Einzelkritik
Dreimal ungenügend und Akanji mit Bestleistung – das sind die Noten der Schweizer Natispieler beim 1:1 gegen Wales

Die Schweizer Fussballer erreichen gegen Wales im ersten Spiel der EM nur ein 1:1-Unentschieden. Welche Spieler haben überzeugt? Wer hat enttäuscht? Lesen Sie unsere Einzelkritik.

Etienne Wuillemin
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Yann Sommer, Torhüter

Wunderbarer Flug: Sommer.

Wunderbarer Flug: Sommer.

Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone

Falls noch irgendjemand zweifelte, ob Sommer weiterhin zur Weltklasse gehört: In der 15. Minute sind sie ausgeräumt. Wie er den Kopfball von Moore aus der Ecke fischt, ist grossartig. Beim Gegentor ist er machtlos, zu gut ist der Kopfball von Moore diesmal. Note 5

Nico Elvedi, Innenverteidiger

Lässt sich einmal schlimm überlaufen. Sonst aber mit einem guten Auftritt. Gewinnt viele Zweikämpfe, ist immer nahe am Gegner und darum fehlerlos. Note 5

Fabian Schär, Innenverteidiger

Seine langen Bälle waren auch schon präziser. Muss nach Elvedis Fehler eine gelbe Karte nehmen. Beim Gegentor ist er es, der am nächsten von Torschütze Moore steht – aber eben nicht nahe genug. Trotzdem gilt: solide Leistung. Anfangs der Partie mit einem schönen Versuch per Hacke. Note 4,5

Manuel Akanji, Innenverteidiger

Bester Verteidiger: Akanji.

Bester Verteidiger: Akanji.

Claudio Thoma/Freshfocus / freshfocus

Der beste Verteidiger. Immer präsent. Sehr starkes Defensivverhalten, gewinnt viele Zweikämpfe. Und er spielt immer wieder hervorragende lange, flache Bälle, um das Spiel auszulösen. Note 5

Kevin Mbabu, rechter Aussenläufer

Zunächst einige Minuten mit Mühe, lässt bei der ersten Grosschance von Wales die Flanke zu. Danach kommt er besser ins Spiel. Erobert einige Bälle, viele Flanken in die Mitte (wenn auch zu ungenau). In der zweiten Hälfe gelingt es ihm zu selten, mit Drive in die Nähe des gegnerischen Tores zu kommen. Immerhin ohne grobe Aussetzer nach hinten. Note 4

Granit Xhaka, Mittelfeldspieler

Enttäuschung: Captain Xhaka.

Enttäuschung: Captain Xhaka.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Der Schweizer Captain und Chef nimmt das Spiel zu wenig an die Hand. Sein Einfluss müsste grösser sein, gerade in den Momenten nach der Führung wäre er gefordert, der aufkommenden Passivität einen Riegel zu schieben. Aber auch bei ihm gilt: keine grossen Aussetzer. Note 3,5

Remo Freuler, Mittelfeldspieler

Auch er versucht, die Risiken zu minimieren. Gute Zweikämpfe, ist präsent und ruhig am Ball. In der ersten Hälfte gelingt es ihm besser, das Spiel anzukurbeln. Sein Pech ist, dass der Eckball, den er in Kauf nimmt, obwohl nicht wirklich zwingend, zum Ausgleich führt. Note 4

Ricardo Rodriguez, linker Aussenläufer

Lange konnte er kaschieren, dass er bei seinem Verein Torino nur Ersatzspieler ist. Diesmal nicht. Er hat nicht die Dynamik und die Ballsicherheit seiner besten Tage. An erster Stelle steht sein Bemühen, keine Fehler zu machen. Immerhin dies gelingt. Aber gerade im Spiel nach vorne fällt er mit zu vielen Ungenauigkeiten auf. Note 3,5

Xherdan Shaqiri, Spielmacher

Seine Lust ist zu erkennen. Die engmaschige Waliser Abwehr kommt ihm nicht entgegen. Aber es gelingt ihm trotzdem, immer wieder Nadelstiche zu setzen und die Bälle zu verteilen. Vor allem zieht er die Aufmerksamkeit der Waliser auf sich. Als er ausgewechselt wird, fehlt den Schweizern ein Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff. Die Schweizer Passivität beginnt allerdings bereits in den letzten Minuten mit ihm. Toller Eckball auf Embolo beim 1:0. Note 4,5

Breel Embolo, rechter Stürmer

Moment der vermeintlichen Erlösung: Embolo.

Moment der vermeintlichen Erlösung: Embolo.

Tolga Bozoglu / Pool / EPA

In den ersten 30 Minuten unsichtbar. Kurz vor der Pause fällt er erstmals auf, behauptet sich im Strafraum, doch die Vorlage für Seferovic gerät zu scharf und zu ungenau. Was Embolo aber nach der Pause zeigt, ist herausragend. Da ist das Tor, natürlich, als er die Schweiz per Kopf in der 49. Minute in Führung bringt. Aber da ist auch plötzlich ein Spieler am Werk, der mit seiner Wucht den Gegner immer wieder vor Probleme stellt. Der auch viele Bälle hält. Und dann ganz am Ende die Krönung ganz knapp verpasst, weil Wales-Torhüter Ward hält. Note 5

Haris Seferovic, linker Stürmer

Der auffälligste Schweizer in der ersten Hälfte. Kommt dreimal zum Abschluss, ein Tor dürfte er daraus durchaus erzielen. In der zweiten Halbzeit taucht er etwas ab, steht im Schatten von Embolo. Note 4

Denis Zakaria, Mittelfeld

In der 65. Minute für Shaqiri eingewechselt. Findet nie ins Spiel. Ohne jedes Selbstvertrauen. Wirkt irgendwie verloren. Vielleicht kein Zufall, dass die Schweizer Passivität dann beginnt, als Zakaria reinkommt. Note 3

Zu kurz im Spiel für eine Bewertung:

Mario Gavranovic (in der 84. Minute für Seferovic eingewechselt). Beinahe mit der Geschichte des Tages, als er mit seiner ersten Ballberührung ein Tor erzielt – dabei aber knapp im Abseits steht.

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