American Football

Die Adler sind gelandet: Erster Super-Bowl-Sieg der Philadelphia Eagles nach Offensivspektakel

Philadelphia Eagles' Nick Foles holds his daughter, Lily, after beating the New England Patriots in the NFL Super Bowl 52 football game Sunday, Feb. 4, 2018, in Minneapolis. (AP Photo/Frank Franklin II)

Nick Foles, der Quarterback der Philadelphia-Eagles, feiert seinen Triumph mit Töchterchen Lily James

Philadelphia Eagles' Nick Foles holds his daughter, Lily, after beating the New England Patriots in the NFL Super Bowl 52 football game Sunday, Feb. 4, 2018, in Minneapolis. (AP Photo/Frank Franklin II)

Die New England Patriots um Star-Quarterback Tom Brady sind entthront. Der Titelverteidiger aus Boston unterlag im 52. Final in der Geschichte der National Football League den Philadelphia Eagles mit 33:41. Bradys Gegenspieler Nick Foles, eigentlich nur der Ersatz-Spielmacher der Philadelphia Eagles, wurde zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt.

Für die Adler war es der erste Triumph bei ihrer dritten Super-Bowl-Teilnahme. 1981 sowie 2005 hatten die Eagles im Endspiel den Kürzeren gezogen. Vor 13 Jahren war Philadelphia an den Patriots gescheitert.

Am Sonntag gelang dem Team aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania nun die langersehnte Revanche. So hätten denn auch die Gefühlswelten bei den zwei Hauptprotagonisten nach dem Offensivspektakel nicht unterschiedlicher sein können.

Auf der einen Seite der Underdog Nick Foles, der überwältigt vom eigenen Heldenmärchen innig mit Töchterchen Lily und dem Pokal knuddelte. Beim fünffachen Champion Tom Brady sass die Enttäuschung über die dritte Niederlage bei seiner achten Super-Bowl-Teilnahme dagegen tief. Der 40-Jährige verpasste die Chance, als erster Spieler zum sechsten Mal die Vince-Lombardi-Trophäe zu erobern.

Vom Fast-Rücktritt auf Olymp

73 000 Fans verfolgten das Spektakel vor Ort im «U.S. Bank Stadium» in Minneapolis mit. Weltweit waren fast eine Milliarde Zuschauer vor den Fernsehern dabei. Sie wurden nicht enttäuscht: Die Quarterbacks orchestrierten ein bemerkenswertes Finale.

Die beiden Teams kamen gemeinsam auf 1151 Yards und verbesserten die bisherige Offensiv-Bestmarke damit markant. Foles und Brady warfen je drei Touchdowns, Foles fing sogar als erster Spielmacher in der Super-Bowl-Geschichte einen Touchdown selbst. Zuvor hatte er in der NFL noch nie einen Pass gefangen. «Ich bin sprachlos. Alle Ehre sei Gott», sagte der tiefgläubige Foles.

Im erst vierten Playoffspiel seiner Karriere war ihm bei Aussentemperaturen von 17 Grad unter Null von Beginn an keine Spur von Nervosität anzumerken. Erstaunlich, denn der 29-Jährige hatte in der Vorsaison eigentlich schon mit seinem Rücktritt geliebäugelt. Erst Mitte Dezember übernahm er den Job als Chef-Spielmacher von Carson Wentz, nachdem sich dieser das Kreuzband gerissen hatte und ausfiel.

The Philadelphia Eagles celebrate after the NFL Super Bowl 52 football game against the New England Patriots, Sunday, Feb. 4, 2018, in Minneapolis. The Eagles won 41-33. (AP Photo/Morry Gash)

Eagles-Patriots Super Bowl

The Philadelphia Eagles celebrate after the NFL Super Bowl 52 football game against the New England Patriots, Sunday, Feb. 4, 2018, in Minneapolis. The Eagles won 41-33. (AP Photo/Morry Gash)

Zuletzt hatten die Eagles in der Vor-Super-Bowl-Zeit 1960 einen Titel gewonnen. Im hochklassigen Endspiel von Minneapolis sicherte sich das Team aus Philadelphia nun im dritten Anlauf das erste Mal die begehrten Champion-Ringe.

«Fly, Eagles, fly», sangen Mannschaft und Fans nach dem Triumph inbrünstig zur Vereinshymne, ehe sie zur Musik aus den «Rocky»-Filmen tanzten – die fiktive Story des Box-Underdogs «Rocky» beginnt in Philadelphia. «Das bedeutet der Stadt und den Fans alles», jubelte Eagles-Besitzer Jeffrey Lurie und nahm damit die ausschweifenden Siegespartys in der Heimat vorweg.

Dabei hatte es bis kurz vor Schluss der Partie noch danach ausgesehen, als könnte Tom Brady die Patriots zum nächsten grossen Comeback führen. Nach langem Rückstand übernahm das erfolgreichste Football-Team dieses Jahrtausends im Schlussviertel beim 33:32 erstmals die Führung.

Doch Foles konterte nervenstark mit einem Touchdown-Pass auf Zach Ertz. Die Entscheidung fiel aber erst in der Schlussphase, als Brady unter dem Druck der Eagles-Abwehr den Ball verlor. Defensive-End Brandon Graham zeichnete für den Ballverlust verantwortlich.

epaselect epa06497342 Philadelphia Eagles tight end Zach Ertz (R) dives for a touchdown against New England Patriots free safety Devin McCourty (L) during Super Bowl LII at US Bank Stadium in Minneapolis, Minnesota, USA, on 04 February 2018. The NFC Champions Philadelphia Eagles play the AFC Champions New England Patriots in the National Football League's annual championship game. EPA/CRAIG LASSIG

epaselect epa06497342 Philadelphia Eagles tight end Zach Ertz (R) dives for a touchdown against New England Patriots free safety Devin McCourty (L) during Super Bowl LII at US Bank Stadium in Minneapolis, Minnesota, USA, on 04 February 2018. The NFC Champions Philadelphia Eagles play the AFC Champions New England Patriots in the National Football League's annual championship game. EPA/CRAIG LASSIG

Tom Brady macht weiter

Ein langer Pass von Tom Brady in den letzten Sekunden des 52. Super Bowls fand seinen Empfänger nicht mehr – das Spiel war verloren für die Patriots. «Die Eagles haben besser gespielt, sie haben den Sieg verdient. Und deshalb sind wir nicht die Champs», sagte Brady. «Wir waren defensiv nicht gut genug», gestand Patriots-Trainer Bill Belichick. «Das reicht einfach nicht gegen ein Team wie die Eagles.»

Brady und Belichick hatten in den vergangenen Jahren die Erfolgsära der New England Patriots geprägt. Offen ist nun, wie es mit ihnen weitergeht. Belichick soll zuletzt an einen Wechsel gedacht haben. Brady wird im Alter von 40 Jahren immer wieder nach einem Rücktritt gefragt.

Schon vor dem Super Bowl hatte er jedoch angedeutet, dass er auf jeden Fall in eine 19. Saison gehen will. Danach sagte er: «Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht weitermachen sollte.»

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