NHL

Aus der Anonymität ins Rampenlicht: Ein Tausch als grosse Chance

Denis Malgin (l.) im Zweikampf mit Jewgeni Malkin

Denis Malgin (l.) im Zweikampf mit Jewgeni Malkin

Der Oltner Denis Malgin wurde von den Florida Panthers zu den Toronto Maple Leafs transferiert. Beim 4:0-Sieg gegen die Pittsburgh Penguins feierte der 23-Jährige einen erfolgreichen Einstand bei seinem neuen Team. Und deutete an, dass er in der eishockey-verrückten, kanadischen Metropole seine NHL-Karriere neu lancieren könnte.

Die Wege in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL sind oft unergründlich und unberechenbar. Das musste der Oltner Denis Malgin dieser Tage am eigenen Leib erfahren. Eben war er noch Mitglied der Florida Panthers. Plötzlich wurde bekannt, dass er nach Kanada zu den Toronto Maple Leafs transferiert wurde.

Highlights Toronto - Pittsburgh

Gegensätzlicher geht es fast nicht. Hier die Mannschaft, die im sonnigen Süden der USA ein Mauerblümchendasein abseits des Rampenlichts fristet und mehrheitlich in einem halb vollen Stadion spielt. Dort das kanadische Team in der wohl eishockey-verrücktesten Stadt der Welt, bei dessen Spielen der Schwarzmarkt aufgrund der riesigen Ticket-Nachfrage jeweils die buntesten Blüten zu treiben pflegt.

Kurz: Für Denis Malgin ist dieser Klubwechsel in vielerlei Hinsicht ein Kulturschock. Schon allein der mediale Fokus wird unvergleichlich sein. ­Während sich in Sunrise, einem Vorort von Miami, maximal Eine Hand voll Journalisten um das lokale Eishockeyteam kümmern, herrscht in Toronto permanent höchste Aufregung rund um die Ahornblätter. Jedes Training wird von dutzenden von Medienschaffenden begleitet, jedes Spiel, jede Bewegung der Hauptdarsteller seziert und analysiert.

Ein Kulturschock, aber auch gute Perspektiven

Denis Malgin wird sich in diesem von permanenter Unruhe geprägten Umfeld erst mal akklimatisieren müssen. Aber für den 23-Jährigen ist der Wechsel in die kanadische Metropole im Hinblick auf den weiteren Karriereverlauf eine riesige Chance. Einerseits deshalb, weil er sein Talent erstmals im Rampenlicht und nicht mehr in der Anonymität unter Beweis stellen kann. Anderseits, weil er bei den Maple Leafs auch punkto Einsatzchancen die viel besseren Perspektiven hat.

Bei den Florida Panthers, die Malgin 2015 in der vierten Runde des NHL-Drafts ausgewählt hatten, kam er in den letzten dreieinhalb Jahren zu insgesamt 184 Einsätzen (28 Tore, 32 Assists), konnte sich aber trotzdem nie richtig einen Stammplatz erkämpfen. Auch in der laufenden Saison sah es erst danach aus, als ob der Oltner zum Stammpersonal von Trainer Joel Quenneville gehören würde, ehe er sich doch wieder auf der Tribüne fand. Wenig erstaunlich war angesichts dieser unsicheren Lage auch der Umstand, dass Malgins Agent schon seit geraumer Zeit einen Transfer seines Klienten bei Panthers-GM Dale Tallon forderte.

Denis Malgin erzielte für die Panthers 28 Tore.

Nun ist für Denis Malgin dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Die Leafs sicherten sich die Dienste des Schweizers im Tausch für Mason Marchment, einer klassischen Flügelfräse mit Gardemass. In Toronto hat Malgin die Perspektive, als spielstarker Center die dritte Sturmlinie anzuführen und sich vielleicht sogar ein paar Minuten Einsatzzeit in der zweiten Powerplay-Formation zu ergattern.

In einer Sturmlinie mit Tavares und Nylander

Nimmt man seinen ersten Einsatz für sein neues Team als Massstab, dann könnte sich die Hoffnung nach einer Neulancierung seiner ins Stocken geratenen NHL-Karriere erfüllen. Beim 4:0-Sieg gegen die Pittsburgh Penguins fügte sich der Oltner nahtlos ins Kollektiv der Maple Leafs ein. Ja mehr noch: er erhielt an der Seite von Superstar John Tavares und William Nylander über 15 Minuten Eiszeit.

Punktemässig ging er leer aus, verdeckte dem gegnerischen Goalie aber beim 1:0 durch Jake Muzzin die Sicht dank seiner Präsenz im Slot. Und er überzeugte die kritischen Beobachter generell mit seiner giftigen Spielweise, seiner Technik und seiner Übersicht.

Kurz: Es war für Denis Malgin ein Traumstart. Er und Toronto – das könnte passen.

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