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Die Kunstturner Giulia Steingruber und Oliver Hegi werden am Swiss Cup Dritte

Giulia Steingruber und Oliver Hegi feiern im Zürcher Hallenstadion einen starken Saisonabschluss - und machen beste Werbung für das Turnen.

Einmal im Jahr füllt sich das ­Hallenstadion mit Buben und Mädchen. Sie kommen, um die atemberaubende Welt des Kunstturnens zu sehen – so, wie man sie sonst nirgends sieht. Der Swiss Cup ist ganz anders als jeder Titelkampf.

Der Paarwettkampf ist vor allem Show. Eine Band spielt, Scheinwerfer bringen die Steinchen auf dem Turndress zum Glitzern. Die Turnerinnen und Turner wollen Spass haben, Freude zeigen – ein letztes Mal vor dem Saisonende. Oliver Hegi sagt: «Ich bin lockerer, viel weniger angespannt als sonst.» Und Publikumsliebling Giulia Steingruber sagt:

Dafür sind auch die beiden Turner verantwortlich, die als Team Schweiz eins antraten.

Ganz nach oben auf das Podest haben sie es zwar nicht geschafft. Der dritte Rang hinter den USA, das unter anderem durch die Teamweltmeisterin Jade Carey vertreten war, und der Ukraine ist aber ein starkes Ergebnis – vor allem nach den Unsicherheiten im Halbfinal. Steingruber trat dort am gefürchteten Zittergerät Balken an und war überraschend nervös, ihr war fast übel. Nach einer Unsicherheit stürzte sie vom nur zehn Zentimeter breiten Gerät.

«Die ganze Saison war es mir bei dieser Übung gut gelaufen», sagt Steingruber. Ärgern will sie sich aber nicht. «Es ist okay.» Auch der Aargauer Hegi ging am Reck zu Boden. Die Lichtverhältnisse machten ihm immer wieder zu schaffen. Er konnte sich so in der Luft nur schlecht orientieren.

Hegi und Steingruber kämpfen sich zurück

Danach fiel der Druck jedoch ab – so erzählt es Hegi nach seinem Auftritt. Dies erklärt auch die starke Leistung im Kampf um Platz drei. Dort traten die Schweizer gegen Deutschland mit Vorjahres­siegerin Elisabeth Seitz und ­Andreas Toba an. Steingruber zeigte zum zweiten Mal an diesem Tag ihre beiden Sprünge und war dabei wie gewohnt eine Wucht. Hegi turnte am Barren eine starke Übung. Am Ende holten sie zusammen 29,250 Punkte. Im grossen Final hätten sie damit sogar die Amerikaner besiegt, die mit ihren Übungen 29,075 Punkte verbuchten.

Nach der grossen Show im Hallenstadion wird es nun etwas ruhiger für die Turner. Nach einer kurzen Pause beginnt schon in wenigen Tagen die Vorbereitung auf die kommende Saison mit dem Höhepunkt Olympische Spiele in Tokio. Steingruber will ihre Übungen aufstocken, am Stufenbarren gar ein ganz neues Programm einstudieren. Hegi hat ebenfalls Pläne für neue Elemente, etwa am Reck. «Ich habe eine Übung im Kopf», sagt er. Die Frage sei jedoch immer, wie viel Risiko man eingehen wolle – gerade im Teamwettkampf. Hegi legt den Fokus darum vor allem auf die Stabilität. «Ich will es den Kampfrichtern schwer machen, Abzüge zu finden», sagt Hegi.

Brägger und Käslin scheiden früh aus

Aber war da nicht noch ein ­anderes Schweizer Paar? Für ­Ilaria Käslin und Pablo Brägger war der Wettkampf schon früh zu Ende. Das Duo schied in der ersten Runde nach nur einem Gerät aus. Bräggers Übung am Barren war nicht perfekt. Und Käslin hatte gar einen Sturz zu verkraften.

Die Tessinerin rutschte mit dem Kopf voran vom Balken. Nach einer Schrecksekunde stand sie auf und turnte weiter. Ihr Ostschweizer Teamkollege fand anschliessend tröstende Worte: «Immerhin war es spektakulär. Hier geht es schliesslich auch um die Show.» Da musste sogar Käslin schmunzeln.

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