Nico Hischier (18), der als grösstes Eishockey-Talent der Schweiz gilt und im Juni möglicherweise sogar als erster Schweizer überhaupt an erster Stelle des NHL-Drafts ausgewählt wird, soll - geht es nach den Vorstellungen von Berns Meistertrainer Kari Jalonen - die kommende Saison in der Schweiz beim SCB bestreiten. 

"Sobald wir wissen, von welchem NHL-Team er gedraftet wurde, werden wir ihn und sein Team kontaktieren und uns über seine Ausbildung unterhalten", sagt Jalonen. "Wir wollen seiner NHL-Organisation unseren Plan für ihn präsentieren. In physischer, mentaler und spielerischer Hinsicht."

Jalonen hatte Nico Hischier bereits in der zu Ende gegangenen Saison unbedingt in der Mannschaft haben wollen. Doch der gebürtige Walliser entschied sich letztlich für einen Wechsel in die kanadische Juniorenliga zu den Halifax Mooseheads, wo er seinen Status als Weltklasse-Talent weiter untermauerte. "Die Entscheidung war offensichtlich richtig, so wie er sich entwickelt hat. Aber vielleicht würde es ihm gut tun, im nächsten Jahr in einer Profiliga mit Männern zusammenzuspielen", sagt Jalonen.

Der Finne gilt als guter Ausbildner und hat in Finnland schon mit Toptalenten wie Mikko Koivu oder Mikael Granlund, die inzwischen in der NHL bei den Minnesota Wild zu den Leistungsträgern gehören, zusammengearbeitet. "Ich weiss, was es braucht, damit sich diese Spieler entwickeln. Nico würde bei uns eine gute Rolle erhalten."

Bedenken, dass in Bern mit Mark Arcobello (der eine NHL-Ausstiegsklausel besitzt), Andrew Ebbett, Neuzugang Gaetan Haas und dem offenbar ebenfalls fixen Zuzug des Finnen Mikko Pyörälä ein Überangebot auf der Center-Position bestehen könnte, wischt Kari Jalonen beiseite. "Nico würde genügend Eiszeit erhalten bei uns."

Es gibt vier wahrscheinliche Varianten, wie sich die Personalie Nico Hischier entwickeln könnte:

1.) Er unterschreibt einen NHL-Vertrag (Neulinge erhalten einen standartisierten Dreijahreskontrakt), schafft sofort den Sprung ins NHL-Kader und bleibt dort.

2.) Er unterschreibt einen NHL-Vertrag, man lässt ihn für maximal neun Spiele NHL-Luft schnuppern und schickt ihn dann zurück zu seinem Juniorenteam nach Halifax. Somit blieben seine drei NHL-Vertragsjahre unangetastet.

3.) Er unterschreibt einen NHL-Vertrag, man lässt ihn für maximal neun Spiele NHL-Luft schnuppern und schickt ihn dann Ende Oktober nach Europa zum SC Bern. Sein dreijähriger NHL-Vertrag bliebe ebenso unangetastet

 4.) Er unterschreibt einen NHL-Vertrag und wird dann noch im Sommer zu Ausbildungszwecken zum SC Bern geschickt, wo er die ganze Saison spielt, ohne dass sein NHL-Vertrag angetastet wird.

Ein weiterer Trumpf, den die Berner im Poker um Hischier in die Waagschale werfen können, sind die Olympischen Spiele in Pyeongchang. "Ich denke, er wird ein heisser Kandidat für die Nationalmannschaft sein", sagt Jalonen. Da die NHL ihre Profis aller Voraussicht nach nicht nach Südkorea reisen lässt, wäre die Olympia-Teilnahme für Hischier eine verlockende Option, die er bei einem Engagement in Nordamerika kaum hätte. Im Juni, nach dem NHL-Draft in Chicago wird sich weisen, wie es in der Causa Nico Hischier weitergeht.