NLA
Eine logische Niederlage: Die Starwings verlieren in Genf klar mit 78:100

Es gibt dankbarere, vor allem einfachere Aufgaben, als an einem Freitagabend in den Genfer „Banlieues“ gegen einen übermächtigen Rivalen zu spielen. Morgen Sonntag (16 Uhr) empfangen die Starwings mit Union Neuchâtel eine weitere Landesgrösse in der Sporthalle Birsfelden.

Georges Küng
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Kenneth Nars

Eine Halbzeit lang spielten die „Wings“ mit der Profi-Equipe namens Les Lions auf Augen­höhe. Das Baselbieter Sextett hielt dagegen und trug wesentlich zu den animierten, kurz­weiligen und rassigen ersten 20 Minuten bei.

Aber man musste kein Prophet sein um zu wissen, dass irgendwann der „Bruch“, in Form eines Einbruches, kommen würde. Denn Genf kann mindestens mit zehn Mann rotieren und so den Rhythmus hochhalten. Der Widersacher aus Birsfelden, und hier Cheftrainer Roland Pavloski, muss dosieren, sogar „spekulieren“, damit niemand zu schnell ausser Atem kommt oder in Foulbedrängnis kommt.

Und die Romands, die heuer mit Vehemenz den in der letzten Saison an Monthey verlore­nen Meistertitel wieder an den Lac Léman holen wollen, werden irgendwann noch einen vierten, hochkarätigen Profi ausländischer Provinienz verpflichten. Das Birstaler Kombinat hat andere Sorgen.

Ohne möglichen Bank-Alternativen

Die Leistung vom Freitagabend in Genf, präziser Meyrin, hätte wohl gereicht, um vor einer Woche gegen Central Luzern zu siegen. Die Wurfquote bei den Dreiern war superb (14 von 24 Versuchen und 57 Prozent hat internationalen Wert).

Les Lions de Genève – Starwings 100:78 (52:47)

Pommier, Meyrin. – 895 Zuschauer. – SR: Novakovic/Marmy/Chalbi.

Genf: Medford (12), Addison (24), Kovac (16), Mladjan (21), Elliott (11); Cotture (9), Gravet (2), Grüninger, Pythoud (5), Solioz, Küb­ler, Kuba,

Starwings: Kostic (14), Babic (13), Hess (20), Tutonda (8), Calasan (11); Schoo (10), Verga, Grédy (2); Devcic.

Bemerkungen: Genf komplett (aber noch ohne 4. Ausländer). – Starwings ohne Herrmann (ver­letzt). - Viertelsresultate: 27:26, 25:21 (52:47);

Weni­ger gut die „Fragilität“ unter den Körben – aber auch hier: Pavloski muss Nemanja Ca­lasan, Brunelle Tutonda und Björn Schoo anhalten, „vorsichtig“ zu verteidigen, denn (Bank-)Alternativen hat es keine. Bei Genf kam mit Zuzug Lucas Pythous (24) ein Mann für mickrige sieben Minuten ins Spiel, welcher in der letzten Saison mit Aufsteiger Lausan­ne jeweils 40 Minuten durchspielte.

Und trotz seiner nur 175 Zentimeter Lebendgrösse eine fixe Grösse war. Bei den Löwen ist er nur noch der 9. Mann – dürfte aber sein Gehalt mindestens vervierfacht haben... Und das Nationalmannschafts-Trio Marko Mladjan, Ro­berto Kovac und Arnaud Cotture kostet den Genfer Löwen doppelt so viel wie das gesam­te Starwings-Kader, inklusive Trainer... Auch das ist Schweizer Basket.

Keine Zeit zum Trauern

Zeit, um die Niederlage zu verkraften, bleibt den Starwings nicht lange. Bereits am Sonn­tagnachmittag kommt mit Union Neuchâtel ein Rivale, der auf dem Papier ebenfalls über­mächtig ist. Die Neuenburger haben, nach Startschwierigkeiten, gestern den Neuling Ri­viera Vevey locker und im Schongang mit 99:55 (!) überfahren.

Die Viviser haben übri­gens ein doppelt so hohes Budget wie die Starwings. Damit ist auch schon gesagt, wem die Fa­voritenrolle gebührt. Und die letzten Jahre haben gezeigt, dass bei Doppelrunden die „Kleinen“ (man darf auch Arme sagen) gänzlich einbrechen... und nicht erst wie die Star­wings nach 25 Minuten, in denen sie dem Titelkandidaten alles abforderten und nahe­zu ebenbürtig waren.

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