In der vergangenen Saison stand der SC Kriens nach mehreren mit grossem Aufwand betriebenen Heimspielen am Schluss jeweils mit viel zu wenig Ertrag da. Beim Saisonstart vom Sonntagnachmittag war es umgekehrt: Sehr viel hatte der SCK nicht geboten, auch nicht sehr viel Aufwand in Richtung Vaduz-Tor auf sich genommen, aber am Ende hatte die Mannschaft von Trainer Bruno Berner drei Punkte auf dem Konto.

In der ersten Halbzeit wurde Kriens stark unter Druck gesetzt, Vaduz war überlegen. War der SCK mal im Ballbesitz, dauerte es nur wenige Sekunden und das Liechtensteiner Team von Trainer Mario Frick war wieder am Drücker.

Möglich machte den Krienser Vollerfolg der 21-jährige Rrezart Hoxha, der in diesem Sommer für zwei Jahre verpflichtet wurde. Der Schwyzer Hoxha, in Ibach aufgewachsen, hatte in den Vorbereitungsspielen sieben Tore erzielt und damit die Krienser Verantwortlichen überzeugt.

Gegen Vaduz realisierte Hoxha praktisch aus null Torchancen einen Treffer. Dario ­Ulrich hatte in der Nachspielminute der ersten Halbzeit in den Strafraum geflankt, wo Hoxha den Ball in Richtung Tor und über den Liechtensteiner Torhüter ablenkte. Hoxha sagt:

Nach der Pause war bei Vaduz die Luft draussen

Tatsächlich hatte Kriens die Partie nach der Pause ziemlich gut im Griff. Nach der alles in allem sehr glücklichen Halbzeitführung kontrollierte das Heimteam die Partie nun, musste nur noch eine Vaduz-Chance zulassen – jene, als der gefährlichste Gästespieler Tunahan Cicek (von Xamax gekommen) in der 59. Minute kläglich vergab.

Kriens profitierte davon, dass Vaduz spielerisch und mit dem Europacupspiel vom letzten Donnerstag in den Beinen scheinbar auch kräftemässig nichts mehr anzubieten hatte. Der SCK spielte resultatorientiert, agierte in Strafraumnähe teilweise etwas mutlos. Und doch hätte Stürmer Igor Tadic in der 89. Minute auf 2:0 erhöhen müssen.

«Das 1:0 kurz vor dem Pausenpfiff kam für uns im besten Moment», sagte Kriens-Coach Berner später, «denn Vaduz war in der ersten Hälfte des Spiels sehr aufsässig.»

In Aarau muss sich das Krienser Team steigern

Am nächsten Samstag muss der SC Kriens auswärts in Aarau ­antreten. Dann, das ist klar, braucht es im Vergleich zum Auftritt gegen Vaduz eine Steigerung.

Während sich die Krienser gestern Abend also ausgelassen über den Startsieg freuten, strahlte ein Kleinfeld-Stammgast gleich doppelt: Alt Nationaltrainer Paul Wolfisberg genoss den SCK-Erfolg und verkündete zugleich, dass er seit diesem Sonntag Urgrossvater ist. Ob ­Urgrosskind Leroy-Eric in ein paar Jährchen auch mal Tore für Krienser Siege erzielt?