Einzelkritik
Frei ist Gold wert, andere sind eher aus Holz: Die Noten zum 4:1 gegen den FC Luzern

Die Erlösung ist gross. Der FC Basel gewinnt mit 4:1 gegen Luzern, doch auch die Gäste schnupperten am Sieg. Deshalb sind auch die Noten nicht so eindeutig wie das Resultat.

Jakob Weber
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Fabian Frei und Aldo Kalulu wussten offensiv zu gefallen.

Fabian Frei und Aldo Kalulu wussten offensiv zu gefallen.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Heinz Lindner: Note 4,5
Pariert zweimal stark gegen Ndiaye und bewahrt den FCB so vor einem Rückstand. Beim Tor von Schaub ist er machtlos. Ansonsten ballert Luzern meistens neben sein Gehäuse.

Jasper van der Werff: Note 3,5
Ein haarsträubender Fehlpass löst kurz nach der Pause eine zwanzigminütige Drangphase Luzerns aus, in der van der Werff völlig verunsichert ist und in jeder Aktion holzig wirkt. Zum Glück fängt er sich später und kann an die solide Leistung aus dem ersten Durchgang anknüpfen.

Timm Klose: Note 4,5
Eine Halbzeit lang hat er alles im Griff, dann lädt auch er Luzern mit einem Fehlpass zu einem Tor ein. Doch weil das Angebot ausgeschlagen wird und Klose in der Folge den Laden wieder stabilisieren kann, ist er doch einer der besten.

Eray Cömert: Note 4,5
Verzweifelt in der 2. Halbzeit, weil das Pressing nicht mehr funktioniert und die defensive Ordnung nicht stimmt. Seine Hilfeschreie werden von den Kollegen mit etwas Verzögerung erhört. Cömert selbst spielt äusserst konzentriert.

Raoul Petretta: Note 5
Hat so viel Zeit, dass er dreimal überlegt, den Ball in die Mitte zu passen. Doch weil dann immer noch keiner angreift, schiesst er ihn einfach selber rein. Das 1:0 ist sein erster Treffer seit mehr als einem Jahr. Damals traf Petretta in Nikosia gegen Apoel. Defensiv hat er weniger Probleme als Kollege van der Werff. Doch beim Ausgleich geht Schaub in seinem Rücken vergessen.

Raoul Petretta jubelt über seinen Führungstreffer.

Raoul Petretta jubelt über seinen Führungstreffer.

Martin Meienberger/Freshfocus

Fabian Frei: Note 5
Abzüge gibt es nur in der Defensivarbeit. Dort hat er nach dem Seitenwechsel das Zentrum für zwanzig Minuten überhaupt nicht im Griff. Doch dann trifft Frei überlegt zum 2:1 und legt auch das 3:1 kurz vor Schluss auf. Ganz wichtige Skorerpunkte.

Pajtim Kasami: Note 4,5
Eine Halbzeit als Sechser, eine Halbzeit als hängende Spitze. Kasami haut überall alles rein und steht auch am Ursprung des 2:1 und des 4:1. Doch defensiv sind hinter ihm immer wieder grosse Lücken.

Darian Males: Note 3,5
Offensiv ist er in Ansätzen gefährlich. Doch seine Rückwärtsbewegung und vor allem seine negative Körpersprache führen dazu, dass er dem Team noch nicht wirklich helfen kann.

Matias Palacios: Note 3
Verliert alle seine Zweikämpfe und leitet so einmal beinahe ein Gegentor ein. Sein erster Auftritt im Joggeli war definitiv kein Bewerbungsschreiben. Muss nach neun Ballverlusten bei nur 28 Ballkontakten zur Pause folgerichtig raus.

Aldo Kalulu: Note 4,5
Vergibt freistehend eine Hundertprozentige und verzichtet im Gegenzug auf das notwendige Einrücken in die Abwehrkette. So steht es statt 2:0 für Basel 1:1. Macht diesen Doppelpatzer aber mit unbändigem Einsatz und seiner herrlichen Vorarbeit zum 2:1 mehr als wett.

Arthur Cabral: Note 3,5
Auch er hätte das 2:0 kurz nach der Pause machen müssen. Doch er scheitert am gut reagierenden FCL-Goalie Müller. Auch per Hacke verfehlt er in Halbzeit 1 das Tor.

Luca Zuffi: Note 4,5
Ersetzt Palacios in der Halbzeit und überrascht dann mit ungewohnten Qualitäten. Blockt mehrfach gefährliche Abschlüsse von Luzern und klärt auch sonst immer wieder in extremis, weil er im eigenen Sechzehner genau richtig steht.

Edon Zhegrova ist einer von zwei Jokern, die an diesem Abend stachen.

Edon Zhegrova ist einer von zwei Jokern, die an diesem Abend stachen.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Zu kurz im Einsatz für eine Note:

Andrin Hunziker (72. für Cabral): Sieht Sekunden nach seiner Einwechslung seine erste gelbe Karte im Profibetrieb. Ansonsten unauffällig.

Edon Zhegrova (80. für Kalulu): Darf nach seinem unerlaubten Kurzausflug in die Heimat unter der Woche in der Schlussphase beweisen, dass er aus diesem Fehler gelernt hat. Erzielt nach einem Konter, den er selber einleitete, das entscheidende 3:1.

Adrian Durrer (87. für Males): Der 19-jährige Basler feiert sein Profidebüt und darf mit dem 3:1 direkt ein Tor seiner neuen Kollegen bejubeln. Zur Krönung trifft er dann mit seinem ersten Schuss in der Super League in der 94. Minute tatsächlich ins Tor und sorgt für den Endstand.

Debüt, Debüt-Tor und Kuss aufs FCB-Logo. Adrian Durrer erlebt einen Abend, den er wohl nie mehr vergessen wird.

Debüt, Debüt-Tor und Kuss aufs FCB-Logo. Adrian Durrer erlebt einen Abend, den er wohl nie mehr vergessen wird.

Georgios Kefalas / KEYSTONE