Kommentar
Eine schmeichelhafte Goldmedaille

Wendy Holdener, Ramon Zenhäusern, Aline Danioth und Daniel Yule haben der Schweiz mit ihrem Triumph im Team-Wettkampf die zweite Goldmedaille der WM beschert. Was unser Mann vor Ort, Claudio Zanini, dazu meint, lesen Sie in seinem Kommentar.

Claudio Zanini
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Impressionen vom Team-Wettkampf
36 Bilder
Der Jubel unmittelbar nach dem Rennen ist gross.
Für die Schweiz ist es die vierte WM-Medaille an den Weltmeisterschaften in Are.
Somit ist die Schweiz nach Olympiasiegerin nun auch Weltmeisterin im Team-Wettkampf.
Zenhäusern nach seinem erfolgreichen Lauf.
Die Schweizer feiern ihre gewonnene WM-Medaille.
Die Bronzemedaille sichert sich Italien mit einem Sieg über Deutschland.
Mit dem Duell zwischen Österreich und Argentinien wird der Team-Wettkampf eröffnet.
Argentinien schlägt sich wacker, Österreich holt sich aber alle vier Punkte und ist eine Runde weiter.
Zwischen Slowenien und der Slowakei steht es 2:2, die Slowakei entscheidet die Runde aber mit den besseren Zeiten für sich und zieht in den Viertelfinal ein.
Auch die Norweger lassen nichts anbrennen und gewinnen gegen Tschechien mit 4:0.
Das nächste Duell: Finnland gegen Italien – der Sieg geht mit 3:1 an Italien.
Russland tritt gegen Frankreich an – und verliert mit 1:3 Punkten. Frankreich somit im Viertelfinal.
Deutschland kann sich mit 3:1 gegen Grossbritannien durchsetzen.
Und auch Schweden gelingt der Viertelfinaleinzug mit einem 3:1-Sieg gegen Kanada.
Dann stehen die Schweizer am Start – Wendy Holdener mit einem souveränen Sieg gegen Belgiens Marjolein Decroix.
Ramon Zenhäuser gegen Tom Verbeke.
Daniel Yules Gegner stürzt, sodass Yule einen weiteren Punkt für die Schweiz holen kann.
Die Schweiz siegt souverän mit 4:0 und steht im Viertelfinal gegen Schweden.
Österreich bodigt die Slowakei im Viertelfinal diskussionslos und steht im Halbfinal.
Auch Italien schafft gegen Norwegen den Einzug in den Halbfinal.
Deutschland siegt gegen Frankreich mit 3:1 und steht ebenfalls im Halbfinal.
Im Viertelfinal-Duell gegen Schweden stürzt der Schweizer Daniel Yule.
Eine ganz knappe Sache zwischen der Schweiz und Schweden: Es steht 2:2, doch dank der besseren Zeit darf die Schweiz noch weiter von der WM-Medaille träumen.
Im Halbfinal haben die Österreicher die besseren Zeiten ziehen somit in den Final ein – für Italien geht es nur noch um die Bronze-Medaille.
Unfassbar: Gegen Deutschland qualifiziert sich die Schweiz über die Zeit für den Final des Team-Event – eine WM-Medaille ist also bereits sicher.
Ramon Zenhäusern nach seinem Lauf.
Ein Blick auf die Piste.
Im kleinen Final sichert sich Italien die Bronzemedaille – Deutschland geht leer aus.
Der Traum wird wahr: Dank einem starken Lauf von Ramon Zenhäusern kann Österreich besiegt werden – die Schweiz ist neuer Weltmeister im Team-Event!
Grosse Freude im Schweizer Team.

Impressionen vom Team-Wettkampf

JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Parallel-Rennen sollen die Zukunft des alpinen Skisports sein. Doch sie haben ein zweifelhaftes Standing in der Szene. Connaisseure monieren, die Disziplin habe nichts mit dem klassischen Skisport zu tun. Das Format sei unausgegoren, ein seltsamer Hybrid zwischen Slalom und Riesenslalom.

Es gibt nachvollziehbare Argumente gegen Parallel-Formate. Doch der Teamwettbewerb an dieser Weltmeisterschaft hat gezeigt: Der Besucheraufmarsch ist höher als bei den klassischen Disziplinen. Nie zuvor war mehr Publikum im Zielraum von Åre, auch nicht bei den Abfahrten. Wenn es letztlich darum geht, mehr Leute an die Pisten zu locken, dann erfüllt der Teamwettbewerb seinen Zweck.

Zusätzlich Gewicht kriegt der Wettkampf, wenn die Teams das Rennen ernst nehmen. Das gilt für das Schweizer Team ganz besonders. Wendy Holdener, Ramon Zenhäusern, Aline Danioth und Daniel Yule zögerten nie in diesem Rennen. Im Viertelfinal schalteten sie Mitfavorit Schweden aus, danach folgte der Durchmarsch.

In Åre 2007 hatte die Schweiz letztmals an einer WM im Teamwettkampf reüssiert. Marc Berthod und Daniel Albrecht führten die Mannschaft damals zu Bronze. Es folgte eine Durststrecke. Bis im vergangenen Winter Olympiagold in Südkorea herausschaute. Die Leaderfiguren damals waren die gleichen wie heute: Wendy Holdener und Ramon Zenhäusern.

Diese Goldmedaille ist schmeichelhaft. Aber sie zählt wie jede andere zur Gesamtbilanz und hievt die Schweiz an die alleinige Spitze des Medaillenspiegels. Richtig wertvoll wäre die Medaille, wenn sie Schub verleihen könnte für die verbleibenden Rennen in den technischen Disziplinen.