FCB-Zahl
Dreifacher Tabellenletzter: In Sachen Zweikämpfe liegt in der sportlichen FCB-Krise der Hund begraben

Der FC Basel tut sich schwer, die sportliche Misere zu erklären. Vielleicht hilft ein Blick auf die Zweikampfzahlen. Denn diese sind alles andere als gut.

Jakob Weber
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Fabian Frei konnte zuletzt nicht mit Zweikampfstärke aufwarten.

Fabian Frei konnte zuletzt nicht mit Zweikampfstärke aufwarten.

Claudio Thoma / Freshfocus

«Es fehlt das letzte Bisschen. Das ist auch eine Frage des Willens. Das müssen wir auch mal intern kritisch ansprechen», sagt Timm Klose Anfang Februar nach der 0:2-Niederlage in Zürich. «Wir waren heute nicht aggressiv. Wir müssen als Team verteidigen, der unbedingte Wille, kein Tor zu bekommen, war nicht zu spüren», sagt Heinz Lindner Ende Februar nach der 1:3-Niederlage in St.Gallen. «Da muss von jedem Einzelnen mehr kommen. Wir müssen mit und ohne Ball mehr laufen», sagt Silvan Widmer Mitte März nach der jüngsten 1:2-Niederlage in Lugano.

Die Erklärungen ähneln sich seit Monaten, das Gebotene auf dem Rasen aber auch. Die Lösung des offensichtlichen Mentalitätsproblems des FCB ist offensichtlich nicht so einfach. Beim Blick auf die FCB-Zweikampftabelle fällt auf: Vor allem im zentralen defensiven Mittelfeld fehlt ein Spieler, der die Duelle sucht und gewinnt. Fabian Frei, Luca Zuffi und Yannick Marchand gehen nur selten in Duelle und haben auch keine guten Quoten. Auch der interne Zweikampf-König Edon Zhegrova hat defensiv Nachholbedarf. Von seinen 8,8 gewonnenen Duellen pro 90 Minuten sind 5,5 Offensivzweikämpfe in Form von Dribblings.

Trainer Ciriaco Sforza lässt in den letzten Monaten keine Gelegenheit aus, um an den Willen und die Leidenschaft seiner Spieler zu appellieren. Doch zu helfen scheint das nicht. Nur phasenweise geht der FCB an die Schmerzensgrenze und kämpft wie in Unterzahl gegen Lausanne oder beim 1:1 gegen YB.

Ein Blick in die Zahlen bestätigt das. Kein Team in der Liga führt weniger als die 2414 Zweikämpfe des FCB. Zum Vergleich: Zweikampfleader St.Gallen bestritt bislang 4491 Duelle. Ausserdem foult kein Team seltener als Basel und kein Team sieht weniger gelbe Karten. Auch wenn Zweikampfstärke und -anzahl nicht unbedingt mit den gewonnenen Punkten korrelieren, ist diese FCB-Schwäche nicht zu übersehen. Und sie sollte besser heute als morgen korrigiert werden, damit die FCB-Akteure im April nach Niederlagen nicht erneut den fehlenden Willen beklagen müssen.