weil Luzern zuvor vier Grosschancen verballerte. Doch danach fragt am Ende keiner. Der Assist kommt von Sebastiano Esposito, der nach einem Abpraller gedankenschnell den Ball kurz vor dem Out rettet.
Patrick Rahmen kann am Ende trotzdem nicht ganz zufrieden sein, weil Luzerns Jordy Wehrmann in der 78. Minute noch den Ausgleich erzielt.
Der Gegentreffer hatte sich angedeutet. Sieben Paraden musste Heinz Lindner zeigen und in dieser Szene kurz vor dem Basler Führungstor rettete die Latte.
Und so bleibt am Ende dieses Bild: Edon Zhegrova ärgert sich über eine verpasste Torchance und der FCB über zwei verlorene Punkte.

Arthur Cabral wurde am Freitag für die brasilianische Nati aufgeboten. Beflügelt ihn das heute gegen Luzern? Kann der 20-Tore-in-16-Spielen-Mann aktuell überhaupt noch durch irgendwas beflügelt werden? Nach dem Spiel gegen Luzern wissen wir die Antwort.

Die Highlights im SRF-Video:

0 Kommentare

Aktuelle Nachrichten