Kommentar
Identische Prämien sind ein erster Schritt – doch die Macht im Fussball ist falsch verteilt

Vor bald einem Jahr sorgte die Schweizer Fussballnati an der EM mit dem Einzug in den Viertelfinal für ein Märchen. Dieser Sommer gehört den Frauen – schaffen es auch sie, uns an der EM zu verzaubern?

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Gut zwei Wochen dauert es noch, bis die Europameisterschaft in England startet. Doch den ersten schönen Sieg durften die Schweizerinnen bereits am Dienstag verbuchen. Erstmals werden gewisse Erfolgsprämien gleich hoch sein wie jene bei den Männern.

Doch der Schein trügt. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern erfährt der Frauenfussball in der Schweiz noch immer nur marginale Unterstützung. Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn gewisse Natispielerinnen weniger als 10'000 Franken im Jahr verdienen. Oder Qualifikationsspiele für eine Endrunde absagen müssen, weil sie gerade ein Praktikum absolvieren und nicht frei­nehmen können.

Die Revolution muss von innen kommen. Der Schweizer Fussballklüngel selbst muss die Frauen stärker fördern. Es braucht mehr Amateurklubs mit Mädchenteams. Und es braucht Profiklubs, die ihre Frauen bedingungslos unterstützen. Und nicht zuletzt muss die Machtstruktur im Schweizer Fussball dringend überarbeitet werden: Im Zentralvorstand, also dort, wo wegweisende Entscheide gefällt und Gelder verteilt werden, ist die Frauenabteilung weiterhin nicht vertreten. Das darf nicht so bleiben.

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