Swiss-League-Playoffs

EHCO-Torhüter Matthias Mischler und die Parade für die Ewigkeit

Matthias Mischler.

Matthias Mischler.

Matthias Mischler war der überragende Oltner beim 2:1-Sieg in Langenthal. Goalietrainer Michael Tobler spürte schon beim Warm-up, dass es ein guter Tag für den EHCO-Keeper sein würde. Die Parade für die Ewigkeit gegen Kim Karlsson war nur das Sahnehäubchen auf eine Glanzleistung.

In der nordamerikanischen Profiliga NHL werden immer mal wieder die Highlights der schönsten Tore und der besten Goalie-Paraden gezeigt. Was man dort zu sehen bekommt, ist oft atemberaubend und unfassbar.

Unfassbar war auch die Szene in der 24. Minute, als Matthias Mischler einen Save zeigte, der problemlos Unterschlupf finden würde in den NHL-Höhepunkten. Plötzlich stand Langenthals Kim Karlsson alleine vor dem fast leeren Oltner Tor und hätte den Puck nur noch versorgen müssen.

Der Schwede schoss, musste dann aber ungläubig mit ansehen, wie Matthias Mischlers Stock herangebraust kam und die Scheibe am Überqueren der Torlinie hinderte. Eine Wahnsinnstat des EHCO-Goalies! «Er war schon geschlagen, aber dank seinem Kampfgeist konnte er den Puck noch abwehren», freute sich auch EHCO-Goalie- und Assistenztrainer Michael Tobler über diese Parade für die Ewigkeit.

Die Parade von Mischler:

Save Mischler

Aber nicht nur in dieser Szene war Mischler eine Klasse für sich. Am Ende des Abends war er fast im Alleingang dafür verantwortlich, dass die Oltner diesen Sieg im wahrsten Sinne des Wortes gestohlen hatten. 39 Paraden hatte er schliesslich vorzuweisen, darunter mehrere Glanztaten. Dass er am Ende nicht als bester EHCO-Spieler ausgezeichnet wurde, muss man wohl als schlechten Witz bezeichnen. Ihm und seinen Oltner Mitspielern konnte es egal sein. Sie hatten das im Sack, was zählt in den Playoffs: den Sieg.

Matthias Mischler ist ein ruhiger Zeitgenosse und hat sich selbst während der Playoffs freiwillig ein Redeverbot auferlegt. Also haben wir Michael Tobler gefragt, wie er die Leistung seines Schützlings einschätzt: «Natürlich sehr gut. Er bringt genau das, was man sich von einem Torhüter während dieser Phase der Meisterschaft erhofft. Er strahlt viel Ruhe aus, und die Mannschaft hat Vertrauen in ihn.» Tobler erzählt, dass Mischler während der Playoffs noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht habe, noch fokussierter, noch konzentrierter an die Arbeit gehe.

Der ehemalige EHCO-Goalie, der nach der Entlassung von Bengt-Ake Gustafsson zum Assistenten von Headcoach Chris Bartolone aufgestiegen ist, hatte bereits beim morgendlichen Warm-up vor dem Spiel in Langenthal bemerkt, dass Mischler einen guten Tag haben würde: «Man sieht das an kleinen Details. Zum Beispiel, wie er sich bewegt, wie die Körperspannung ist, die Haltung.»

21 Schulterklopfer als Belohnung

Auch Headcoach Chris Bartolone schwärmte über die Darbietung seines Goalies: «Er hat überragend gespielt. So, wie schon während der ganzen Playoffs. Heute machte er den Unterschied aus. Er hat uns gerettet, ganz klar.»

Bleibt die Frage, ob es auch noch eine interne Auszeichnung für den Hauptdarsteller dieses Diebstahls gab? Bartolone lachend: «Er hat 21 Schulterklopfer seiner Mitspieler erhalten. Und einen von mir.» Und wer weiss: vielleicht finden die Bilder der Parade ja sogar noch den Weg nach Übersee.

Den Matchbericht lesen Sie hier.

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