Eishockey-WM
Die Qualifikation für den Viertelfinal ist geschafft: Schweiz besiegt Frankreich souverän mit 5:1

Die Schweizer Nationalmannschaft steht nach dem 5:1-Sieg im abschliessenden Gruppenspiel gegen Frankreich zum zweiten Mal in Folge im WM-Viertelfinal. Der Gegner am Donnerstag ist Finnland.

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Die Schweizer Fans in Kopenhagen haben allen Grund zum Jubeln: Die Schweiz steht im WM-Viertelfinal.
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Jubel bei der Schweiz über den 5:1-Sieg und die Viertelfinalqualifikation.
Der Schweizer Verteidiger Mirco Müller (l.) vor dem eigenen Tor im Zweikampf mit dem Franzosen Antonin Manavian.
Der Schweizer Fan-Block in der Arena in Kopenhagen.
Die Schweizer Fans in Kopenhagen haben allen Grund zum Jubeln: Die Schweiz steht im WM-Viertelfinal.
Timo Meier (r.) behält auch auf den Knien die Oberhand.
Nino Niederreiter scheitert unmittelbar vor dem zwischenzeitlichen 2:0 der Schweizer am französischen Torhüter Hardy.
Die Schweizer feiern das 3:0 durch Roman Untersander im Powerplay.
Der Schweizer Sven Andrighetto ist seinem französischen Gegenspieler einen Schritt voraus.
Nino Niederreiter wird von der französischen Defensive in die Mangel genommen.
Enzo Corvi (l.) bringt die Schweiz gegen Frankreich mit 2:0 in Führung.
Schweizer Jubel nach dem Treffer zum 2:0.
Impressionen aus der Partie Schweiz vs. Frankreich
Gregory Hofmann feiert seinen Treffer zur 1:0-Führung für die Schweiz.
Der Schweizer Stürmer Nino Niederreiter (3.v.l.) kämpft vor dem französischen Tor um den Puck.

Die Schweizer Fans in Kopenhagen haben allen Grund zum Jubeln: Die Schweiz steht im WM-Viertelfinal.

Keystone

Die Schweizer entledigten sich der Pflichtaufgabe auf souveräne Art und Weise. Nach etwas mehr als 15 Minuten führten sie bereits 2:0. Den ersten Treffer erzielte in der 13. Minute Gregory Hofmann, der zum zweiten Mal an diesem Turnier erfolgreich war. Der Stürmer von Lugano profitierte von einer genialen Vorarbeit von Gaëtan Haas, der seinen Gegenspieler via hinterem Torgehäuse aussteigen liess und dann zum im Slot positionierten Hofmann passte.

Beim 2:0 profitierten die Schweizer von einem Puckverlust von Kevin Hecquefeuille an der gegnerischen blauen Linie, worauf Nino Niederreiter und Timo Meier alleine auf den französischen Keeper Florian Hardy loszogen. Zwar liess sich Niederreiter die grosse Chance entgehen, Enzo Corvi schoss das Tor dann aber doch noch.

Sechster Skorerpunkt von Ramon Untersander

Im zweiten Drittel liessen die Schweizer eine zweiminütige doppelte Überzahl ungenutzt verstreichen. Dennoch gingen sie mit einem 3:0 in die zweite Pause. Ramon Untersander reüssierte in der 38. Minute im Powerplay mit einem Direktschuss.

Es war für den Berner Verteidiger, der nach der letztjährigen WM wegen einer Störung des Gleichgewichtssinns im Innenohr ans Aufhören gedacht hatte, bereits der dritte Treffer und der sechste Skorerpunkt an dieser WM. Der Pass kam von Roman Josi, der in seinem zweiten Einsatz in Kopenhagen eine sehr dominante Rolle einnahm.

Spätestens nach dem 4:0 von Kevin Fiala in der 43. Minute – wie bereits beim 1:0 war eine Strafe angezeigt – gab es über den Ausgang der Partie keinen Zweifel mehr. Der Stürmer der Nashville Predators schoss den Treffer allerdings nicht selber, vielmehr war es ein Eigentor von Hugo Gallet.

49 Sekunden danach gelang Guillaume Leclerc mit einem Ablenker der Ehrentreffer für die Franzosen, die ohne ihre Topspieler Yohann Auvitu (Adduktoren) und Stéphane Da Costa (Hand) antreten mussten. Für den Schlusspunkt sorgte Simon Moser (54.) mit dem zweiten Schweizer Shorthander an diesem Turnier. Auf Seiten der Franzosen stand Headcoach Dave Henderson zum letzten Mal an der Bande – der 66-Jährige hatte das Amt 2004 übernommen.

Revanche für die Niederlage vor Jahresfrist

Obwohl sich die Schweizer souverän für die 3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen an der WM vor einem Jahr in Paris revanchierten, gibt es durchaus noch Luft nach oben. So liessen sie zu viele gute Chancen der Franzosen zu.

Vor dem 2:0 beispielsweise scheiterte Anthony Rech solo vor Leonardo Genoni. Der Berner Keeper hatte zwar nicht allzu viel zu tun, er war jedoch auf dem Posten, wenn er gebraucht wurde. Genoni kam nur deshalb zum Zug, weil Reto Berra angeschlagen ist. Ausserdem kassierten die Schweizer zum dritten Mal an dieser WM eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Solche Unkonzentriertheiten dürfen sie sich gegen Finnland kaum leisten.

Im Viertelfinal gegen Finnland

Die Finnen sicherten sich mit einem 6:2 gegen die USA den Sieg in der Gruppe C. Zuvor hatten sie schon Kanada (5:1) keine Chance gelassen. Das unterstreicht die Stärke der Nordländer.

Der letzte Schweizer Sieg gegen Finnland an einem Grossanlass liegt 30 Jahre zurück. An den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary gewannen sie 2:1. Seither setzte es acht Niederlagen ab.

Telegramm

Schweiz - Frankreich 5:1 (2:0, 1:0, 2:1)

Kopenhagen. – 6573 Zuschauer. – SR Olenin/Schukies (RUS/GER), Davis/Jensen (USA/DEN). – Tore: 13. Hofmann (Haas, Müller) 1:0 (Strafe angezeigt). 16. Corvi (Niederreiter, Meier) 2:0. 38. Untersander (Josi, Corvi/Ausschluss Claireaux) 3:0. 43. Fiala (Haas, Fora) 4:0 (Strafe angezeigt) 4:0. 44. Leclerc (Chakiachvili, Perret) 4:1. 54. Moser (Vermin, Müller/Ausschluss Corvi!) 5:1. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten.

Schweiz: Genoni; Diaz, Josi; Untersander, Kukan; Fora, Müller; Frick; Rod, Schäppi, Scherwey; Niederreiter, Corvi, Meier; Andrighetto, Vermin, Fiala; Moser, Haas, Hofmann; Riat.

Frankreich: Hardy; Manavian, Chakiachvili; Hecquefeuille, Gallet; Janil, Raux; Thiry; Fleury, Guttig, Rech; Teddy da Costa, Texier, Treille; Lampérier, Claireaux, Douay; Perret, Ritz, Leclerc; Bouvet.

Bemerkungen: Schweiz ohne Berra (verletzt), Senn (Ersatztorhüter), Baltisberger und Genazzi (beide überzählig), Frankreich ohne Stéphane da Costa und Auvitu (beide verletzt). – Pfostenschuss Niederreiter (16./Nachschuss führt zum 2:0).

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