Eishockey

Nach Aufhebung der Scherwey-Sperre: Liga ermittelt nach Antrag des SC Bern gegen Direktor Ueli Schwarz

Bern und Tristan Scherwey (Nummer 10) dürfen jubeln: Freispruch von der Liga

Bern und Tristan Scherwey (Nummer 10) dürfen jubeln: Freispruch von der Liga

Unmittelbar vor dem Start der finalen Playoff-Phase bahnt sich ein Machtkampf zwischen Bern und der Liga-Spitze an. Der Aufhebung der Scherwey-Sperre folgt ein Verfahren gegen Ueli Schwarz.

Der SC Bern hat ein Verfahren gegen Ueli Schwarz, den Direktor der National League, beantragt. Der Playoff-Finalist wirft ihm vor, sich in ein laufendes Verfahren der Verbandsjustiz eingemischt zu haben. Schwarz habe aktiv Einfluss auf deren Entscheidungsfindung genommen.

Gemäss einem Communiqué von Swiss Ice Hockey kritisiert der SCBern die Rolle von Schwarz im «Fall Scherwey». Der SCB-Stürmer war nach einem Check von Einzelrichter Reto Steinmann für ein Spiel gesperrt worden; die Sperre wurde nach einem Rekurs der Berner annulliert.

Der Check von Scherwey

Die Fakten vorweg. Tristan Scherwey wird am kommenden Samstag (20.15 Uhr) beim Playoff-Final-Auftakt in Lugano spielberechtigt sein.

Das Verbandssportgericht hat die von Einzelrichter Reto Steinmann verhängte Sperre und die in der Höhe von 1450 Franken angesetzte Busse gegen den Stürmer vollumfänglich aufgehoben.

Erstinstanzlich hatte die Liga-Justiz dem SCB-Powerflügel vorgeworfen, den Davoser Verteidiger Fabian Heldner in einem Zweikampf an der Bande behindert und fahrlässig verletzt zu haben. Bern rekurrierte umgehend und erfolgreich gegen den Entscheid.

Der harte Check Scherweys im letzten Halbfinal-Spiel (4:3) war korrekt. Die Aktion bebt allerdings nach, die "Justiz-Affäre" verlagert sich auf eine sportpolitische Ebene. Neben dem Rink kommt es womöglich zu einem ungemütlichen Showdown verschiedener Juristen.

Mit dem Freispruch von Scherwey begnügt sich der SC Bern nicht. Die Vereinsleitung beantragte quasi im Gegenzug ein Verfahren gegen den Verbandsvertreter Ueli Schwarz. Der SCB wirft dem Direktor der National League vor, sich in der "Causa Scherwey" bei der Urteilsfindung "aktiv eingemischt" zu haben.

Die Judikative sei eine unabhängige Instanz und dürfe nicht beeinflusst werden, begründen die SCB-Verantwortlichen ihren ungewöhnlichen Vorstoss. Indirekt unterstellt eine der mächtigsten Hockey-Organisationen der Schweiz Schwarz quasi, sein Amt missbraucht zu haben.

Swiss Ice Hockey will die hoch brisante Behauptung Berns derzeit nicht verbindlich kommentieren, lässt in einem Communiqué aber durchschimmern, weder Schwarz noch der Verband würden die Gewaltentrennung infrage stellen - der Sachverhalt sei aber umstritten.

Die nun seitens des SCB angestossene Untersuchung wird von einer unbeteiligten Stelle durchgeführt. Der in den bisherigen Prozess involvierte Einzelrichter Steinmann sowie sein Vertreter Oliver Krüger sind in den Ausstand getreten.

Weitere Details veröffentlichte der Verband nicht. Man wolle "keine Vorverurteilungen schüren", meldete die Kommunikations-Abteilung. Noch ist die Tragweite der schweren Vorwürfe nicht absehbar, mit einer raschen Klärung ist aber kaum zu rechnen.

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