Mountainbike

Ein letztes Rennen mit schönen Emotionen – Gränicherin Kathrin Stirnemann gibt Abschlussvorstellung an der Heim-EM im Tessin

Die letzten Meter einer Profi-Karriere: Kathrin Stirnemann.

Die letzten Meter einer Profi-Karriere: Kathrin Stirnemann.

Die Gränicherin Kathrin Stirnemann hat an der Europameisterschaft im Tessin ihr letztes internationales Mountainbike-Rennen bestritten. Sie blickt auf eine Karriere mit vielen Erfolgen zurück.

Es ist eine würdige Kulisse für die Abschiedsvorstellung von Kathrin Stirnemann. Die Sonne scheint im Tessin, der Mountainbike-Kurs auf dem Monte Tamaro ist in bestem Zustand und sogar einige Zuschauer feuern die Athletinnen mit Schweizer Fahnen an. «Der Abschied ist perfekt», sagt Stirnemann nach ihrem Rennen. «Es war richtig schön, dass viele Personen hier sein konnten, denen ich viel zu verdanken habe.»

Nicht nur die Rahmenbedingungen stimmen für Stirnemann, auch im Rennen selber läuft es gut für die Gränicherin. Sie fährt gut, zeigt eine ansprechende Leistung und klassiert sich als 14. zum Abschluss nochmals in den Top 15. «Dass ich einen guten Tag erwischt habe und eine gute Leistung zeigen konnte, ist für mich das Tüpfelchen auf dem i», fand Stirnemann. «Es ist ein wunderschöner Abschluss meiner Profikarriere, ich hätte es mir nicht besser erträumen können.»

Später wird sie von ihren Teamkolleginnen auf Schultern getragen:

Grösste Erfolge in der Kategorie Eliminator

Für Kathrin Stirnemann geht nach der Mountainbike-EM eine lange Profikarriere zu Ende. 2007 wurde sie Europameisterin bei den Juniorinnen, 13 Jahre später ist Schluss. Erst 30 Jahre alt ist Stirnemann, der Entscheid zum Rücktritt ist in ihr aber trotz verhältnismässig frühem Zeitpunkt gereift. «Es war kein einfacher Entscheid. Doch ich bin glücklich darüber, dass ich ihn getroffen habe. Es war in den letzten Jahren sehr hart. Ich habe viel investiert, konnte aber leider in den letzten Jahren nicht das herausholen, was ich mir vorstelle. Mein Anspruch war es nie, um den 30. Rang im Weltcup zu kämpfen. Mein Anspruch war höher. Leider konnte ich ihn nicht erfüllen.» Aufwand und Ertrag habe nicht mehr gestimmt. «Darum möchte ich mich nun lieber weiterentwickeln. Ich möchte mein erarbeitetes Wissen, dem Nachwuchs weitergeben können.»

In Leogang hat Stirnemann auf dem E-Bike noch eine WM-Silbermedaille geholt. Stirnemanns Leistung war umso beeindruckender, fuhr sie erst ihr zweites Rennen mit einem elektrisch unterstützten Mountainbike.

Doch die grössten Erfolge ihrer langen Karriere liegen noch eine Weile zurück. Sie holte sie weder im Cross Country, noch auf dem E-Bike, sondern in der Disziplin Eliminator. Zweimal wurde sie Weltmeisterin, dreimal Europameisterin, sie holte an den European Games 2015 Silber und gewann 2014 den Gesamtweltcup. Dank ihren vielen Erfolgen wurde Stirnemann 2017 zur  «Aargauer Sportlerin des Jahres» ausgezeichnet.

Die Aargauer Sportlerin des Jahres 2017: Kathrin Stirnemann.

Die Aargauer Sportlerin des Jahres 2017: Kathrin Stirnemann.

Trotz Erfolgen in anderen Kategorien: Der grosse Durchbruch im Cross Country, der einzigen Olympische Mountainbike-Disziplin, liess auf sich warten. «Mein Anspruch war es nicht, nur im Eliminator gut zu sei. Mein Anspruch war es stets, auch im Cross Country vorne mitfahren zu können. Leider ist mir das nicht gelungen.»

Den Weg in den Spitzensport verdankt Kathrin Stirnemann auch ihrem Vater. Dieser hatte beim RC Gränichen einen Trainingsstützpunkt aufgebaut. «Ich hatte unwahrscheinliches Glück, dass ich vor meiner Haustüre perfekte Trainingsbedingungen vorfand», sagte Stirnemann einmal. Auch ihr um zwei Jahre jüngerer Bruder Matthias ist Mountainbike-Profi. Wie seine Schwester belegte er an der Heim-Europameisterschaft den 14. Rang.

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