Leichtathletik

Die WM in Peking enden mit einem Krimi

Die Leichtathleten verabschieden sich aus dem «Vogelnest» in Peking, die Weltmeisterschaften sind zu Ende.

Die Leichtathleten verabschieden sich aus dem «Vogelnest» in Peking, die Weltmeisterschaften sind zu Ende.

Äthiopien sicherte sich zum Abschluss der Weltmeisterschaften in Peking zwei Goldmedaillen. Genzebe Dibaba verpasste allerdings das Double 1500/5000 m. Der erwartete Held in der chinesischen Hauptstadt war der Jamaikaner Usain Bolt.

Im 5000-m-Final der Frauen schien Gold für Genzebe Dibaba reserviert zu sein. Sie hatte sich in dieser Saison in bestechender Form präsentiert und je einen Weltrekord über 5000 m, in der Halle, und über 1500 m aufgestellt.

Am Fuss zwickte es

In der chinesischen Hauptstadt siegte sie über 1500 m ohne Probleme. Deshalb bot sich ihr die Chance, als erste Frau an einer WM über 1500 und 5000 m zu triumphieren. Daraus wurde aber nichts. Dibaba machte ein Fersensporn im linken Fuss zu schaffen, weshalb sie nicht fähig war, mit ihrer Landsfrau Almaz Ayana mitzuhalten.

Auf der Zielgeraden musste sie sich auch noch der ebenfalls aus Äthiopien stammenden Senbere Teferi geschlagen geben. Der Erfolg von Ayana, welche Dibaba in der viertletzten Runde stehen liess und in 14:26,83 Minuten siegte, kam jedoch nicht von ungefähr. Mitte Mai lief die 23-jährige WM-Dritte von 2013 beim Diamond-League-Meeting in Schanghai mit 4:14,32 Minuten die drittbeste Zeit über 5000 m.

Dibaba die Zweite

Dass dennoch eine Dibaba siegte, lag an Mare Dibaba, die in 2:27:35 Stunden zum ersten Mal den WM-Titel im Marathon gewann. Die 25-jährige Jahresschnellste über 42,195 km ist nicht verwandt mit Genzebe Dibaba.

Die Entscheidung fiel erst auf den letzten Metern. Die Kenianerin Helah Kiprop und die für Bahrain startende Eunice Kirwa verloren nur eine respektive vier Sekunden auf Mare Dibaba. Die 35-jährige Kenianerin Edna Kiplagat wurde in 2:28:18 Stunden Fünfte und verpasste es, als erste Läuferin drei WM-Titel im Marathon zu holen.

China sammelte fleissig Edelmetall

Im Speerwurf der Frauen gelang Katharina Molitor eine Jahresweltbestleistung. Die 31-jährige Deutsche, die erstmals an internationalen Meisterschaften auf dem Podest stand, kam im letzten Versuch auf 67,69 m und rückte vom 3. auf den 1. Platz vor. Die bisherige Jahresweltbestmarke der Südafrikanerin Sunette Viljoen (3.) verbesserte sie um 1,07 m. Mit ihrem letzten Wurf verhinderte Molitor die zweite Goldmedaille von China, hatte doch zuvor Lyu Huihui mit 66,13 m geführt.

Dafür bejubelten die Zuschauer dank Hochspringer Zhang Guowei einen weiteren 2. Rang. Die Gastgeber beendeten die WM mit neun Podestplätzen (1/7/1) – mehr als erwartet. Erst ein Stechen entschied den Wettkampf zwischen Zhang, Derek Drouin (Ka) und Bogdan Bondarenko (Ukr). Alle drei waren bis 2,33 m fehlerlos geblieben, scheiterten jedoch auf 2,36. Im Stechen überquerte Drouin als Einziger 2,34 m, womit er erstmals WM-Gold holte.

Die besten Zeiten des Jahres

Neben Molitor sorgten am letzten Tag über 4×400 m auch Jamaika bei den Frauen und die USA für Jahresweltbestleistungen. Über 1500 m feierte Asbel Kiprop dank eines unwiderstehlichen Endspurts den dritten WM-Titel in Serie. Damit erhält der 26-jährige Kenianer in zwei Jahren in London die Möglichkeit, zu Hicham El Guerrouj (Mar) aufzuschliessen, der von 1997 bis 2003 viermal hintereinander Weltmeister über 1500 m wurde.

Kiprop setzte sich im «Vogelnest» in 3:34,40 Minuten vor Landsmann Elijah Manangoi und dem Marokkaner Abdalaati Iguider durch.

Bolt triumphierte brillant

Der unbestrittene König der WM war der jamaikanische Sprinter Usain Bolt, der zum fünften Mal an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften drei Goldmedaillen gewann. Nun hat er an diesen beiden Anlässen 17-mal das oberste Podest bestiegen.

Zwei Titel in Einzeldisziplinen gewann nur noch der Brite Mo Farah, der wie bei den Olympischen Spielen 2012 und den Weltmeisterschaften 2013 über 5000 und 10'000 m triumphierte. Die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce war über 100 m und mit der 4×100-Staffel erfolgreich. Zur besten Nation avancierte mit sieben Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen Kenia vor Jamaika (7/2/3) und den USA (6/6/6).

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