WM-Qualifikation

Der perfekte Quali-Start ist Tatsache: Die Schweiz gewinnt gegen Ungarn mit 3:2

Die Schweizer Nationalmannschaft gewinnt auch ihr zweites WM-Quali-Spiel. Dank einem Treffer von Joker Stocker in der 90. kann die Schweiz ein kurioses Spiel für sich entscheiden. Die Schweizer zeigen beim Sieg viel Moral und Kampfeswillen.

Kurz nach halb elf wurde es mäuschenstill in der Groupama Arena. Das zuvor unglaublich laute ungarische Publikum war in Schockstarre verfallen. Der eben erst eingewechselte Valentin Stocker hatte den Ball aus kurzer Distanz zum 3:2 untergebracht und der Schweizer Nati den so wichtigen Auswärtssieg beschert. Damit ist ihr gelungen, was sie schon 1992 und 2012 geschafft hatte: Mit zwei Siegen in eine WM-Qualifikation zu starten. Beide Male war am Ende die WM-Teilnahme zu feiern gewesen.

Nach dem hervorragenden Startsieg gegen Europameister Portugal war es wichtig, gleich nachzulegen und die neu erweckte Euphorie um das Schweizer Team am Leben zu erhalten. Gewiss war der Erfolg am Ende etwas glücklich, zumal die Ungarn sogar in der Nachspielzeit noch die Chance zum 3:3 gehabt hatten. Wie sehr sie danach trotz der Enttäuschung aber von den Fans gefeiert wurden, zeigt, dass die heimische Mannschaft ein gutes Spiel gezeigt hatte, was die Leistung der Schweizer zusätzlich aufwertet.

Wer zwei Mal auswärts den Ausgleich hinnehmen muss, und am Ende doch noch die Moral und Kraft hat, dem Gegner den K.o.-Stoss zu versetzen, verfügt nicht nur über einen grossartigen Siegeswillen, sondern auch über die entsprechende Charakterstärke. Stocker sagte: «Ich habe dem Trainer gesagt: Es war ein bisschen gar wenig Zeit − aber es hat trotzdem noch gereicht.»

Es war ein Spiel gewesen, das die Fans in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt hatte. Zwei Mal waren die Schweizer durch Haris Seferovic (52.) und Ricardo Rodriguez (67.) in Führung gegangen. Beim ersten Tor, von Xherdan Shaqiri eingeleitet, war die Stürmerflaute der Schweizer nach über zehn Monaten zu Ende gegangen. Beim zweiten, einer fantastischen Volleyabnahme, die lange Durststrecke des Linksverteidigers, der im 38. Länderspiel erstmals traf. Die Vorarbeit zu diesem vollkommenen Werk an Präzision hatte Valon Behrami mit einem herrlichen Flugball geliefert.

Doch die Freude war jeweils nur von kurzer Dauer gewesen. Denn der Hoffenheimer Ersatzspieler Adam Szalai hatte zwei Situationen, in denen die Schweizer Abwehr nicht gut sortiert war, mit zwei Toren ausgenützt, sodass aus Schweizer Sicht alles darauf hindeutete: wie gewonnen, so zerronnen. Doch dann schlug Rot-Weiss eben noch einmal zurück und sicherte sich die kapitalen drei Punkte. Dass dies in Abwesenheit von Regisseur Granit Xhaka geschehen war, macht den Sieg gleich noch einmal wertvoller.

Er ist auch das Verdienst von Coach Vladimir Petkovic, der für eine kleine Überraschung gut gewesen war, indem er als Ersatz des verletzten Johan Djourou dem Startelfdebütanten Nico Elvedi zum zweiten Länderspiel verholfen hatte. Für den gesperrten Xhaka hatte er erwartungsgemäss Blerim Dzemaili nach hinten versetzt und für diesen vorne Shaqiri nominiert.

Eine Halbzeit lang war nicht viel passiert in den beiden Strafräumen, die Schweizer hatten nach einem Cornerball von Shaqiri durch einen Kopfball von Fabian Schär und dem Nachschuss von Dzemaili die besten Chancen gehabt. Es waren die besten Augenblicke einer bis dahin ereignislosen Partie, die danach zum Spektakel erster Güte wurde.

Telegramm:

Ungarn - Schweiz 2:3 (0:0)

Groupama-Arena, Budapest. - 23'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kuipers (NED). - Tore: 51. Seferovic (Shaqiri) 0:1. 53. Szalai 1:1. 67. Rodriguez (Behrami) 1:2. 71. Szalai (Stieber) 2:2. 89. Stocker (Derdiyok) 2:3.

Ungarn: Gulasci; Fiola, Guzmics, Lang, Kadar; Dzsudszak, Nagy, Gera, Stieber; Kleinheisler (76. Nemeth), Szalai (87. Nikolics).

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Elvedi, Rodriguez; Behrami, Dzemaili; Embolo, Shaqiri (82. Fernandes), Mehmedi (88. Stocker); Seferovic (72. Derdiyok).

Bemerkungen: Schweiz ohne Xhaka (gesperrt) sowie Djourou, Frei, Zuffi und Moubandje (alle verletzt). 53. Szalai lenkt Schuss von Kleinheisler an den Pfosten (und trifft im Nachschuss). Verwarnungen: 81. Dzemaili (Foul). 92. Behrami (Spielverzögerung).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

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