National League

Nyffeler: «Wir werden nicht mit Schönwetter-Eishockey gewinnen»

Melvin Nyffeler will in dieser Saison die guten Leistungen bestätigen

Melvin Nyffeler will in dieser Saison die guten Leistungen bestätigen

Nach einem Traumjahr mit Cupsieg und Aufstieg müssen die Rapperswil-Jona Lakers in der National League wohl wieder kleinere Brötchen backen. Einer der Schlüsselspieler ist Goalie Melvin Nyffeler.

In der vergangenen Saison gewannen die Lakers 57 von 73 Pflichtspielen. Im Schweizer Cup liessen sie Lugano (3:0), Zug (5:1) und im Final Davos (7:2) keine Chance. "Am Tag X ist jeder Gegner in der Schweiz schlagbar, aber wir müssen es über mehrere Spiele zeigen", stellte Nyffeler klar. Genau das wird für die St. Galler die grosse Herausforderung sein, um die Playoffs oder zumindest den Ligaerhalt zu schaffen. Den Auftakt macht für die Lakers am Mittwochabend das Cupspiel in Dübendorf, ehe sie am Freitag in der Meisterschaft auswärts auf die SCL Tigers treffen.

Einiges wird von Nyffeler abhängen, ob es für Rapperswil-Jona eine erfolgreiche Saison wird. Der 23-Jährige hat gerade auch im Cup mit nur drei Gegentreffern in fünf Partien bewiesen, was in ihm steckt. In der dramatischen Ligaqualifikation gegen Kloten erreichte er eine Fangquote von 94,9 Prozent. Er weiss, was er kann, das Selbstvertrauen ist gross. "Ich mache mir keinen Druck", sagte Nyffeler. "Schlussendlich geht es darum, jeden Puck zu halten, ob das in der 4. Liga oder in der National League ist, das ist egal."

Nyffeler im Sommer erneut in den USA

Nach der starken Saison gab es für Nyffeler keinen Grund, in der Vorbereitung etwas zu ändern. Deshalb absolvierte er das Sommertraining wie 2017 in Miami, wo er von der Erfahrung des früheren NHL-Goalies Tomas Vokoun profitierte, der in Florida unter anderen mit dem Finnen Olli Jokinen (1237 NHL-Spiele) eine Academy betreibt. "Dort zu trainieren, hat mir in der vergangenen Saison sehr geholfen", so Nyffeler. "Ich war extrem fit und fühle mich auch nun top". Insgesamt verbrachte er diesmal sechs Wochen in den USA.

Die Basis für weitere Topleistungen ist also gelegt. Nyffeler nimmt sich aber nicht zu wichtig. "Wir sind immer ein Team", betonte er. Für ihn ist klar, dass es nur über eine funktionierende Einheit geht. "Wir wissen, woran wir sind. Wir werden nicht mit Schönwetter-Eishockey Partien gewinnen, sondern durch konsequente Arbeit, in dem wir viel laufen und hart spielen", sagte Nyffeler. "Mit dieser Einstellung können wir sehr erfolgreich sein. Bei uns werden keine Einzelspieler herausstechen, jeder kann den Job machen. Das Kollektiv wird die gesamte Mannschaft tragen. Alle haben die gleiche Einstellung, ziehen am gleichen Strang."

"Es ist ein Abtasten"

Zur mentalen Herausforderung könnte werden, dass die Lakers wohl deutlich öfter als Verlierer vom Eis gehen werden wie zuletzt. Nyffeler gab sich diesbezüglich entspannt: "Wir werden sicher nicht so viel gewinnen wie in der vergangenen Saison, das ist klar. Wir müssen jedoch nicht schwarzmalen", erklärte Nyffeler. Es wäre unnötig, schon jetzt über solche Sachen zu reden. Ohnehin gehe es nun erst einmal darum, "zu schauen, wo wir stehen, was es noch braucht. Es ist ein Abtasten."

Nyffelers Vertrag bei den Lakers läuft Ende Saison aus. Mit weiteren starken Auftritten könnte er sich für höhere Aufgaben empfehlen, zumal der SC Bern und wohl auch Lugano 2019 eine neue Nummer 1 benötigen. "Man muss sich immer empfehlen", sagte Nyffeler lapidar. "Ich mache mir keine Gedanken. Ich bin bei Rapperswil-Jona, für alles andere habe ich einen Berater. Ich spiele einfach Eishockey und habe Spass."

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