WM in Minsk

Die Schweizer müssen gegen Finnland nachlegen

Kann die Schweizer Eishockey-Nati heute erneut jubeln?

Kann die Schweizer Eishockey-Nati heute erneut jubeln?

Der erste Schweizer Sieg an der WM in Minsk war eine Befreiung. Er bringt aber nur dann wirklich etwas, wenn das Team von Sean Simpson heute gegen Finnland nachdoppelt.

Nach drei Niederlagen haben die Schweizer mit dem 3:2 gegen Deutschland endlich die ersten Punkte geholt - als letztes der 16 WM-Teams. Damit hat sich die Situation allerdings nur leicht verbessert. Um die angestrebten Viertelfinals zu erreichen, müssen wohl auch die letzten drei Partien gewonnen werden, was ein sehr schwieriges Unterfangen wird. Deshalb war zwar am Morgen nach dem Spiel gegen Deutschland die Erleichterung zu spüren, mehr aber auch nicht. "Wir wissen, dass wir auf die Niederlagen-Serie am Anfang noch reagieren müssen. Wir sind noch nirgends", brachte es Reto Suri auf den Punkt. In die gleiche Richtung äusserte sich Reto Schäppi: "Es ist nicht so, dass wir schon etwas Gewaltiges erreicht haben."

Der Sieg gibt aber definitiv Selbstvertrauen, auch wenn weiterhin viel Luft nach oben besteht. Vor allem in der Defensive hatten die Schweizer noch zu viele Aussetzer, die sie sich gegen eine Klassemannschaft wie Finnland nicht mehr leisten dürfen. "Wir machen zu viele einfache Fehler. Es ist wichtig, dass wir das System von vorne her spielen, damit wir hinten dann auch aushelfen können", so Suri.

Die Finnen, die 15 WM-Neulinge im Kader haben, sind aber von einem anderen Kaliber als die Deutschen, auch wenn sie die ersten beiden Partien ebenfalls verloren haben - wobei das 2:3 gegen Lettland einer Überraschung gleichkam. Beim 4:0 gegen Deutschland deuteten sie das Potenzial aber an.

Wie schwierig die Aufgabe gegen Finnland wird, zeigt die Statistik. Der letzte Schweizer Sieg gegen die Nordländer an einem Grossanlass datiert vom 14. Februar 1988: 2:1 an den Olympischen Spielen in Calgary. An einer WM gewann die SIH-Auswahl letztmals 1972 in Prag (3:2), danach setzte es acht Niederlagen ab. Seit dem Wiederaufstieg im Jahr 1997 verloren die Schweizer viermal, und dies mit einem Torverhältnis von 3:17.

"Sie gehören immer zu den Favoriten, sind technisch sehr stark und pflegen bei der Härte einen nordamerikanischen Stil", sagte Simpson nach dem gestrigen Training, in dem Damien Brunner fehlte. Der Schweizer WM-Topskorer sollte heute aber einsatzfähig sein. Ob Simpson in der Aufstellung Änderungen vornimmt, liess er offen. Im Tor wird zum vierten Mal in Folge Reto Berra stehen. Der Keeper der Colorado Avalanche strahlte gegen Deutschland eine grosse Sicherheit aus. "Ich habe schnell den Rhythmus gefunden. Es ist jedes Spiel besser gegangen", so Berra. Und körperlich fühlt er sich nach wie vor gut.

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